Alles auf Skype: Microsoft beerdigt seinen Messenger

Der Microsoft Messenger hat seinen Dienst getan: Anfang kommenden Jahres wird das 1999 gestartete Programm eingemottet werden. Die Nutzer sollen auf Skype umsteigen. Das wird nicht allen gefallen.

Skype-Logo: Microsoft hat den erfolgreichen Dienst 2011 übernommenZur Großansicht
REUTERS

Skype-Logo: Microsoft hat den erfolgreichen Dienst 2011 übernommen

Anfang der Woche machten erste Berichte die Runde, am Dienstag folgte die Bestätigung durch Skype-Chef Tony-Bates: Microsoft stellt seinen Live Messenger ein, künftig setzt der Konzern ganz auf Skype. Die Nutzer sollen wechseln. Microsoft hatte Skype 2011 für 8,5 Milliarden Dollar übernommen. Schon jetzt, so "The Verge", würden 80 Prozent der über Skype versandten Nachrichten über die Messenger-Infrastruktur verarbeitet.

Den Beginn der Umstellungsaktion markierte Ende Oktober 2012 die Veröffentlichung von Skype 6.0 für Mac und Windows, die eine Skype-Anmeldung mit einem Microsoft-Account erlaubte. Nun soll die Aktualisierung auf die jüngste Skype-Version nach Anmeldung mit einem Microsoft-Profil auch automatisch die bisherigen Messenger-Kontakte erfassen.

Das endgültige Aus für den Messenger wird Bates zufolge im ersten Quartal 2013 kommen. Lediglich in China werde das Messenger-Angebot fortgeführt. Dort existiert eine modifizierte Skype-Version, die der chinesischen Zensur unterliegt.

Für Microsoft endet damit eine Geschichte, die 1999 ihren Anfang genommen hatte. Damals wurde der seinerzeit noch als MSN Messenger bezeichnete Dienst erstmals vorgestellt. Dass Microsoft langfristig kein Interesse mehr an der Fortführung haben könnte, ließ sich in den Augen mancher Beobachter auch an der Tatsache ablesen, dass das letzte Messenger-Update bereits im März ausgeliefert wurde.

Mitschnitt und Filterung

Den Umzug zu Skype werden Freunde der Privatsphäre mit gemischten Gefühlen sehen. Schon die Geschäftsbedingungen für den Messenger sahen den Mitschnitt und die Filterung von "E-Mail-Nachrichten, Chats oder Fotos" vor. Auch die zentrale Datenverwaltung bei Skype ermöglicht den Betreibern weitreichenden Zugriff auf Nutzerdaten, mit zum Teil schmerzhaften Folgen für die Betroffenen.

So gab Skype im Jahr 2010 ohne richterliche oder staatsanwaltschaftliche Anordnung, nur auf Ersuchen eines privaten Sicherheitsdienstes, die Nutzerdaten eines damals 16-jährigen Niederländers heraus. Dem Minderjährigen wurde die Beteiligung an DDoS-Attacken gegen den Online-Finanzdienst PayPal vorgeworfen. Diese Massenangriffe ereigneten sich im Rahmen der "Operation Payback", die sich gegen Boykott-Maßnahmen mehrerer Finanzdienstleister gegen die Enthüllungsplattform WikiLeaks richteten. Kurz darauf war der junge Niederländer festgenommen worden.

meu

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insgesamt 13 Beiträge
petrasha 07.11.2012
mein messenger ist schon eingemottet lach
mein messenger ist schon eingemottet lach
angst+money 07.11.2012
Vor allem denen, die so viel Zeit und Mühe aufgewendet haben, das hartnäckige Mistding aus dem Autostart zu entfernen. Das ist jetzt alles nutzloses Wissen.
Zitat von sysopDer Microsoft Messenger hat seinen Dienst getan: Anfang kommenden Jahres wird das 1999 gestartete Programm eingemottet werden. Die Nutzer sollen auf Skype umsteigen. Das wird nicht allen gefallen. Microsoft ersetzt Windows Live Messenger durch Skype - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/web/microsoft-ersetzt-windows-live-messenger-durch-skype-a-865765.html)
Vor allem denen, die so viel Zeit und Mühe aufgewendet haben, das hartnäckige Mistding aus dem Autostart zu entfernen. Das ist jetzt alles nutzloses Wissen.
shardan 07.11.2012
Spannend wird das Sowieso. Skype ist auch ein Voice-Dienst, also ein "Internet-Telefon". Wie geht es dann mit den Lieblingskunden wie der Telekom weiter, wenn das neue MS-Tablett Skype draufhat, die Kunden aber damit [...]
Spannend wird das Sowieso. Skype ist auch ein Voice-Dienst, also ein "Internet-Telefon". Wie geht es dann mit den Lieblingskunden wie der Telekom weiter, wenn das neue MS-Tablett Skype draufhat, die Kunden aber damit nicht telefonieren können, weil die Telekom das lieber blockieren möchte? Bei den bisherigen Datennetzen per GPRS/UMTS ist das "Voicen" meist schon in den Vertragsbedingungen untersagt - das kostet zu wenig Gebühren ;) ICQ ist nicht wirklich eine Alternative - ein Dienst, der sich in seinen AGBen vorbehält, mit den dort geschriebenen Chats zu machen, was er will... dann kann ich auch bei Skype bleiben. Oovoo (www.oovoo.com) kenne ich nur dem Namen nach... und dann wird die Luft schon recht dünn mit Alternativen. Der freie Jabber-Sever ist kaum irgendwo insalliert und ein hakeliges Etwas, außer einigen Technik-Enthusiasten nutzt das keiner. Frazenbook usw kommen, grade hinsichtlich Provacy, sowieso nicht in Frage.
cluehr 07.11.2012
Hallo Ich benutze schon seit Jahren Pidgin als freien Messanger. Er meldet sich bei allen Netzen ein und ist sogar modifizierbar. Auch Trillion oder MIranda sind zwei Alternative Chatclients.
Hallo Ich benutze schon seit Jahren Pidgin als freien Messanger. Er meldet sich bei allen Netzen ein und ist sogar modifizierbar. Auch Trillion oder MIranda sind zwei Alternative Chatclients.
ralf_si 07.11.2012
Gleiches gilt für Google. Derzeit verwenden wir Bravis.
Zitat von shardan... Frazenbook usw kommen, grade hinsichtlich Provacy, sowieso nicht in Frage.
Gleiches gilt für Google. Derzeit verwenden wir Bravis.
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  • Mittwoch, 07.11.2012 – 11:01 Uhr
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Zum Autor
  • Richard Meusers sitzt im Garten und sieht seinen Blumen beim Wachsen zu. Ansonsten hat er ein Auge auf Digitales und Mediales.

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