Makabre Spam-Mails Geschäft mit dem Krieg

Die Spam-Mafia weiß, was bei ihren potenziellen Kunden gefragt ist - und darüber, dass sie dabei ein Übermaß an Geschmack, Pietät oder Anstand beweist, gab es noch nie Beschwerden.


Da passt eine Mail ins Bild, die wohl am Mittwoch ihren Weg durchs weite Web suchte. Sie landete, wie üblich bei Spam, überall und nirgends: Obwohl der Verkauf der angepriesenen Ware auf die USA beschränkt ist, flatterte sie auch in zahlreiche deutsche E-Mailfächer.

Und das ist der Deal: Für nur noch 174 Dollar bekommt man eine original israelische Gasmaske, Modell 4A1, inklusive eines "NBC Filter" gegen "nukleare, biologische und chemische" Gifte. "One Size fits most", heißt es auf der Website hinter der Spam-Mail. Und das alles von "America's Number 1 Source for Gas Masks" - einer Website ohne Namen, "128.242.xxxxxx" - einen Link hat diese Abzocke kaum verdient.

Auf Verdienste hofft derzeit eben nicht nur die Rüstungsindustrie, sondern auch zahlreiche Geschäftemacher im Kielwasser der Kriegsangst. Eine wahre Hochkonjunktur erleben Geschäftemacher, die den Patriotismus vermarkten. Flaggen werden da feilgeboten, in allen Varianten und Materialien.

Die makaberste Offerte, die SPIEGEL ONLINE vor einigen Tagen erreichte, war dabei wohl ein Scherz: Flammen-resistente US-Flaggen, die man für öffentliche Verbrennungen mit Petroleum tränken könne, ohne dabei einen materiellen Verlust zu erleiden. Das ist dermaßen unterste Schublade, dass die Idee früher oder später wohl jemand aufnehmen wird. Wer Gasmasken gegen nuklearen Fallout verkauft...



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