Web-Tipps für die Apokalypse: So überleben Sie den Weltuntergang

Von Matthias Kremp

Angeblich steht die Apokalypse bevor. Es empfiehlt sich, schnell noch das Internet für Überlebenstipps zu konsultieren. Was ist wichtiger: Smartphone oder Taschenmesser? Beschleunigt Superkleber die Wundheilung? Warum soll man Mayonnaise horten? Und wo bitte geht es zum Porno-Bunker?

Überlebens-App iSurvival: Feuer machen ohne StreichhölzerZur Großansicht
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Überlebens-App iSurvival: Feuer machen ohne Streichhölzer

Das Ende ist nah, so viel ist ja klar. Jedenfalls wenn man den Maya-Miesepetern glaubt. Ginge es nach ihnen, wird am 21. Dezember 2012 die Welt untergehen. Wie und um wieviel Uhr Schluss ist, haben sie nicht vermerkt. Nur das Datum hinterließen uns die mittelamerikanischen Ureinwohner. Für mehr hat es offenbar nicht gereicht.

Und so kursieren seit Monaten Tipps im Web, wie man die Apokalypse - und vor allem die Zeit danach - überlebt. Manche Autoren beschränken sich auf Packlisten, andere widmen dem Thema ganze Webseiten oder drehen Erklärvideos. Zum Glück sind die Überlebenstipps nur selten ernst gemeint. Ein gründliches Studium empfiehlt sich trotzdem. Vorsichtshalber.

Meteoritensturm, Alienangriff oder Zombieattacke: Hier sind die besten Anleitungen zum Überleben nach dem Ende der Welt.

Warum man das Internet ausdrucken sollte

Etliche Blogger und Nachrichtenseiten haben sich daran versucht, Anleitungen zu schreiben, wie man die Apokalypse überleben kann. Logisch, dass es dazu ein Wiki gibt. In dem findet man unter anderem folgenden Hinweis: Legen Sie Vorräte für 90 Tage, reichlich Diesel samt passender Fahrzeuge und Verbandszeug zurück.

Benzin-Hamsterkäufe: Sprit für die letzten Tage der MenschheitZur Großansicht
AP

Benzin-Hamsterkäufe: Sprit für die letzten Tage der Menschheit

Ganz besonders sollte man freilich den Tipp beherzigen, wichtige Webseiten und Überlebensanleitungen rechtzeitig auszudrucken. Das Web dürfte nämlich nach dem Ende nicht mehr funktionieren.

Geld, Gold und Knäckebrot

Bei der "Huffington Post" scheint man dagegen zu fürchten, dass das Ende der Welt womöglich nicht mit dem Ende aller Sorgen einhergehen wird. So hat sich das Online-Magazin ausführlich mit dem Thema beschäftigt: Wie bringe ich mein Geld vor dem Weltuntergang in Sicherheit? Die befragten Experten kommen zu dem erstaunlichen Ergebnis, dass man vorher seinen Schulden begleichen sollte.

Gold: Immer eine sichere Sache, auch, wenn die Welt untergehtZur Großansicht
REUTERS

Gold: Immer eine sichere Sache, auch, wenn die Welt untergeht

Die übrigen Tipps sind naheliegend: Besorgen Sie Bargeld, legen Sie Erspartes in Edelmetallen an und investieren Sie den Rest in Vorräte. Aber das macht man so kurz vor den Weihnachtsfeiertagen sowieso (bis auf das mit den Goldbarren vielleicht). Auch wenn die Welt nicht untergeht, werden viele Geschäfte ja bald tagelang geschlossen sein.

Die letzte App braucht kein Handynetz

So lange man noch eine Möglichkeit hat, den Akku aufzuladen, sollte man nicht auf die Dienste seines Smartphones verzichten. Spezialisierte Apps können ein Hort der Weisheit sein. So wie iSurvival, eine App in der mehrere Überlebenshandbücher der US-Army zusammengefasst sind. Die erklären beispielsweise, wie man im Wald sauberes Wasser findet oder ohne Streichholz ein Feuer entzündet. Man könnte sich natürlich auch noch schnell ein Buch kaufen. Das hält nach dem Ende der Stromversorgung vermutlich länger durch.

