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Rieseneinkaufszentrum: Mall of America forscht Bürgerrechtler per Facebook aus

Besucher posieren vor der Mall of America (Archivbild): Das Sicherheitsteam hat ein Facebook-Profil gefälscht Zur Großansicht
REUTERS

Besucher posieren vor der Mall of America (Archivbild): Das Sicherheitsteam hat ein Facebook-Profil gefälscht

Wirbel ums Rieseneinkaufszentrum: Das Sicherheitsteam der Mall of America hat offenbar ein gefälschtes Facebook-Profil zum Sammeln von Informationen genutzt. Besonders interessiert war "Nikki Larson" an Bürgerrechtsaktivisten.

Eines der größten Einkaufszentren der Welt, die Mall of America im US-Bundesstaat Minnesota, hat mithilfe eines gefälschten Facebook-Profils Bürgerrechtler ausgeforscht. Wie die Enthüllungsplattform "The Intercept" mit Bezug auf nicht öffentliche Dokumente berichtet, galten die Bemühungen vor allem der Bürgerrechtsgruppe "Black lives matter".

Nachdem die Bürgerrechtler im Dezember im Einkaufszentrum eine Veranstaltung gegen Polizeibrutalität abgehalten hatten, leiteten die Mall-Betreiber umfangreiches Material an die Behörden weiter. Zu den Daten haben "The Intercept" zufolge kurze Angaben zu den Organisatoren der Versammlung gehört. Die Informationen sollen über ein Fake-Profil bei Facebook gesammelt worden sein.

Mit einem schon 2009 eingerichteten Profil mit dem Namen "Nikki Larson" sollte demnach Kontakt zu Bürgerrechtsaktivisten aufgenommen werden, um sie auszuhorchen. Offensichtlich funktionierte das auch: "Nikki Larson" soll zuletzt 817 Personen in der Freundesliste gehabt haben. Über einen "Gefällt mir"-Klick hatte sie sich auch mit einer örtlichen "Black lives matter"-Facebook-Gruppe verbunden.

Flashmobs verhindern

Ein Ziel der Mall-Betreiber ist es, Flashmobs bereits im Vorfeld zu verhindern. Dafür sucht das Sicherheitsteam laut "The Intercept" in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter nach Hinweisen auf kommende Ereignisse. Mitunter seien auch Vorbereitungen für zwischenzeitliche Festnahmen getroffen worden.

Praktische Auswirkungen hatte das am 20. Dezember vergangenen Jahres: An diesem Tag versammelten sich in der Mall 3000 Menschen zu einer kurzfristigen Kundgebung von "Black lives matter". Zehn Personen wurden verhaftet, ihnen drohen als vorgebliche Organisatoren der nicht genehmigten Protestaktion Geldstrafen.

Auf den "The Intercept"-Bericht reagierten die Verantwortlichen der Mall of America am Mittwoch mit einer Erklärung. Darin heißt es, oberstes Ziel der Betreiber sei die Sicherheit der Mall-Besucher. Um diese Sicherheit zu gewährleisten, nutze man eine Reihe von verdeckten und offenen Maßnahmen. "Wir verfolgen weder Einzelpersonen noch Gruppen wegen ihrer politischen Überzeugungen, aber wir gehen Unterhaltungen nach, die Sicherheitsbelange berühren."

Die Mall of America war schon im Februar in die Schlagzeilen geraten, nachdem US-Heimatschutzminister Jeh Johnson vor einem terroristischen Anschlag auf das Einkaufszentrum gewarnt hatte. Zuvor hatte die islamistischen Terrorgruppe al-Schabab das Zentrum in einem Video als mögliches Ziel genannt. Die Mall of America verfügt bereits seit zehn Jahren über eine eigene Antiterroreinheit.

meu

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insgesamt 2 Beiträge
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1. Hä?
motzbrocken 19.03.2015
Dieser Laden verfügt über eine eigene Antiterroreinheit? Wer hat in den USA die Staatsgewalt?
2. Wer sie nicht mag, sollte da nicht einkaufen
fragel 19.03.2015
Aber da die Amerikaner alles abnicken , sind sie so dumm und bringen ihnen ihr Geld. Facebook und Twitter sind Geschäftspartner und somit ist jeder Nutzer freiwillig ein Depp.
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