Nasa-Sonden bei Twitter: Voyager plaudert mit Curiosity

"Curiosity" ist gelandet, Freunde und Familie gratulieren. Die "Cassini"-Sonde schickt Glückwünsche zum Mars, das "Kepler"-Teleskop gibt Musiktipps, und "Voyager" grüßt vom Rand des Sonnensystems. Das Netz macht's möglich, und die Nasa hat eine clevere Social-Media-Strategie.

Nasa-Sonde "Curiosity": Freude über geglückte Landung
Fotos
REUTERS/ NASA TV

Pasadena - Gegen die "Voyager"-Sonden ist "Curiosity" ein junger Hüpfer, der es gerade einmal bis in den Hinterhof geschafft hat. "Voyager" 1 und 2 haben den Rand unseres Sonnensystems erreicht, sie sind seit 1977 unterwegs. "Curiosity" aber ist am Montag der Star aller Sterngucker, denn der selbstfahrende Roboter der Nasa ist wohlbehalten auf dem Mars gelandet. Als die Landung geglückt war, meldeten sich die greisen "Voyager"-Sonden von weit draußen: "Viel Glück, @MarsCuriosity! Wir wünschten, hier draußen am Rand des Sonnensystems gäbe es hochauflösende TV-Übertragungen!"

Natürlich kann keine "Voyager"-Sonde sich direkt mit "Curiosity" unterhalten. Das Gespräch der Nasa-Forschungsmaschinen ist eher eine Art Bühnenstück fürs interessierte Publikum da draußen im Netz. Die Nasa hat Social Media schon lange für sich entdeckt, nahezu alle Missionen, die Einrichungen und einzelne Forschungsgruppen haben eigene Accounts bei Twitter, Facebook, YouTube und anderen Internetplattformen.

Die "Cassini"-Sonde und der "Lunar Orbiter" schicken Bilder von unterwegs, die alten Marsrover "Spirit" und "Opportunity" retweeten fleißig das, was ihre Kollegen so verbreiten, das "Kepler"-Weltraumteleskop gibt schon mal Tipps für den richtigen Soundtrack für eine saubere Landung ("All or nothing at all" von Frank Sinatra). Heute aber gratulierten sie alle der neuen Kollegin. Die Sonde "Dawn", die derzeit den Asteroidengürtel im Sonnensystem erkundet, bejubelte über Twitter die eigene Gattung: "Roboter-Missionen, hurra!"


Das digitale Gespräch der elektronischen Helferlein ist schon seit Jahren im Gang: Die "Phoenix"-Sonde etwa freute sich schon 2008 via Twitter über "EIS, Ja, *WASSEREIS* auf dem Mars!"

Für die Nasa sind Twitter, Facebook und Co. nützliche PR-Instrumente. Warum nicht der Fangemeinde via Social Media ein bisschen vorgetäuschte Nähe zu den eigenen Geschöpfen ermöglichen? Vom Publikum wird das dankbar angenommen: Rover "Curiosity" hat bereits fast 470.000 Follower - und wird von so manchem ein bisschen wie ein freundlicher Gefährte wahrgenommen. Wie viel Mühe sich die Nasa wohl gemacht habe, fragt ein Twitterer, dafür zu sorgen, dass "Curiosity" "aussieht wie Johnny 5" aus dem Film "Nummer fünf lebt"?

cis

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  • Montag, 06.08.2012 – 16:29 Uhr
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