Betriebssysteme Windows 7 geht in Rente - und wird immer beliebter

Microsoft bereitet sich auf Windows 10 vor, doch die Nutzer hadern noch mit den Vorgängern. Windows 7 ist am beliebtesten, Windows 8 hat sich nicht durchgesetzt - und viele nutzen immer noch das veraltete XP. Ein Sicherheitsfiasko.

Windows-7-Verpackungen: Hersteller sollen keine neuen Rechner mehr damit bespielen
dpa

Windows-7-Verpackungen: Hersteller sollen keine neuen Rechner mehr damit bespielen


Das nach Computermaßstäben uralte Windows XP ist laut dem Marktforschungsunternehmen Net Applications ein halbes Jahr nach seinem endgültigen Support-Ende noch immer auf 17 Prozent aller Internetrechner installiert. Das könnte man fast als gute Nachricht sehen: Noch im Oktober lief das zwölf Jahre alte XP auf knapp 24 Prozent der untersuchten Computer. Es bleibt eine Katastrophe, denn es bedeutet, dass ein Fünftel aller ans Internet angeschlossenen Rechner klaffende Sicherheitslücken haben, die von keinem Windows-Servicepack oder -Patch mehr geschlossen werden.

Nach den Zahlen von Net Applications kann sich Windows 8 hingegen noch immer nicht durchsetzen. Windows 8 und Windows 8.1 - veröffentlicht im Oktober 2012 bzw. 2013 - kommen zusammen nur auf einen Marktanteil von 17 Prozent. Mit einem Anteil von 53 Prozent ist Windows 7 immer noch der große Gewinner. Überraschend wächst sein Anteil immer weiter. Vermutlich rüsten ehemalige XP-Nutzer auf Windows 7 auf.

Das Problem: Der "grundlegende Support" für Windows 7 endet bereits am 13. Januar 2015, der erweiterte Support im Januar 2020. Für Privatnutzer ist das weniger relevant, aber für Firmen steht Windows 7 damit eigentlich auch schon auf dem Abstellgleis: Der erweiterte Support beinhaltet keine kostenlosen Sicherheits-Fixes oder Funktionswünsche auf Kundenzuruf mehr; Microsoft stopft dann nur noch selbst entdeckte Sicherheitslücken und lässt das Produkt auslaufen.

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Microsofts neues Betriebssystem: Das ist Windows 10
Doch nicht genug des Ärgers für Microsoft: Weil Windows 7 noch so gut läuft, versucht PC-Hersteller Dell in den USA gerade noch möglichst viel aus dem vor der Rente stehenden Betriebssystem herauszuholen. Während Microsoft Computerhersteller auffordert, keine neuen PC mehr mit Windows 7 Home Premium zu bespielen, ruft Dell noch zum Windows-7-Kauf auf: Auf einem Website-Banner rief Dell "Windows 7 for the win" und bot 30 Prozent Rabatt auf die Software. Die Dell-Konkurrenten Lenovo und Hewlett-Packard hatten kein entsprechendes Angebot, ebenso Dell Deutschland nicht.

Windows 10 soll für Microsoft der Befreiungsschlag werden. Nicht nur überspringt der Konzern damit eine Versionsnummer, sondern vereint die Vielzahl der derzeit wenig miteinander verbundenen Windows-Fassungen - zum Beispiel die Desktop-, Tablet- und Mobile-Versionen - in die Plattform Windows 10. Das heißt, dass entsprechend angepasste Programme sowohl auf einem PC als auch auf einem Smartphone laufen.

Doch mit vielen Geschäftskunden sollte Microsoft zunächst nicht rechnen. Das Marktforschungsunternehmen Gartner sieht eine wachsende Umstiegsbereitschaft der Unternehmen auf Windows 10 erst für 2016 voraus. Dafür hat Microsoft etwas anderes in petto: Windows-7-Nutzer können direkt auf Windows 10 upgraden. Man kann das auch so interpretieren: Microsoft hat Windows 8 längst aufgegeben.

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Windows - die Chronologie: Von Windows 1 bis Windows 10

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insgesamt 89 Beiträge
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archback 03.11.2014
1. Sicherheitsfiasko?
Seit 25 Jahren werde ich vor Computerviren gewarnt. Das Internet ist ja so voller Fallen und Betrüger! Ich habe noch nie einen gesehen. Alles heiße Luft, um die menschen zu verunsichern und abzuzocken.
Darknessfalls 03.11.2014
2. Sicherheit?
Das Fazit des Teasers dürfte bei MS, Apple, Google und Co. Standard sein: ein Sicherheitsfiasko... Windows? Ehrlich? In Zeiten von NSA, GCHQ und einer desinteressierten Kandesbunzlerin sollte man längst auf Alternativen umgestiegen sein - oder sich systemkonform verhalten.
mikesch0815 03.11.2014
3. Win7 solange supporten...
...bis es einen potenten Nachfolger gibt. Vorallem für Nutzer von Geräten, die nicht mit einem Patschdisplay bedient werden, sondern präzise mit Maus, Zeichenbrett und Tastatur. Nicht alle User konsumieren nur Internet und Multimedia mit einem Computer, sondern arbeiten auch mit diesen.
merlin 2 03.11.2014
4. Falsche Entwicklungsstrategie ...
... und das ist das Ergebnis daraus. XP läuft immer noch auf diversen Notebooks, auf denen Win 7 nicht vernünftig laufen würde, und es ist mit separater Firewall und aktuellem Virenscanner nicht unsicherer als die anderen Systeme. Windows 8 und die Kacheln, aber vor allem der an allen Ecken bevormundete Benutzer ist eine klassische Fehlentwicklung. Mit 10 korrigiert MS die dicksten Klopper, aber richtig toll ist auch 10 immer noch nicht.
GrinderFX 03.11.2014
5.
Zitat von archbackSeit 25 Jahren werde ich vor Computerviren gewarnt. Das Internet ist ja so voller Fallen und Betrüger! Ich habe noch nie einen gesehen. Alles heiße Luft, um die menschen zu verunsichern und abzuzocken.
Dann wissen wir ja alle wie ihr Rechner aussieht. Denn ohne aggressiven Werbeblocker werden sie doch sogar auf Seiten wie Spiegel.de, Youtube und co. infiziert, ohne das sie sich auch nur etwas wehren können. Und kommen sie jetzt bitte nicht mit irgendwelchen Anti-Viren-Programmen oder Firewalls. Das macht ihre Aussage dann noch schlimmer.
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