Überraschende Ansage Liebe Leserin, lieber Leser,

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In dieser Woche soll es endlich kommen: Das finale Ergebnis der Bundestagswahl. Auf der Seite des Bundeswahlleiters heißt es, mit dem endgültigen amtlichen Ergebnis sei am Donnerstag zu rechnen. Bis jetzt gibt es nur ein vorläufiges Ergebnis.

Auch wenn wohl keine Überraschungen zu erwarten sind: Über Wochen ist das vorläufige Ergebnis die Wahrheit im Land. Die könnte theoretisch manipuliert werden, haben wir vor einigen Wochen berichtet. Denn bei der Bundestagswahl kam Software zum Einsatz, die IT-Experten für höchst unsicher halten. Sie wird für die Berechnung des vorläufigen Wahlergebnisses genutzt. Ein möglicher Hackerangriff könnte das endgültige Ergebnis also nicht verfälschen - aber mit falschen vorläufigen Ergebnissen Verwirrung stiften.

Präsentation der Software PC Wahl, die auch bei der Bundestagswahl zum Einsatz kam

Präsentation der Software PC Wahl, die auch bei der Bundestagswahl zum Einsatz kam

Bisher deutet nichts auf einen Hackerangriff hin. In einem solchen Fall wären wohl auch längst Unstimmigkeiten aufgefallen, etwa zwischen Hochrechnungen und vorläufigen Ergebnissen.

Allerdings wäre "Verwirrung" ein schwaches Wort für das, was in Deutschland los wäre, käme in dieser Woche ein deutlich anderes Ergebnis zutage. Deshalb halte ich es für dringend geboten, künftig für sichere Software-Lösungen bei der Wahl zu sorgen - auch dann, wenn es "nur" um das vorläufige Wahlergebnis geht.

Microsoft-Manager verabschiedet Windows-Handys

Joe Belfiore
AP/dpa

Joe Belfiore

Überraschend deutliche Ansage auf Twitter: Am Wochenende erklärte Microsoft-Manager Joe Belfiore die Mobilversion von Windows faktisch für tot. Auf die Frage eines Nutzers auf Twitter, ob es an der Zeit sei, sich von Windows Mobile zu trennen, antwortete er zunächst, dass man berufliche Anwender weiter unterstützen werde, er selbst als Privatanwender aberlängst zu einem anderen System gewechselt sei. Belfiore war schon öfter mit einem iPhone gesehen worden. Auf Nachfrage eines anderen Nutzers verdeutlichte er, dass Microsoft weder an neuen Funktionen, noch an neuer Hardware arbeite.

Verwunderlich ist dieser Schritt nicht. Gegen Android und iOS hat sich Windows nie behaupten können. Derzeit liegt Microsofts Marktanteil bei Smartphones unter einem Prozent. Das letzte Mal, dass wir uns ein Microsoft-Handy genauer angeschaut haben, war Anfang 2016. Danach kam nicht Berichtenswertes mehr.

Microsofts Weg im Mobil-Business wird künftig ein anderer sein und hat sich seit Langem abgezeichnet. Der Konzern entwickelt Mobilversionen seiner Programme und Onlineangebote für iOS und Android. Von den Office-Programmen (Android/iOS) über eine Selfie-App (Android/iOS) und PC-Fernsteuerungssoftware (Android/iOS) bis zum legendären "Solitaire" (Android/iOS) hat der Konzern Dutzende Apps im Angebot. Sein jüngstes Projekt ist es, den Edge-Browser für Mobiltelefone anzupassen. Microsoft wird also nicht aus dem Smartphone-Markt verschwinden, Windows schon.

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Netzkongress in München

Ende der Woche findet in München der Zündfunk Netzkongress 2017 statt. Das Bayern 2-Szenemagazin "Zündfunk" bringt gemeinsam mit der Süddeutschen Zeitung und dem Münchner Volkstheater bekannte Netz-Aktivisten, Blogger, Politiker, Wissenschaftler, Künstler und Journalisten auf die Bühne. Auch das Netzwelt-Ressort von SPIEGEL ONLINE ist diesmal mit dabei: Markus Böhm, Angela Gruber und ich stellen die Zukunftsvisionen unserer Leser vor, die wir im Forum unter unseren Netzwelt-Artikeln gefunden haben.


Seltsame Digitalwelt: Designer-Werbung nach Maß

Vor ein paar Tagen war ich einen Abend allein zuhause - die perfekte Gelegenheit, auf Netflix einen Film zu sehen, für den ich sonst in unserem Haushalt keine Mehrheit bekäme. Die Wahl fiel diesmal auf "Coco Chanel - Der Beginn einer Leidenschaft". Jawohl.

