Spickzettel fotografiert Auf diese Fragen hatte sich Zuckerberg vorbereitet

Fünf Stunden dauerte die Anhörung des Facebook-Chefs vor dem US-Kongress. Um den Faden nicht zu verlieren, hatte Mark Zuckerberg sich vorab Notizen gemacht. Aus diesen geht hervor, dass er mit einer Frage zu seinem Rücktritt rechnete.

Einem AP-Fotograf gelang diese Aufnahme von Zuckerbergs Notizen, bevor eine Helferin die Mappe zuklappen konnte
AP

Einem AP-Fotograf gelang diese Aufnahme von Zuckerbergs Notizen, bevor eine Helferin die Mappe zuklappen konnte


Facebook-Chef Mark Zuckerberg hatte sich auf die Anhörung im US-Kongress gut vorbereitet. Tagelang soll er das Parieren kritischer Fragen geübt haben, Stichpunkte für mögliche Antworten hatte er auf mehreren Seiten notiert, die er in einer schwarzen Ledermappe bei sich trug.

Fünf Stunden dauerte schließlich die Befragung, in der Zuckerberg von den Senatoren gegrillt wurde. Aber einige Fragen, mit denen er offenbar gerechnet hatte, blieben ihm erspart.

Einem Fotografen der Nachrichtenagentur AP gelang während einer Pause ein Foto von Zuckerbergs Notizen - und aus diesen geht unter anderem hervor, dass er damit gerechnet hatte, dass ihn die Senatoren nach seinem Rücktritt fragen würden. Unter der Überschrift "Rücktritt?" steht: "Große Herausforderung, aber wir haben schon früher Probleme gelöst und werden auch dieses lösen."

Auch das Stichwort GDPR, das sich auf die neue Datenschutzgrundverordnung der EU bezieht, ist auf dem Bild lesbar, darunter der Eintrag: "Nicht sagen, dass wir die GDPR-Vorgaben schon erfüllen."

Unter dem Stichwort "Datensicherheit" hatte Zuckerberg notiert: "Ich nutze Facebook jeden Tag, genau wie meine Familie. Wir investieren viel in Sicherheit."

Ein anderer Eintrag bezieht sich auf Apple-Chef Tim Cook, der Facebook scharf kritisiert hatte: Es gebe "viele Geschichten über Apps, die Apple-Daten missbrauchen, aber Apple hat noch nie Nutzer informiert".

Und unter der Überschrift "Facebook verteidigen" ist der allgemeine Hinweis zu lesen: "Falls attackiert: Hochachtungsvoll, das lehne ich ab. Das entspricht nicht dem, wer wir sind."

Zuckerbergs akribische Vorbereitung hat sich offenbar gelohnt: Bei Anlegern kam sein Auftritt vor dem Kongress so gut an, dass die Facebook-Aktie ihre Gewinne ausbaute und mit einem Plus von 4,5 Prozent schloss.

vet/AP



insgesamt 4 Beiträge
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global_citizen 11.04.2018
1. Atemraubende Einstellung and Ahnungslosigkeit in der Politik
Die Antworten zeigten drei Dinge: - eine Grundeinstellung das die Privatsphäre nichtig ist - absolutes Fehlen aus Sicht der Kunden und anstatt Machtdenke auch großen Ebenen - wenig Ahnung in der Politik die nur selten eine richtig gute Frage gestellt hat. Zumindest werden die Messenger Gespräche nicht abgehört obwohl ich denen das zutraue. Auch einiges ist nicht so wie gesagt. Daten werden nicht vollständig gelöscht, die Interaktionen wie likes und kommentare bestehen weiter. Es ist nicht ganz so einfach sich komplett aus Facebook zu verabschieden. Ich freue mich schon auf die 5% strafe wegen GDPR Verletzung. Hat er gut gemacht , mir ist Facebook trotzdem nicht sympathischer geworden. Man kann auch Werbung schalten ohne die Nutzer so in die Irre zu leiten und wie Dreck zu behandeln.
slotermeyer 11.04.2018
2. Seltsam
Schon seltsam. Man berichtet über die Missachtung der Persönlichkeitsrechte von Facebookusern, findet aber gleichzeitig nichts dabei, die privaten Notizen von Zuckerberg ohne seine Zustimmung zu veröffentlichen.
issernichsüss 11.04.2018
3. Privatsphäre bleibt Privatsphäre,
egal auf welcher Seite und mit welchen Mitteln vertraulich zu haltende Daten erlangt wurden. Dies gilt unzweifelhaft auch für persönliche Daten eines Herrn Zuckerberg....
elmarwa 11.04.2018
4.
Ich bin sicher, daß Hr. Zuckerberg nichts dagegen hat, das seine Vorbereitungsnotizen ausgewertet werden. Sonst hätte er sie ja nicht so offen präsentiert ... Erfrischend zu sehen das es jemand mit Transparenz ernst meint und mit guten Beispiel vorangeht .. (Vorsicht, Ironie)
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