Anfang der Woche machten erste Berichte die Runde, am Dienstag folgte die Bestätigung durch Skype-Chef Tony-Bates: Microsoft stellt seinen Live Messenger ein, künftig setzt der Konzern ganz auf Skype. Die Nutzer sollen wechseln. Microsoft hatte Skype 2011 für 8,5 Milliarden Dollar übernommen. Schon jetzt, so "The Verge", würden 80 Prozent der über Skype versandten Nachrichten über die Messenger-Infrastruktur verarbeitet.
Den Beginn der Umstellungsaktion markierte Ende Oktober 2012 die Veröffentlichung von Skype 6.0 für Mac und Windows, die eine Skype-Anmeldung mit einem Microsoft-Account erlaubte. Nun soll die Aktualisierung auf die jüngste Skype-Version nach Anmeldung mit einem Microsoft-Profil auch automatisch die bisherigen Messenger-Kontakte erfassen.
Das endgültige Aus für den Messenger wird Bates zufolge im ersten Quartal 2013 kommen. Lediglich in China werde das Messenger-Angebot fortgeführt. Dort existiert eine modifizierte Skype-Version, die der chinesischen Zensur unterliegt.
Für Microsoft endet damit eine Geschichte, die 1999 ihren Anfang genommen hatte. Damals wurde der seinerzeit noch als MSN Messenger bezeichnete Dienst erstmals vorgestellt. Dass Microsoft langfristig kein Interesse mehr an der Fortführung haben könnte, ließ sich in den Augen mancher Beobachter auch an der Tatsache ablesen, dass das letzte Messenger-Update bereits im März ausgeliefert wurde.
Mitschnitt und Filterung
Den Umzug zu Skype werden Freunde der Privatsphäre mit gemischten Gefühlen sehen. Schon die Geschäftsbedingungen für den Messenger sahen den Mitschnitt und die Filterung von "E-Mail-Nachrichten, Chats oder Fotos" vor. Auch die zentrale Datenverwaltung bei Skype ermöglicht den Betreibern weitreichenden Zugriff auf Nutzerdaten, mit zum Teil schmerzhaften Folgen für die Betroffenen.
So gab Skype im Jahr 2010 ohne richterliche oder staatsanwaltschaftliche Anordnung, nur auf Ersuchen eines privaten Sicherheitsdienstes, die Nutzerdaten eines damals 16-jährigen Niederländers heraus. Dem Minderjährigen wurde die Beteiligung an DDoS-Attacken gegen den Online-Finanzdienst PayPal vorgeworfen. Diese Massenangriffe ereigneten sich im Rahmen der "Operation Payback", die sich gegen Boykott-Maßnahmen mehrerer Finanzdienstleister gegen die Enthüllungsplattform WikiLeaks richteten. Kurz darauf war der junge Niederländer festgenommen worden.
meu
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