Reaktion auf Massenpanik: Indien schränkt SMS-Versand ein
Maximal fünf Empfänger pro SMS: Das indische Innenministerium hat den Versand von Kurznachrichten landesweit eingeschränkt. Grund sind die Spannungen zwischen Hindus und Muslimen - über Handy verbreitete Drohungen hatten zu einer Massenpanik geführt.
Bangalore - Tausende Menschen aus dem ärmlichen Nordosten Indiens sind auf der Flucht aus der Stadt Bangalore im Süden des Landes. Sie haben sich auf den Weg zurück in die Region Assam und Umgebung gemacht. Auf dem Bahnhof kam es trotz eingesetzter Sonderzüge zu chaotischen Zuständen, wie die ARD berichtet.
Auslöser für die Flucht von rund 20.000 Beschäftigten und Studenten sind offenbar Drohungen, die über SMS und soziale Netzwerke verbreitet wurden. Bis Montag sollten aus dem Nordosten Indiens stammende Personen die Stadt verlassen, hieß es, sonst würde ihnen Gewalt angetan. Das indische Innenministerium hat nun verfügt, den Versand von Massen-SMS für 15 Tage landesweit einzustellen. Die Polizei in Bangalore hingegen nutzte den massenhaften Versand von Kurznachrichten, um vor der Panikmache zu warnen.
Im Nordosten Indiens war es im Juli zu gewalttätigen Ausschreitungen zwischen muslimischen Siedlern und Bewohnern der Region gekommen. Dabei waren mindestens 75 Menschen getötet worden, 400.000 wurden vertrieben. In der vergangenen Woche hatten rund 10.000 Muslime in Mumbai gegen die Gewalt im Nordosten protestiert, dabei kamen zwei Menschen ums Leben, Dutzende wurden verletzt.
Seit den Übergriffen im Nordosten gibt es Gerüchte, Muslime könnten sich womöglich für das Blutvergießen rächen. Premierminister Manmohan Singh bezeichnete die Verbreitung solcher Gerüchte als "verwerflich". Der Regierungschef sagte im Parlament: "Die Einheit und Integrität Indiens wird durch einige Elemente bedroht."
ore/dpa/Reuters
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