Digitaler Raubzug Lufthansa-Kunden wurden Opfer einer Cyber-Attacke

Unbekannte haben sich Zugang zu den Meilenkonten von Lufthansa-Vielfliegern verschafft und mit deren Guthaben wertvolle Gadgets bestellt. In einigen Fällen waren sie erfolgreich.

Lufthansa-Jets in Frankfurt am Main: Angriff auf Vielfliegerkonten
DPA

Lufthansa-Jets in Frankfurt am Main: Angriff auf Vielfliegerkonten


Lufthansa-Kunden sind Opfer eines Cyber-Angriffs geworden. Unbekannte Hacker haben sich Zugang auf die persönlichen Internetseiten von LH.com-Benutzern verschafft und damit zu deren Meilenkonten.

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Heft 16/2015
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Gelungen ist dies durch den Einsatz sogenannter Botnetze: Es wurde eine große Anzahl von Benutzernamen- und Passwortkombinationen automatisiert ausprobiert, bis ein Log-in gelang. Man habe umgehend Gegenmaßnahmen eingeleitet, sagt Lufthansa. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Dennoch hätten "unberechtigte Zugriffe auf einige Kundenseiten nicht verhindert werden" können. Zu den Geschädigten gehören auch "HON Circle"-Mitglieder, also Kunden, die mindestens 600.000 HON-Meilen in zwei Jahren erfliegen - und das ausschließlich in der Business- und First Class.

In einem Fall bestellten die Hacker Uhren und einen Tablet-Rechner im Wert von 2700 Euro. Ziel der Ware war London, als Rechnungsadresse wurde eine Berliner Anschrift angegeben: Nicht alle Bestellungen konnte Lufthansa unmittelbar stornieren.

Ein ähnlicher Fall beschäftige knapp zwei Wochen zuvor die Fluggesellschaft British Airways. Auch dort hatten Unbekannte versucht, die Meilenkonten von Vielfliegern auszuräumen. Offenbar haben die Angreifer für den Einbruch ins System von British Airways Informationen genutzt, die sie anderswo im Internet erhalten haben.

Die britische Fluggesellschaft informierte die betroffenen Kunden per E-Mail, setzte deren Punktestand vorsorglich auf null und sperrte ihre Konten für einige Tage.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

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insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
knuka 10.04.2015
1. Lasse meine Meilen sowieso immer verfallen
Wäre dankbar, wenn mir mal jemand erklären könnte, wo und wie man davon als Wenig- bis Mittelvielflieger davon auch nur irgendeinen Vorteil erlangen könnte. Bisher empfand ich alles was mir dafür angeboten wurde als bodenlose Veralberung (Angebote die mit Einsatz der Meilen teurer wurden, als alternative Möglichkeiten, für die Meilen aber nicht eingesetzt werden konnten). Ist wohl wieder nur etwas für die supervermögenden oder -verdienenden Großkunden.
j1958 10.04.2015
2. @knuka
Die meisten Kundenbindungsprogramme bieten nichts oder nicht viel für Wenignutzer. Sie können LH-Meilen bei einigen Versandgeschäften zur Zahlung mit heranziehen, bei Buch.de kostet ein Taschenbuch z.B. etwa 3000 Meilen. Ich persönlich bekomme bei miles&more auch mehr Meilen aus Meilen die ich von Hotels, Autovermietungen oder über Payback bekomme.
peter.braehler 10.04.2015
3. @knuka
Sie können Ihre Meilen auch für wohltätige Zwecke spenden. Das habe ich bei topbonus von Air Berlin gemacht.
polarapfel 10.04.2015
4. Vielflieger
Zitat von knukaWäre dankbar, wenn mir mal jemand erklären könnte, wo und wie man davon als Wenig- bis Mittelvielflieger davon auch nur irgendeinen Vorteil erlangen könnte. Bisher empfand ich alles was mir dafür angeboten wurde als bodenlose Veralberung (Angebote die mit Einsatz der Meilen teurer wurden, als alternative Möglichkeiten, für die Meilen aber nicht eingesetzt werden konnten). Ist wohl wieder nur etwas für die supervermögenden oder -verdienenden Großkunden.
Als jemand, der nicht regelmäßig fliegt, machen die meisten Vielfliegerprogramme wohl kaum Sinn. Fast alle Programme bieten eine Möglichkeit Meilen vor dem Verfall zu bewahren, indem man eine Kreditkarte des Meilenprogramms abonniert. Damit sind jährliche Kosten verbunden, bei LH beispielsweise knapp unter 100EUR ohne Status, Silber 86EUR im Jahr und ab Gold kostet die Kreditkarte dann nichts mehr. Jeder EUR, den man mit der Kreditkarte ausgibt, wird als Award Mile gutgeschrieben.
play34 10.04.2015
5. Wundert mich nicht,
denn bei Anrufen beim Lufthansa-Service-Center muss man seine PIN angeben!!! Eine Unmoeglichkeit hinsichtlich Datensicherheit. Auf Anfrage bei der Lufthansa-Zentrale in Frankfurt hat man mir mitgeteilt, das sein in Ordnung so. Bei Lufthansa wundert mich gar nichts mehr. Das sog. KundenBindungs-Programm ist ein Kunden-Veraergerungs-Programm. Das sage ich als ehem. HON-Mitglied.
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