LKA Hessen warnt Betrügerische Wohnungsangebote im Netz

Wer bei der Wohnungssuche im Internet auf ungewöhnliche Schnäppchen stößt, sollte vorsichtig sein. Das Hessische LKA berichtet von Fällen, in denen Interessenten bis zu 1000 Euro Vorkasse zahlten, ohne die Wohnung gesehen zu haben - und den versprochenen Schlüssel nie bekamen.


Die Wohnungssuche im Internet wird immer beliebter. Statt seitenweise Zeitungsinserate studieren zu müssen, lassen sich dort auf einen Klick Angebote aufrufen und miteinander vergleichen. Doch es gibt auch Fallen.

Wohnungssuche: Auf Bäumen gibt es Geld, im Web manchmal Betrugsversuche
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Wohnungssuche: Auf Bäumen gibt es Geld, im Web manchmal Betrugsversuche

Das Hessische Landeskriminalamt warnt derzeit vor betrügerischen Wohnungsangeboten im Internet. Die Masche läuft immer ähnlich ab. Die Täter bieten verlockend günstige Wohnungen im Netz an. Vier-Zimmer-Luxuswohnungen sollen beispielsweise für 500 Euro zu haben sein. Meist sind das kopierte reale Angebote aus Datenbanken von Immobilienportalen, deren Preise verändert wurden.

Klar, dass sich für solche Schnäppchen schnell Interessenten finden, die die Wohnung besichtigen wollen. Doch das weiß der Täter zu verhindern. Er behauptet, geschäftlich im Ausland zu sein. Aber er bietet den Interessenten an, ihnen den Wohnungsschlüssel zuzuschicken, gegen eine Kaution, die in bisher bekanntgewordenen Fällen bei 500 bis 1000 Euro lag, so das LKA Hessen. Nach Zahlung der Kaution wird das Angebot aus der Datenbank gelöscht. Den Schlüssel bekommen die Opfer nie.

Vorsicht vor miesen Makler-Abzocktricks

Um nicht in die Fallen solcher Betrüger zu tappen, sollten Verbraucher einige Grundregeln beachten. Schon bei unrealistisch niedrigen Preisen für hochwertige Wohnungen müssen die Alarmglocken läuten, erst recht, wenn sie in teuren Ballungsgebieten wie München, Hamburg oder Berlin angeboten werden. Da ist eigentlich immer ein Haken dran. Wer sicher gehen will, sollte sich die Wohnung selbst ansehen und mit den Nachbarn sprechen. Verweigert der Makler eine Besichtigung, sollte man die Finger davon lassen.

Vorsicht ist auch stets geboten, wenn für eine Leistung Vorkasse verlangt wird, wie etwa eine Kaution für einen Wohnungsschlüssel. Die Zusendung eines Wohnungsschlüssels gegen eine Gebühr ist in der Praxis völlig unüblich, so das LKA Hessen. Aber auch andere Methoden sind gang und gäbe.

So verlangen manche Makler eine sogenannte Vormerkgebühr für einen Besichtigungstermin. Dafür können die Kunden sich dann die Wohnung anschauen. Ob sie sie dann auch bekommen, steht auf einem anderen Blatt. Auch Makler, die sich ihre Angebotslisten bezahlen lassen, handeln gesetzwidrig. Grundsätzlich darf erst Geld fließen, wenn die Leistung erbracht, also die Wohnung vermittelt wurde.

Ist ein Kontakt zum Anbieter von Wohnungen nur per Telefon oder E-Mail möglich, sollten sich Interessenten lieber zurückhalten. Niemals sollten sie irgendwelche Zahlungen leisten, nur weil sie per Telefon oder Mail dazu aufgefordert wurden.

Makler ist kein Beruf, zum Makler erklärt man sich

Für den Laien ist es nicht immer leicht, seriöse Dienstleister von schwarzen Schafen zu unterscheiden. Wer es mit Maklern zu tun bekommt, sollte wissen, dass die Berufsbezeichnung in Deutschland nicht geschützt ist. Jeder kann sich Makler nennen, der Wohnungen und Immobilien anbietet.

Eine Checkliste des Immobilienverbandes IVD gibt Orientierung. Sie ist auf der Homepage des IVD abrufbar. Darin stellt der IVD klar, dass seriöse Makler niemals Vorauszahlungen verlangen und auch in keinem Fall eine Immobilie ohne Besichtigungstermin vermitteln. Ein Alarmsignal sollte es immer sein, wenn der Makler auf einen schnellen Vertragsabschluss drängt, so der IVD.

Verbraucher, die auf eine Betrügerei hereingefallen sind, sollten unbedingt das Online-Portal darüber informieren, auf dem sie das Angebot gefunden haben. Die Betreiber können das betreffende Inserat dann sofort stoppen. Außerdem sollten Betroffene bei der Polizei Strafanzeige stellen. Dazu empfiehlt es sich, den gesamten E-Mail-Schriftverkehr und das Wohnungsangebot auszudrucken.

Katja Fischer, ddp



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