US-Fahrdienst Ex-Mitarbeiter wirft Uber Datenschutzverstöße vor

Ein ehemaliger Uber-Mitarbeiter erhebt schwere Anschuldigungen gegen die US-Firma. Demnach konnten Mitarbeiter Informationen über Fahrten beliebiger Kunden abfragen. Auch Promis und Politiker seien betroffen.

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Der Fahrdienstvermittler Uber hat schon einmal Probleme wegen mangelnden Datenschutzes gehabt. Jetzt wirft ein ehemaliger Mitarbeiter dem Unternehmen vor, auch nach Bekanntwerden des ersten Skandals nichts an seiner Praxis geändert zu haben.

Vor einem kalifornischen Gericht sagte Ward Spangenberg, ehemaliger Computerforensiker des Unternehmens, aus, Uber habe im Umgang mit Kundendaten gegen geltende Datenschutzvorschriften verstoßen und die Privatsphäre von Nutzern verletzt. Mitarbeiter hätten demnach die Fahrtrouten von Uber-Kunden, darunter Politiker und Prominente, verfolgen können, schreibt die auf Enthüllungen spezialisierte Nachrichtenseite "Reveal News" unter Berufung auf Spangenbergs Aussage.

Uber hatte bereits im Oktober 2014 mit einer "God-View" genannten Funktion Schlagzeilen gemacht. Offenbar konnten Angestellte damit die Fahrten aller Kunden verfolgen. Ein Uber-Manager hatte zudem in einem kleinen Kreis über die Möglichkeit gesprochen, kritische Journalisten mit Details aus deren Privatleben unter Druck zu setzen.

Uber hatte nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe versprochen, den Zugang zu den unverschlüsselten Bewegungsprofilen einzuschränken.

Klage wegen Altersdiskriminierung

Offenbar wurden Bewegungsprofile von Kunden dennoch weiter für private Zwecke genutzt. So sagte der Sicherheitsexperte und ehemalige Uber-Angestellte Michael Sierchio "Reveal News", dass Mitarbeiter Informationen über Fahrten beliebiger Kunden mit fadenscheinigen Begründungen einsehen konnten. Sierchio arbeitete von Anfang 2015 bis Mitte 2016 bei Uber.

"Reveal News" hatte zuerst über den Fall berichtet und das entsprechende Gerichtsdokument über Spangenbergs Aussage veröffentlicht, das aus dem Oktober stammt.

Spangenberg klagt unter anderem wegen Altersdiskriminierung und unrechtmäßigem Vorgehen gegen Hinweisgeber gegen Uber. Dem 45-Jährigen war im Februar 2016 gekündigt worden. Zuvor habe er mehrfach intern auf Sicherheitsverstöße aufmerksam gemacht, heißt es in dem Gerichtsdokument.

In einer Erklärung gegenüber "Reveal News" schrieb Uber, dass das Unternehmen strikte Bestimmungen habe, um Nutzerdaten zu schützen. Das Unternehmen habe eingeräumt, dass es weniger als zehn Angestellte entlassen habe, weil diese unrechtmäßig auf Kundendaten zugegriffen haben.

brt



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fliegender-robert 13.12.2016
1. ALLES wird getan!
Machen wir uns nichts vor: ALLES, was technisch machbar ist, wird getan und genutzt. Dagegen hilft nur konsequente Verweigerung...
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