Here-Maps von Nokia: Rechtzeitig offline abspeichernZur Großansicht
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Here-Maps von Nokia: Rechtzeitig offline abspeichern

Von der oft vorgebrachten Idee, Apps für soziale Netzwerke mitzunehmen oder sich bei der Orientierung auf Google Maps zu verlassen, ist abzuraten. Wenn das Internet nicht mehr funktioniert, sind diese Apps nur nutzlose Speicherplatzfresser. Offline taugen nur Navi-Apps, die ihre Karten auf dem Handy speichern können: Skobblers Forever Map, Navigon, Tomtom und Nokia zum Beispiel. Aber bitte nicht vergessen, die möglicherweise benötigten Karten rechtzeitig aufs Handy zu laden. Und Vorsicht: Verkehrsblockaden durch liegengebliebene Autos werden nach der Apokalypse vermutlich nicht mehr aktuell angezeigt.

Superkleber heilt alle Wunden

Darüber, was man sonst so alles braucht, um den letzten Tag zu überleben, herrscht im Web Uneinigkeit. Die Website survivetheapocalypse.net geht das Thema pragmatisch an, liefert eine Liste, die Dinge wie Wollsocken, Angelschnur und ein Klappmesser aufführt. Im Grunde ist das nicht mehr als ein Leitfaden für eine Woche auf dem Campingplatz - abgesehen von dem Rat, sich eine Waffe zu besorgen.

Sehr viel konkreter ist Fox News die Frage angegangen und hat eine Liste wichtiger Ausrüstungsgegenstände samt Preisen zusammengestellt. Demnach kostet das Überleben der Maya-Apokalypse 441 Dollar (335 Euro). Viel bekommt man dafür nicht, aber Wichtiges. Einen luxuriösen Campingkocher beispielsweise, der auch Akkus auflädt, einen Kunststoffsack als Waschmaschinenersatz und vor allem ein "Pandemie-Schnellset" samt Kunststoff-Overalls und und Haarnetzen.

Schutzanzüge: Laut "Fox News" Handgepäck für die ApokalypseZur Großansicht
DPA

Schutzanzüge: Laut "Fox News" Handgepäck für die Apokalypse

Dem Tech-Blog Mashable hingegen scheint nur eines wichtig: Das iPhone muss vor drohenden Gefahren geschützt werden. Dass man auch mit geringem finanziellem Aufwand überleben kann, zeigt dagegen der Autor Tom Price mit seinem Aufsatz "Wie man die Apokalypse mit 20 Dollar und dem Zeug in seiner Wohnung übersteht". Er empfiehlt unter anderem eine Tube Superkleber, um kleine Wunden zu flicken. Und wem das alles nicht reicht, dem sei ein Blick auf Amazons Zombie-Vorbereitungsset empfohlen. Die meisten der dort aufgelisteten Dinge kann man auch ohne Zombies gut gebrauchen. Abgesehen von der Neopren-Totenschädelmaske und der Kevlar-Unterwäsche vielleicht.

Überleben im Porno-Bunker

Vivos-Luxusbunker: "Lebensversicherung für die nächste furchtbare Katastrophe"Zur Großansicht
AFP/ Vivos Group

Vivos-Luxusbunker: "Lebensversicherung für die nächste furchtbare Katastrophe"

Während sich manche Apokalypse-Fanatiker enge, kleine, dunkle Bunker in den Garten gebaut haben, sorgen einige Wohlhabende Angsthasen mit edlen Rückzugsplätzen dafür, dass sie einen guten Blick auf die Welt nach der Katastrophe haben. Das Online-Immobilienmagazin "Curbed" hat Informationen und Bilder von einigen der schönsten, größten und teuersten Bunker der Welt zusammengetragen.

Es gibt beispielsweise edel umgebaute ehemalige Militärbunker, bunkerbestückte Villen und Neubauprojekte wie die Vivos-Bunker mit "Lounge Areas" und Zahnarztpraxis oder das Survival Condo, ein zu Luxus-Bunkerwohnungen umgebautes Atomraketensilo. Pech für Spätentschlossene Millionäre: Letzteres ist bereits ausverkauft.

