Aktion gegen Botnet: Microsoft und Symantec befreien acht Millionen Zombie-PC

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Microsoft und Symantec: Die Abschaltung des Bamital-Botnets Fotos
Microsoft

Mit einer gemeinsamen Aktion sind Microsoft und Symantec gegen ein riesiges Botnet vorgegangen. Jetzt wurden in zwei Rechenzentren die Kontrollserver des Zombie-Netzwerks abgeschaltet. Die Gefahr ist damit aber noch nicht gebannt.

Hamburg - "Bamital hat ins Gras gebissen": Aus der Überschrift des Blogeintrags beim Anti-Viren-Software-Hersteller Symantec klingt der Stolz über eine gelungene Aktion. Gemeinsam mit Microsoft Chart zeigen ist es dem Unternehmen gelungen, ein riesiges, seit Jahren aktives Botnet auszuschalten. Sein Name: Bamital.

Botnets sind virtuelle Netzwerke aus manchmal Tausenden, manchmal aber auch Millionen gekaperter PC. Indem sie Schadsoftware auf die Rechner argloser Netznutzer einschleusen, übernehmen die Betreiber solcher Botnets die Kontrolle über regelrechte Armeen von Computern. Per Fernsteuerung von sogenannten Kontrollservern aus geben sie den betroffenen Maschinen, die auch als Zombies bezeichnet werden, Anweisungen.

Botnets werden ebenso für den massenhaften Versand von Spam-Mails verwendet wie für konzertierte Angriffe gegen Websites, die sogenannten DDoS-Attacken (Distributed Denial of Service). Den Besitzern der zweckentfremdeten Rechner ist meist nicht bewusst, dass sie Teil einer solchen Angriffsmaschine sind. Sie können nur darauf hoffen, dass ihre Schutzsoftware die Gefahr rechtzeitig erkennt oder dass ihrem Internetprovider der ungewöhnliche Datenverkehr auf ihrer Leitung auffällt.

Eine Million Dollar pro Jahr

Das Bamital-Botnet wurde von Symantec 2009 entdeckt und seither beobachtet. Die Basis bilden eine ganze Reihe von Schadprogrammen, die auf den befallenen Computern unterschiedliche Funktionen haben können, aber offenbar vor allem Suchergebnisse manipulieren. So sollen einige die Anwender auf manipulierte Websites umgeleitet haben, von denen aus weitere Schadsoftware auf den Rechnern nachgeladen wurde.

Laut Microsoft hat Bamital zeitweilig beispielsweise Suchanfragen nach "Nickelodeon" auf eine Seite umgeleitet, die unter anderem eine Spyware verbreitet hat. Mit der wurden die Aktivitäten des PC-Benutzers aufgezeichnet und an Kriminelle geschickt. Mit solchen Tricks können beispielsweise Zugangsdaten für Online-Banking ausgespäht werden.

Zudem leiteten die Bamital-Schadprogramme Suchanfragen auf vordefinierte Websites um, auf denen Werbung platziert war. Die Bamital-Software führte dann eigenständig Mausklicks auf diese Anzeigen aus, wodurch den Betreibern Anzeigenerlöse zuflossen. Laut Microsoft erzielten die Betreiber des Zombie-Netzwerks auf diese Weise Gewinne in Höhe von rund einer Million Dollar pro Jahr.

Operation b58

Auf der Jagd nach den Betreibern des Bamital-Botnets analysierten Symantecs Fahnder einen der Kontrollserver und registrierten binnen sechs Wochen mehr als 1,8 Millionen IP-Adressen, die Kontakt zu diesem Server hatten. Pro Tag hätten diese Rechner drei Millionen Klicks abgefangen. Insgesamt seien allein in den vergangenen zwei Jahren acht Millionen Computer von Bamital-Schadsoftware befallen worden.

Die Aktion zur Abschaltung des Botnets wird von Microsoft mit dem Codenamen Operation b58 bezeichnet. Am 31. Januar reichte der Konzern im US-Bundesstaat Virginia Klage gegen insgesamt 18 Personen und Firmen ein. Die werden in der Klageschrift allesamt als anonyme "John Does" (das amerikanische Gegenstück zu "Max Mustermann") bezeichnet. Um wirklich Unbekannte handelt es sich bei diesen Personen aber offenbar nicht, denn zu jedem von ihnen habe man Informationen und glaube daher Namen und Anschriften der Beklagten zu kennen, heißt es. Im Text werden dann auch Namen genannt. Die Hauptangeklagten sind demnach einige Russen, mit Wohnsitz in Moskau, aber beispielsweise auch eine Person aus Südkorea.

Gefahr gebannt?

Darüber hinaus habe man einen Gerichtsbeschluss gegen die Betreiber des Botnets erwirkt. Am 6. Februar schließlich durchsuchten Mitarbeiter von Microsoft und Symantec gemeinsam mit Justizvollzugsbeamten zwei Rechenzentren in Virginia und New Jersey. Dabei hätten die Ermittler wertvolle Daten und Beweise sicherstellen und die Verbindungen zwischen den Kontrollservern und den befallenen PC trennen können.

Betroffene, deren Computer mit einem Bamital-Schädling infiziert sind, bekommen seither anstelle der manipulierten Website eine Warnung von Microsoft angezeigt. Diese klärt nicht nur darüber auf, dass man eine Schadsoftware auf seinem PC hat, sondern weist auf Programme hin, mit deren Hilfe man die Bamital-Schädlinge von dem PC entfernen kann. Die sind der Microsoft Safety Scannerund der Norton Power Eraser.

Entwarnung könne man trotz des Erfolges nicht geben, betont Symantec. Bamital sei nur eines von vielen Botnets gewesen.

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1. Firmenname
reyney 07.02.2013
Ist in der Überschrift noch falsch geschrieben
2. Das mit dem Warnhinweis ist lustig,
hdudeck 07.02.2013
[QUOTE=reyney;Betroffene, deren Computer mit einem Bamital-Schädling infiziert sind, bekommen seither anstelle der manipulierten Website eine Warnung von Microsoft angezeigt. Diese klärt nicht nur darüber auf, dass man eine Schadsoftware auf seinem PC hat, sondern verweist auf Programme hin, mit deren Hilfe man die Bamital-Schädlinge von dem PC entfernen kann. [/QUOTE] ist das genau das, wovor doch immer gewarnt wird. Frei nach "Wir haben einen Virus auf Ihrem Computer festgestellt, klicken Sie bitte hier"
3. Der Zauberlehrling ;)
realpogo! 07.02.2013
Ist der alte Hexenmeister ... Und wer spielt hier welch Rolle ...
4. Ich glaub' meiner Rechner spinnt!
albertdasschaf 07.02.2013
Geht das denn grad so weiter? Fast täglich eine negative Meldung über das Internet und IT. Google, Java, Facebook, Cyberkrieg der Chinesen, Äufrüstung der Amis gegen Cyberspionage usw. Und jetzt Zombie-PCs. Haben wir den Laden oder der Laden uns im Griff? Laden . . .Bin ....Bin Laden. Da haben wir's. Er lebt immer noch. Sein Tod war nur ein Internetvirus. Ich versuch's mit Humor, anders ist der Mist nicht mehr auszuhalten.
5. Der Kino-Film dazu...
Malko 07.02.2013
ist schon in Planung: Zero Dark b58!
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Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potentiell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.


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