Mädchenfänger Zum Nacktbild-Versand genötigt

Ein ehemaliger ziviler Auftragsnehmer der US-Armee wird der Nötigung junger Mädchen verdächtigt. Der Mann soll sich in die Computer zahlreicher Teenager eingehackt und sie erpresst haben, ihm Nacktfotos zu schicken. Der Mann hat Kontakte zur Kinderporno-Szene.


In Atlanta ist am vergangenen Freitag ein ehemaliger Vertragsnehmer der US-Armee verhaftet worden, weil er sich jahrelang in die Computer von jungen Mädchen gehackt und sie genötigt haben soll, ihm freizügige Fotos zu schicken.

Erpressung per Hack-Angriff: Eine Tastatur kann eine Waffe sein
Getty Images

Erpressung per Hack-Angriff: Eine Tastatur kann eine Waffe sein

Patrick Connolly, früher für die US-amerikanische Firma EOD Technology Inc. in Bagdad stationiert, wurde bisher in einem Fall angeklagt. Weitere Anklagepunkte könnten hinzukommen, aktenkundig ist bisher die Belästigung von sieben Opfern in den USA. Die Ermittler stehen aber noch ganz am Anfang: Angeblich soll der aus Irland stammende Mann bereits seit 2005 Mädchen im Teenager-Alter auf der ganzen Welt nach dem gleichen Prinzip belästigt haben.

Laut Anklageschrift verschaffte er sich Zugang zu den persönlichen Dateien und Fotos auf den Computern der Mädchen. Dann verlangte er in anonymen E-Mails, dass die Teenager ihm Nacktfotos schicken sollen. Sollten sich die Mädchen weigern, so die Drohung des Verdächtigen, werde er die persönlichen Informationen, die er auf ihrem Computer gefunden habe, im Internet veröffentlichen.

Keine leere Drohung, denn augenscheinlich verfügte Connolly tatsächlich über Schadprogramme, die ihm Zugriff und Eingriffsmöglichkeiten auf die gekaperten Rechnern erlaubten. Entsprechend präzise fielen dann auch die Erpressungsversuche aus: In einem Fall drohte er einem Mädchen an, explizite Webcam-Bilder von ihr an ihre Großmutter zu verschicken. Weigerte sich ein Mädchen, löschte Connolly mitunter Daten, um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Und er ging noch weiter: In einem Fall soll er sogar gedroht haben, die Schwester eines Mädchens zu verletzen. Eine andere Betroffenen suchte der Verdächtige angeblich bei der Arbeit auf. Viele der Mädchen sollen den Forderungen des Hackers nachgegeben haben.

Ermittler des FBI waren Connolly schon seit fünf Jahren auf der Spur. Wieder auf ihn aufmerksam wurden sie, nachdem sich Connolly ein Facebook-Profil anlegte und versuchte, Kontakt mit einem Mädchen aufzunehmen, das er schon einmal belästigt hatte. Bei den Ermittlungen half den Beamten ein früherer Komplize des Hackers, der 2007 wegen Produktion und Besitzes von Kinderpornografie zu 110 Jahren Gefängnis verurteilt wurde.

AP/can



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