Copyright Musikindustrie lässt Kim Dotcoms Musikalbum löschen

Kim Dotcom verschenkt sein Musikalbum im Internet - wenn nicht gerade die Musikindustrie wieder die Löschung beantragt. Diese Fehler nutzen jetzt Freunde des illegalen Filesharings.

Kim Dotcom (Archivbild): Musikindustrie geht gegen "Good Times" vor
Getty Images

Kim Dotcom (Archivbild): Musikindustrie geht gegen "Good Times" vor


Ausgerechnet beim vorgeblichen notorischen Copyright-Verletzer Kim Dotcom hat der Musikverband Ifpi danebengegriffen. Der Branchenverband verlangte vom Dateispeicherdienst Mega, ein Musikalbum namens "Good Times" wegen Verstoßes gegen das Copyright von den Servern zu entfernen.

"Good Times" ist aber ausgerechnet ein Album, das von Kim Dotcom Anfang des Jahres veröffentlicht worden war. Dotcom verlinkte von seiner persönlichen Homepage auf Mega, wo Interessenten sich das Ergebnis seiner künstlerischen Bemühungen kostenlos herunterladen können. Mega war von Kim Dotcom gegründet worden, nachdem die Behörden seinen Dateispeicherdienst Megaupload wegen illegaler Kopien geschlossen hatten.

Als das Album in der vergangenen Woche plötzlich von dort verschwand, fragte "TorrentFreak" bei Mega nach. Dort hieß, das Ifpi-Ersuchen sei mit Verweis auf eine Reihe von Musikern erfolgt, deren Rechte durch besagten Link verletzt würden. Allerdings sei Kim Dotcom nicht als betroffener Ifpi-Künstler aufgeführt worden.

Schon Mitte August hatte die Ifpi zur Entfernung des Links aufgefordert, seinerzeit mit dem Hinweis auf das Album "The Golden Echo" der neuseeländischen Sängerin Kimbra. Megas Chief Compliance Officer Stephan Hall erklärte, es handele sich hier eindeutig um eine fehlerhafte Entfernungsaufforderung. "Das macht deutlich, dass die Ifpi ihre Hausaufgaben nicht gemacht hat und dass ihren Ersuchen grundsätzlich nicht vertraut werden kann."

Diese Art fehlerhafter Copyright-Beschwerden sei kein Einzelfall, stellt "TorrentFreak" fest. Auch Dotcoms früherer Sharehoster Megaupload habe regelmäßig derartige unbegründete Anfragen erhalten. 20 Prozent der Ersuchen seien reiner Schwindel gewesen, hatte Dotcom 2013 behauptet.

Die USA werfen Dotcom vor, mit der Verbreitung von Raubkopien durch das vom FBI geschlossene Megaupload ein Millionenvermögen angehäuft zu haben. Er war nach einer spektakulären Razzia im Januar 2012 in seinem Anwesen bei Auckland festgenommen, dann aber auf Kaution wieder auf freiem Fuß gesetzt worden. Bei einer Verurteilung wegen Unterschlagung und umfangreicher Urheberrechtsverletzungen drohen Dotcom in den USA bis zu 20 Jahre Haft. Er weist die Vorwürfe zurück.

meu



insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
tadamtadam 04.09.2014
1. na klar...
... gehört sein album gelöscht... schlichtweg, weil es einfach scheiße ist.
Frokuss 04.09.2014
2. ehm...
Demzufolge gehört Ihr Kommentar auch gelöscht? wenn die Welt doch nur so einfach wäre...
drnice1983 04.09.2014
3.
Also gehören 99% aller Lieder weltweit gelöscht, schließlich finde ich die auch nicht gut.
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