Netzwelt-Ticker: Windows-Nutzer müssen Lücke selbst stopfen

Von Richard Meusers

26 Sicherheitslücken stopft Microsoft mit aktuellen Updates - doch eine wichtige Windows-Ausbesserung liefert der Konzern extra nach. Außerdem im Überblick: Spotify dudelt jetzt auch ohne Facebook, und Kabel Deutschland schreibt Traffic-Bremse für Filesharer in seine Nutzungsbedingungen.

Windows 8 (auf der Computex): Alle aktuellen Windows-Versionen sind gefährdet Zur Großansicht
REUTERS

Windows 8 (auf der Computex): Alle aktuellen Windows-Versionen sind gefährdet

An seinem monatlichen Patchday liefert Microsoft diesmal Updates für insgesamt 26 Windows-Sicherheitslücken aus. Doch nun wurde ein weiteres kritisches Windows-Leck bekannt. Es ermöglicht Hackern, bösartigen Schadcode auf die Rechner ihrer Opfer einzuschleusen, wenn sie entsprechend präparierte Webseiten besuchen. Mit fingierten E-Mails oder Instant-Messenger-Nachrichten sollen Anwender dazu verleitet werden auf Links zu klicken, die sie zu solchen Seiten mit Drive-by-Angriffen weiterleiten.

Die Gefahr geht dabei nicht nur von gefährlichen Webseiten aus, sondern auch von entsprechend präparierten Office-Dokumenten, heißt es in Googles Sicherheitsblog. Es seien vor allem Nutzer der Betriebssysteme Windows XP, Windows Vista und Windows 7 berührt. Also, wie Microsoft ausführt, sämtliche aktuell unterstützten Windows-Versionen und außerdem die Büro-Anwendungen Microsoft Office 2003 und 2007.

Das Problem ist Microsoft nach entsprechenden Warnungen von Google-Sicherheitstechnikern seit zwei Wochen bekannt. Der Konzern empfiehlt, schleunigst einen Software-Fix zu installieren, der die Ausnutzung dieser Sicherheitslücke verhindern soll, bis die Sicherheitslücke durch ein entsprechendes Update geschlossen wird.

Spotify jetzt ohne Facebook-Zwang

Die Musik-Streaming-Plattform Spotify war in Deutschland bislang nur nach einer Verknüpfung mit einem Facebook-Konto nutzbar. Nun heben die Spotify-Betreiber diesen Zwang auf. Im offiziellen deutschen Spotify-Blog teilten sie mit, zur Anmeldung reiche ab sofort die Eingabe einer E-Mail-Adresse und eines Nutzernamens auf der Spotify-Homepage aus. Die Anmeldung übers Facebook-Konto ist indes weiterhin möglich.

Kabel Deutschland führt Traffic-Bremse für Filesharer ein

Kunden von Kabel Deutschland, die beim Download großer Datenmengen die Leitungen glühen lassen, werden von ihrem Anbieter ausgebremst. Das Unternehmen hat im Mai seine Allgemeinen Geschäftsbedingungen erneuert. Dort findet der Kunde nun den Hinweis, dass bei Überlastungsgefahr des Netzes durch hohe Datenvolumina bestimmte zeitkritische Anwendungen wie Videotelefonie oder -Streaming priorisiert werden. Diese besitzen Vorrang vor anderen "normalen" Nutzungsarten wie Internetsurfen oder Social Networks, erst recht Filesharing.

Wer es bei der Nutzung von Tauschbörsen oder One-Click-Hostern übertreibt, bekommt seinen Traffic gedrosselt. Wörtlich heißt es: "Lädt ein Kunde an einem Kalendertag ein Gesamtdatenvolumen von mehr als 10 GB herunter, kann Kabel Deutschland die ihm zur Verfügung stehende Übertragungsgeschwindigkeit ausschließlich für File-Sharing-Anwendungen bis zum Ablauf desselben Tages auf 100 kbit/s für den Downstream begrenzen." Alle anderen Anwendung werden nicht beeinträchtigt.

Thalia plant Verkauf von E-Books in Filialen

Wie der "Buchreport" berichtet, will die Buchhandelskette Thalia einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der ausschließlich online auftretenden Konkurrenz von Amazon ausnutzen: seine Ladenlokale. Dort sollen ab dem 20. Juni nicht nur wie bisher gedruckte Bücher an die Leser gebracht werden, sondern auch ein E-Book-Reader namens Bookeen Cybook Odyssey. Das hauseigene Produkt Oyo habe sich nicht durchsetzen können, daher setzen die Thalia-Verantwortlichen nun auf das neue Gerät, auf dem der E-Book-Shop bereits vorinstalliert sein wird. Spezielle "E-Book-Boxen" sollen den Erwerb des virtuellen Lesefutters auch im Laden ermöglichen.

Auch das noch:

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insgesamt 18 Beiträge
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1.
marthaimschnee 13.06.2012
Korrektur: Spotify ist WIEDER ohne Facebook Account nutzbar. Und auch das ist nur die halbe Wahrheit, denn man konnte es ohne Facebook Account nutzen, wenn man seinen Spotify Account vor der Facebook Pflicht eingerichtet hatte. Bei KDG stellt sich mir die Frage: Was ist denn, wenn die 10GB nicht durch Filesharing verursacht wurden?
2. Google-Sicherheitstechnikern
chinataxi 13.06.2012
lol? sind das die gleichen die wlan daten mitschneiden und sich nun ncicht mehr rausreden können mit den floskeln "programmierfehler" der schnüffelverein nr.1 gibt also wertvolle tipps. danke. wie wäre es wenn google mal das malware problem bei android angeht?
3.
derjansel 13.06.2012
Zitat von marthaimschneeBei KDG stellt sich mir die Frage: Was ist denn, wenn die 10GB nicht durch Filesharing verursacht wurden?
Genau das habe ich mich auch gefragt :D Denn es gibt mittlerweile genügend Plattformen von Anbietern, bei denen man die bezahlten Spiele downloaden kann. Also legal, wie z.B. Steam oder Blizzard-Battlenet. Einmal WoW erneut laden und schwupps sind auch locker 15GB oder weit mehr drin. ^^
4.
vlupme 13.06.2012
Danke Kabel Deutschland, der Kunde zahlte ja nur monatlich für eine bestimmte Bandbreite und ihm ist sicher nicht zuzutrauen darüber zu bestimmen was sie damit anfangen. Hat da vielleicht jemand Kohle zugesteckte bekommen? Was die Trolle angeht sind die Teil des Internets und die effektivste Methode gegen sie ist immer noch sie zu ignorieren.
5. Kabel Deutschland
queenbuzzo 13.06.2012
Weiß jemand, ob man durch die Änderung der AGB irgendein Sonderkündigungsrecht hat? Ich sehe es eigentlich nicht ein, dass ich nicht frei über meine bezahlte Bandbreite verfügen kann. Man kann schließlich auch einiges an legalem Content über Bittorrent etc. herunterladen.
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