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Livecoding.tv Hier wird vor Publikum programmiert

Screenshot von Livecoding.tv: Coden vor Publikum Zur Großansicht
Livecoding.tv

Screenshot von Livecoding.tv: Coden vor Publikum

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Anderen beim Spielen zuschauen? In Zeiten von Let's-Play-Videos ist das ein Massenphänomen. Aber haben Sie schon mal einem Programmierer über die Schulter geschaut? Eine neue Streaming-Plattform bietet jetzt die Chance dazu.

Auf dem Portal Livecoding.tv zeigen und kommentieren Programmierer ihre Arbeit im Video-Livestream. Die Anzahl der Zuschauer ist noch überschaubar, doch das Angebot macht gerade in den sozialen Medien die Runde. Als wir das Portal aufriefen, waren immerhin sechs Programmierer gleichzeitig online, mit jeweils einer Handvoll Zuschauer. Ein Stream hatte den Titel "Ein sicheres Onlinespiel bauen".

Eine Inspiration für Livecoding.tv war Twitch.tv, eine Videoplattform, auf der sich andere beim Videospielen zuschauen lassen. Im Vergleich zu Spielerunden mit "Minecraft" oder "Fifa 15" ist Programmieren aber weniger zugänglich. Livecoding.tv sei nichts für Anfänger, heißt es auch in einem Blogeintrag des Anbieters. Die Zielgruppe seien Entwickler, die erfahren genug sind, um an echten Produkten zu arbeiten.

Livecoding.tv ist eine Gelegenheit "den eigenen Code zu zeigen, die Fähigkeiten zu erweitern und sich einen guten Ruf aufzubauen", erklärt Mitgründer Jamie Green in einem Video. Das Start-up wird vom Programm "European Pioneers" gefördert.

Die Streams auf der Website lassen sich nach Programmiersprache auswählen. Ältere Aufnahmen sind in einer Datenbank gespeichert. Es gibt auch einen Stundenplan mit bevorstehenden Live-Streams. Wer sich traut, kann die Entwickler während der Streams zu ihrer Arbeit befragen.

4 Leserkommentare Diskutieren Sie mit!
Abel Frühstück 16.03.2015
drmedwurst 16.03.2015
käptnmirt 17.03.2015
Rudi86 17.03.2015

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Angeklickt: Wo kommt der Hype her?
  • Das Internet hat eine neue Form des Unterhaltungskonsums hervorgebracht. Es fing an mit Videos, Fotos, Powerpoint-Präsentationen, die per E-Mail herumgeschickt wurden, ging weiter mit über Instant-Messaging-Dienste verbreiteten Links zu Clips mit skateboardfahrenden Hunden oder ungelenken Kindern beim Lichtschwert-Exerzieren und fand seinen vorläufigen Höhepunkt im Weitererzähl-Web der digitalen Gegenwart. Der Lacher für die Mittagspause wird heute über Facebook oder Twitter weitergereicht, genau wie der schnelle Niedlichkeits-Kick (Katzenvideos!) als Mittel gegen den grauen Büroalltag oder der mitgefilmte schmerzhaft-dämliche Skateboard-Unfall für zwischendurch.

  • Die kaskadische Form der Informationsverbreitung, die gerade Dienste wie Twitter ermöglichen, hat dem Phänomen des spontanen Internet-Hypes ein perfektes Biotop geschaffen. Auch ein Jahre altes Video von einem lachenden Pinguin kann urplötzlich innerhalb weniger Stunden ein Millionenpublikum erreichen - wenn geheimnisvolle Faktoren zusammenkommen, die noch niemand so recht entschlüsselt hat (wer das schafft, wird vermutlich sehr reich werden).

  • Und was sich lang genug in den Köpfen der Menschen hält, was weiterverarbeitet, verballhornt, umgedeutet, neu abgemischt wird, bringt es im Informationsverbreitungs-Wunderland Internet vielleicht sogar zum Mem.


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