Ich sah den Film über ein Extra-Gerät und einen Netflix-Account, der nicht auf meinen Namen läuft. Doch als ich kurz darauf kurz auf mein Diensthandy schaute, erschien in meiner Twitter-Timeline Werbung für Chanel. Ich stutzte. Ein Zufall? Wahrscheinlich nicht. Beide Geräte waren im selben WLAN angemeldet - also konnte man mich vermutlich über die IP-Adresse finden und "gezielt" mit Werbung versorgen. So fiel mir die Anzeige unangenehm auf, und die Marke hinterließ einen negativen Beigeschmack. Unter manchen Werbeleuten gilt auch das als Erfolg. Na dann: Glückwunsch!

App der Woche: "Stranger Things"
getestet von Sebastian Meineck

BonusXP, Inc.

Vor dem Start der zweiten Staffel "Stranger Things" ist das Handyspiel zur Mystery-Serie erschienen. Wie die Serie lässt das Spiel die Achtzigerjahre wieder aufleben. Während "Stranger Things" auf Netflix an Stephen King-Romane und den Film "E.T. - der Außerirdische" erinnert, bedient sich die App an der Pixeloptik alter Point-and-Click-Abenteuer. Der Spieler streift mit dem Polizisten Jim Hopper durch das Dorf Hawkins und gruselt sich im Düsterwald.

Gratis von BonusXP, Inc., ohne In-App-Käufe: iOS, Android

Fremdlink: Drei Tipps aus anderen Medien

  • "Smart jewelry tested: do beautiful devices have the brains to compete?" (Englisch, zwölf Leseminuten)
    Jenseits von Fitness-Armbändern hat sich eine Tech-Journalistin für "Ars Technica" smarten Schmuck genauer angesehen: einen Ring, zwei Armbänder und einen Kettenanhänger. In Ihrem Testbericht verrät sie, ob die intelligenten Accessoires konkurrenzfähig sind.
  • "Seine Mission: Für das FBI Botnetze ausschalten" (sieben Leseminuten)
    Ein IT-Sicherheitsforscher aus Bonn hat dem FBI bei der Jagd auf einen Hacker geholfen - und den Kollegen von sueddeutsche.de anschließend seinen Einsatz erklärt.
  • "14 smarte Netflix-Tricks, die jeder kennen sollte" (acht Leseminuten)
    Die Kollegen von "Motherboard" verraten unter anderem Kniffe, wie Netflix-Nutzer auf die amerikanische Version zugreifen, einen gemeinsamen Filmabend in verschiedenen Städten erleben oder ohne Unterbrechung viele Serien-Folgen am Stück ansehen können.

Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Woche,

Judith Horchert

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insgesamt 61 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Rubyconacer 09.10.2017
1. 1 Prozent
Apple hat auch nur 13% Marktanteil. Naja, Windows war von Anfang an eine Todgeburt. Falls Android weiter verbessert werden sollte, geht der IOS-Marktanteil sicher weiter zurück.
inovatech 09.10.2017
2. Totgeburt?
Zitat von RubyconacerApple hat auch nur 13% Marktanteil. Naja, Windows war von Anfang an eine Todgeburt. Falls Android weiter verbessert werden sollte, geht der IOS-Marktanteil sicher weiter zurück.
Aber erst seit dem 2. Relaunch. Zu Zeiten von Windows Mobile 6.x war die Welt noch in Ordnung, es gab Anwendungen (Apps) und alles war gut. Keine Ahnung was die Manager bei MS so im Kopf hatten, aber ein Betriebssystem lebt von Anwendungen. Wenn ich mir den Appstore von MS so anschaue wird alles klar. Da half auch keine gute Hardware (Luma) mehr.
joe_ 09.10.2017
3.
Ich benutze (noch) ein Windows Phone und bin nach wie vor von der Funktionalität begeistert. Schade, dass die Entwicklung eingestellt wurde.
archie4strings 09.10.2017
4. Traurig
das MS damit aufhört. Ich hatte die letzten 4 Jahre über 2 unterschiedliche Windows-Smartphones im unteren Preissegment und ich war immer hochzufrieden. Nun hab ich seit einem Monat ein Smartphone mit Android. Ich finde das Betriebssytem deutlich undurchsichtiger und auch nerviger (Benachrichtigung etc. ) Außer der Vielzahl an Apps wüsste ich nicht, warum man das kaufen sollte. Ich habs auch nur gemacht, weil es kein aktuelles Smartphone mit Windows gibt.
hr.schnackermüller 09.10.2017
5. Microsoft.....
.....hat sich einfach nicht getraut, konsequent Smartphones für den weitgehend Spieltrieb befreiten erwachsenen User zu kreieren. Stattdessen wurde von allem ein bißchen gemacht , und das auch nicht richtig. Noch pflege ich mein 1520er. Aber was kommt dann?
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