Nicht rechtzeitig fertig geworden ist dagegen das verwegene Bunkerprojekt eines kalifornischen Nacktfilm-Unternehmens. Deren Porno-Bunker sollte 1500 Personen Schutz bieten. Dort sollten Darsteller, Mitarbeiter und ausgewählte Kunden es sich nach dem Ende der Welt bei Tabledance und Bier aus der integrierten Mini-Brauerei gutgehen lassen.

Viel Mayonnaise

Wenn alle vom Ende aller Tage sprechen, darf John Hodgson nicht fehlen. Der Schauspieler ist als Werbefigur berühmt geworden. In Apples Mac-vs.-PC-TV-Spots stellte er lange den PC dar, gab der Figur mit seinem Humor eine liebeswerte Tragik, heute gastiert er unter anderem in Jon Stewarts "Daily Show". Jetzt hat er - angeblich nicht ganz freiwillig - ein Video gedreht, in dem auch er Tipps zum Überleben des Weltuntergangs gibt. Schön anzusehen aber bitte: nicht ernst nehmen.

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insgesamt 35 Beiträge
Scriptmaster 19.12.2012
Schon der erste Satz im Teaser ist schlicht falsch. Wie kann es eigentlich sein, dass SPON und Spiegel sich qualitativ derart unterscheiden?
Schon der erste Satz im Teaser ist schlicht falsch. Wie kann es eigentlich sein, dass SPON und Spiegel sich qualitativ derart unterscheiden?
neu_ab 19.12.2012
Nö, offenbar nicht. Wir haben jetzt 15:22 Uhr. Demnach müssten Tonga, halb Australien & noch ein paar unwichtige Inseln, die ja sowieso bald von der ERDERWÄRMUNG plattgemacht werden, schon annihiliert worden sein, oder? [...]
Zitat von sysopNach dem Maya-Kalender steht die Apokalypse bevor.
Nö, offenbar nicht. Wir haben jetzt 15:22 Uhr. Demnach müssten Tonga, halb Australien & noch ein paar unwichtige Inseln, die ja sowieso bald von der ERDERWÄRMUNG plattgemacht werden, schon annihiliert worden sein, oder? (siehe "Datumsgrenze").
Etwas Wichtiges haben die alle vergessen: Den Hut aus Alufolie.
Etwas Wichtiges haben die alle vergessen: Den Hut aus Alufolie.
Nonvaio01 19.12.2012
es steht kein Weltuntergang before, wenn Sie sich etwas damit auskennen wuerden, haetten Sie schreiben muessen das nach dem Maya Kalendar ein Zyklus zuende geht, die Mayas haben in Zyklen gerechnet. Das mit dem Weltuntergang ist [...]
es steht kein Weltuntergang before, wenn Sie sich etwas damit auskennen wuerden, haetten Sie schreiben muessen das nach dem Maya Kalendar ein Zyklus zuende geht, die Mayas haben in Zyklen gerechnet. Das mit dem Weltuntergang ist eine erfindung von uns. Aber was solls Weltuntergang verkauft sich besser.
MashMashMusic 19.12.2012
Die Welt geht doch erst Freitag unter ...
Zitat von neu_abNö, offenbar nicht. Wir haben jetzt 15:22 Uhr. Demnach müssten Tonga, halb Australien & noch ein paar unwichtige Inseln, die ja sowieso bald von der ERDERWÄRMUNG plattgemacht werden, schon annihiliert worden sein, oder? (siehe "Datumsgrenze").
Die Welt geht doch erst Freitag unter ...
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  • Mittwoch, 19.12.2012 – 15:05 Uhr
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Mythos Maya-Kalender
REUTERS/ INAH

Am 21. Dezember 2012 geht die Welt unter - jedenfalls wenn man vermeintlichen Experten oder besonders besorgten Mitmenschen glauben mag. Sie berufen sich auf den Kalender der Maya, hier stehe dies so drin. Stimmt aber nicht: In der Tat weist die Inschrifttafel eines Sarkophags in der alten Maya-Stadt Tortuguero auf ein Ereignis im Jahr 2012 hin. Und am 21. Dezember 2012 endet ein Zyklus im Kalender der Maya. Nur bedeutet das alles nicht, dass die Welt endet.

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