Medienbericht: YouTube-Player Muziic darf angeblich weitermachen

Der YouTube-basierte Streaming-Player Muziic hat laut dem Fachdienst "Cnet" grünes Licht von Google bekommen. YouTube verweigert bislang eine klare Stellungnahme - um die Musikkonzerne während der laufenden Lizenzverhandlungen nicht zu vergrätzen?

Musik-Streaming: Der Player Muziic hat angeblich grünes Licht von YouTube bekommen

Musik-Streaming: Der Player Muziic hat angeblich grünes Licht von YouTube bekommen

Der erst kürzlich aus der Taufe gehobene Musik-Player Muziic, der Songs direkt aus der YouTube-Datenbank streamt, darf angeblich mit einigen Änderungen bestehen bleiben. Das schreibt jedenfalls der US-amerikanische Online-Dienst cnet.com und beruft sich dabei auf den Muziic-Erfinder David Nelson.

Der 15-Jährige behauptet, Google habe einige Änderungen verlangt, dem Streaming-Dienst aber im Großen und Ganzen grünes Licht gegeben. Um den Nutzungsrichtlinien des Unternehmens gerecht zu werden, soll es unter anderem notwendig sein, das zum Song gehörende YouTube-Video, das bislang in einem Fensterchen von Briefmarkengröße gezeigt wurde, in größerer Form in den Desktop-Player einzubinden.

Bei Google und YouTube in Deutschland will man zu der angeblichen Übereinkunft derzeit keine Stellung nehmen. YouTube-Deutschland-Sprecher Henning Dorstewitz erklärte auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE lediglich, er könne Gespräche zwischen dem Unternehmen und dem Entwickler des Muziic-Players derzeit nicht bestätigen.

Lizenzverhandlungen sind noch nicht abgeschlossen

Das Gerücht kommt für Google zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Derzeit verhandelt YouTube mit den Musikkonzernen über eine Verlängerung der Lizenzen, außerdem soll ein gemeinsames Videoclip-Angebot von YouTube und Universal Music in Planung sein. Nur mit Sony besteht derzeit ein gültiger Lizenzvertrag für das Zeigen von Musikvideos, die Verhandlungen mit Emi und Warner sind noch nicht abgeschlossen.

Sollte sich die Übereinkunft zwischen Nelson und Google bestätigen, wäre Muziic der erste derartige Streaming-Dienst, der offiziell als legal, zumindest aber als nicht zu beanstanden anerkannt wurde. Das könnte die Musikkonzerne vergrätzen, die seit einiger Zeit wegen Urheberrechtsverletzungen hart gegen Muziic ähnelnde Streaming-Dienste vorgehen. Zurzeit laufen mehrere Verfahren gegen bekannte Angebote, zum Beispiel gleich zwei Klagen der Labels Warner, Rhino, Electra, Emi und Capitol gegen die populäre Streaming-Seite seeqpod.com.

Im Fall Muziic haben die großen Labels laut cnet.com jedoch bislang noch nicht Stellung genommen. Dabei dürften sie den Player mittlerweile kennen, hat doch Muziic in den vergangenen Wochen sehr schnell mediale Aufmerksamkeit bekommen, was nicht nur am jungen Alter seines Erfinders liegen dürfte. Tech-Kommentatoren und Musikfans schätzen die iTunes-ähnliche Oberfläche des Players und feiern Muziic als hochinnovativen personalisierten Dienst, mit dem man alle bei YouTube vorhandenen Songs endlich auf dem Desktop organisieren kann - ohne eingeblendete Werbung oder die Musikvideos sehen zu müssen. Zumindest auf letzteren Vorteil werden die Nutzer nach dem Download der Software-Updates verzichten müssen.

Laut Mark Nelson, Vater des jugendlichen Muziic-Programmierers David und Mit-Entwickler der Software, haben bereits die ersten Investoren Interesse an dem Player bekundet.

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