Multimedia-Zentrale im Wohnzimmer: Microsoft soll Xbox-Abo planen

Kampf um die Herrschaft im Wohnzimmer: Microsoft plant angeblich ein Abo-Modell für die Spielekonsole Xbox. Das Ratenzahlungsmodell soll den Preis anheben, dafür gehören zum Paket wohl Gratis-Filme und zwei Jahre Garantie. 

Microsoft-Chef Steve Ballmer an der Xbox (rechts, Archivbild): Kommt das Xbox-Abo? Zur Großansicht
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Microsoft-Chef Steve Ballmer an der Xbox (rechts, Archivbild): Kommt das Xbox-Abo?

Ein interessantes Gerücht macht gerade die Techblog-Runde: Microsoft soll die Xbox-Spielkonsole demnach künftig auch im Abo anbieten, ganz nach dem Vorbild von Handy-Verträgen. Das will Tom Warren von "The Verge" erfahren haben.

Gegen eine Anzahlung von 99 Dollar (rund 75 Euro) und monatlichen Gebühren von 15 Dollar (rund 11 Euro) können potentielle Xbox-Käufer eine Konsole mit vier Gigabyte Speicher samt Kinect-Erweiterung zur Gestensteuerung über zwei Jahre hinweg abstottern - für insgesamt 459 Dollar. Regulär kostet die Konsole derzeit im Microsoft-Shop 299 Dollar (rund 230 Euro), im freien Online-Handel oft erheblich weniger.

Für den Mehrpreis gibt es - laut Gerücht - eine Gold-Mitgliedschaft im Xbox-Live-Dienst im Wert von 120 Dollar (rund 90 Euro) und TV-Inhalte als Videostreams, die ansonsten kostenpflichtig wären. Interessanter klingt da schon das angebliche Versprechen, eine in den USA unübliche zweijährige Garantie dazugelegt zu bekommen. Wer vorzeitig aus dem Vertrag aussteigen will, soll jedoch, wie bei Handy-Verträgen, eine Strafgebühr zahlen. Wie hoch die ausfällt, ist laut Bericht aber nicht bekannt.

Was will Microsoft mit so einer Abo-Xbox? "The Verge" sieht das Paket als Angriff auf Apple TV, den US-Streamingdienst Roku und die Playstation 3 und gleichzeitig als Vorbote für Microsofts Musikshop "Woodstock", für den Microsoft "so viele Menschen wie möglich mit einer Xbox versorgen will". Auch könnte die aktuelle und nahende Generalkonkurrenz für das Konzept Spielkonsole als Grund gelten: Tablet-Computer, die an den Fernseher anschließbar sind, Smartphones, die ihr Videobild via W-Lan an einen Bildschirm übertragen, oder eine als Gerücht herumschwirrende "Steam Box" von Spiele-Hersteller und -Shopbetreiber Valve.

"Betanews" hat noch eine andere interessante Interpretation des Vorgangs: Dieses Subventionsmodell sei ein Zeichen dafür, dass im Zentrum der Xbox-Plattform nicht mehr der Spiel-Aspekt stehe, sondern andere Inhalte - Filme, Serien, Fernsehen. Die sind oft günstiger zu produzieren als Computerspiele und lassen sich flexibler und günstiger weltweit vermarkten.

Microsoft Deutschland wollte sich auf unsere Anfrage hin nicht zu Gerüchten äußern.

fko

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1.
meinmein 03.05.2012
Zitat von sysopAFPKampf um die Herrschaft im Wohnzimmer: Microsoft plant angeblich ein Abo-Modell für die Spielekonsole Xbox. Das Ratenzahlungsmodell soll den Preis anheben, dafür gehören zum Paket wohl Gratis-Filme und zwei Jahre Garantie. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,831075,00.html
Tja das waren noch Zeiten mit der alten X-Box. Da gab es bei uns Freaks, die schraubten die auf, löteten einen Chip rein, tauschten die Festplatte gegen eine größere aus, auf der auch gleich 20 Spiele drauf waren und die dann regelmäßig mit neuen Spielen upgedatet wurden und das alles für lau. Da hatte man dann am Ende für 250 Euro eine X-Box mit allen erhältlichen Spielen gehabt. Das geht natürlich nun nicht mehr.
2. Danke
antifant88 03.05.2012
Dank der Piraten gibt es bald das X-box und IPhone Abo um sonst. Danke dafür. Ihr und Oskar bekommt meine Stimme!
3. _
moev 03.05.2012
Zitat von meinmeinTja das waren noch Zeiten mit der alten X-Box. Da gab es bei uns Freaks, die schraubten die auf, löteten einen Chip rein, tauschten die Festplatte gegen eine größere aus, auf der auch gleich 20 Spiele drauf waren und die dann regelmäßig mit neuen Spielen upgedatet wurden und das alles für lau. Da hatte man dann am Ende für 250 Euro eine X-Box mit allen erhältlichen Spielen gehabt. Das geht natürlich nun nicht mehr.
Das geht mit der aktuellen (und der PS3) sehr zum Leidwesen der Hersteller immer noch genauso. Sogar noch einfacher, da muss icht mal mehr was gelötet werden Mit der zukünftigen wird es dann leider genauso gehen, den Wettkampf gegen die Produktpiraten haben die Softwarehersteller bisher ausnahmslos immer verloren. Ist leider nur eine Frage der Zeit bis die neue Generation auch geknackt wird
4. optional
stefan1904 03.05.2012
Tja das waren das noch Zeiten damals bei Schlecker. Man konnte ganze Paletten durch den Hinterausgang schieben für lau. Das geht natürlich nun nicht mehr. Spiele programmieren sich nicht von selber, sondern werden von Menschen erstellt, die für ihre Arbeit anständig entlohnt werden wollen. Die Gratis-Mentalität in Deutschland ist echt asozial.
5. Lieber auf Spiele konzentrieren!
batistuta 03.05.2012
Micorsofts Taktik ist seltsam. Sie hauen zig verschiedenene TV- Film- Musik- und was-weiss-ich für Dienste auf ihre Spielkonsole, dabei macht man die richtig dicke Kohle doch gerade mit den Spielen. Ich würde doch viel eher in gute Spielstudios investieren, aber genau da scheinen sie nicht mehr groß aktiv zu sein. Call of Duty und Fifa, zwei jährlich erscheinende Serien, machen im jahr etwa soviel Umsatz wie der komplette Appstore von Apple.
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Zum Autor
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