Verseuchte Werbeanzeigen Yahoo-Malware macht Rechner zu Bitcoin-Schürfern

Die über Werbeanzeigen auf der Yahoo-Seite verteilte Schadsoftware lässt offenbar die befallenen Computer Bitcoin schürfen - zugunsten der Angreifer. Betroffen sind von dem Angriff ausschließlich Nutzer in Europa.

Yahoo-Chefin Marissa Mayer auf der CES: Nur Europa ist betroffen
REUTERS

Yahoo-Chefin Marissa Mayer auf der CES: Nur Europa ist betroffen


New York - Wer sich über die verseuchten Werbeanzeigen auf der Yahoo-Startseite im Januar Schadsoftware eingefangen hat, dessen Rechner könnte jetzt im Hintergrund als Geldmaschine arbeiten - für die Angreifer. Laut einem Bericht des "Guardian" führen die Computer der Opfer nach dem Angriff ohne Wissen der Nutzer eine Bitcoin-Mining-Software aus.

Die niederländische Sicherheitsfirma Fox-IT hatte den Angriff über die Werbeanzeigen aufgedeckt und in ihrem Firmenblog darüber berichtet. Die Rede war dabei von geschätzten 300.000 Besuchern und somit etwa 27.000 Infizierungen pro Stunde. Am stärksten betroffen seien Nutzer in Frankreich, Großbritannien und Rumänien.

Die Sicherheitsfirma Light Cyber gab daraufhin ebenfalls eine Mitteilung heraus: Ein Teil der ausgelieferten Schadsoftware soll die Rechnerleistung der infizierten Geräte dazu nutzen, Bitcoins zu erzeugen. Fox-IT hatte im Firmenblog bereits gewarnt, die "Urheber der Attacke sind unbekannt, aber sie sind eindeutig finanziell motiviert und haben ihre Dienste anderen Akteuren angeboten".

Yahoo hat eingeräumt, dass über seine Webseiten Schadsoftware verbreitet wurde, betroffen seien allerdings ausschließlich Nutzer in Europa. Auch Macs und mobile Geräte sind laut dem Konzern verschont geblieben. Konkrete Zahlen von Betroffenen nannte das Unternehmen nicht. Yahoo versicherte, die Schadprogramme seien rasch entfernt worden.

juh



insgesamt 21 Beiträge
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salmo-nelli 10.01.2014
1. betroffen seien allerdings ausschließlich Nutzer in Europa.
Naja dann... Soll das heißen, solange es nicht die Amis trifft, sind wohl keine horrenden Schadensersatzforderungen zu erwarten oder was?
Pandoron 10.01.2014
2. Eines der Kernprobleme
Dies ist mit eines der Hauptgründe, wieso Bitcoin nicht als gültige Währung betrachtet werden sollte. Der Weg, sich illegal zu bereichern und Werte aus dem Nichts heraus zu erschaffen ist viel zu leicht. Zudem sind die Schädlinge für das BC-Mining zuweilen sogar schadhaft für die Hardware, da sie CPU und Grafikleistungen zu 100% in Anspruch nehmen, was zu Überhitzungen und entsprechendem Schaden führen kann. Zwar bin ich alles andere als fortschrittsfeindlich, doch hier sehe ich weder einen wahren Nutzen noch einen Grund, BC und dessen viel zu einfache Beschaffungsmöglichkeit zu unterstützen bzw. gut zu heißen.
nana22 10.01.2014
3. Beruhigend
Yahoo hat eingeräumt, dass über seine Webseiten Schadsoftware verbreitet wurde, betroffen seien allerdings ausschließlich Nutzer in Europa
Hübitusse 10.01.2014
4.
Zitat von PandoronDies ist mit eines der Hauptgründe, wieso Bitcoin nicht als gültige Währung betrachtet werden sollte. Der Weg, sich illegal zu bereichern und Werte aus dem Nichts heraus zu erschaffen ist viel zu leicht. Zudem sind die Schädlinge für das BC-Mining zuweilen sogar schadhaft für die Hardware, da sie CPU und Grafikleistungen zu 100% in Anspruch nehmen, was zu Überhitzungen und entsprechendem Schaden führen kann. Zwar bin ich alles andere als fortschrittsfeindlich, doch hier sehe ich weder einen wahren Nutzen noch einen Grund, BC und dessen viel zu einfache Beschaffungsmöglichkeit zu unterstützen bzw. gut zu heißen.
Das klingt ja so, als ob "echte" Währungen im Endeffekt nicht mit ähnlichen oder denselben Folgen jeden Tag den Besitzer wechseln würden. Der einzige Unterschied: Sie werden von gewissen Regierungen mit Notenpressen aus dem nichts und ohne reelen Gegenwert erschaffen...
monotrom 10.01.2014
5. ...
Dann müssen Firmen die ihren Umsatz z.T. über Werbeanzeigen generieren, sich nicht wundern, wenn der Kunde zu Ad-Blockern greift...
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