Datenschutz Microsoft will Nutzer vor Regierungs-Übergriffen warnen

Microsoft zieht nach: Facebook oder Twitter informieren ihre Kunden bereits über staatliche Spähaktivität, nun will auch der Software-Gigant seine E-Mail-Kunden informieren, wenn Behörden mitlesen.

Microsoft-Zentrale in Redmond (USA): Unter Druck geraten
AFP

Microsoft-Zentrale in Redmond (USA): Unter Druck geraten


Microsoft will seine Kunden vor Spitzel-Angriffen von Regierungen warnen. Wie das Unternehmen auf seiner Webseite mitteilte, werde man künftig Alarm schlagen, wenn man den Verdacht hat, dass sich staatliche Hacker Zugriff auf Nutzerkonten verschaffen. Betroffen ist unter anderem der E-Mail-Dienst Outlook.

Bislang hatte Microsoft lediglich über Sicherheitsrisiken informiert - ohne auf den möglichen Angreifer einzugehen. Internet-Riesen wie Facebook, Twitter und Yahoo haben ihre Praxis bei den Warnungen bereits ebenfalls verschärft. Microsoft schrieb nun, man gehe einen Schritt weiter, weil es wahrscheinlich sei, dass staatliche Angriffe komplexer und langwieriger seien als Attacken von gewöhnlichen Cyberkriminellen.

Das Unternehmen war wegen einer Reihe von Hackerangriffen aus dem Jahr 2011 unter Druck geraten. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters haben Experten des Unternehmens bereits vor einigen Jahren festgestellt, dass chinesische Behörden in über Tausend E-Mail-Accounts eingedrungen waren. Ziel seien vor allem Tibeter und Uiguren gewesen - Microsoft habe die Opfer jedoch nicht gewarnt.

kev/Reuters

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insgesamt 26 Beiträge
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frenchie3 31.12.2015
1. Und damn brauchen die nur noch W10
gebrauchsfertigt (alle Schnüffelaktivitäten abgestellt) zu liefern und wir können wieder Freunde werden
schgucke 31.12.2015
2. Truman-Show
bei der Zeugung sagen "Du wirst ab jetzt videoüberwacht", dann ist rechtlich nix mehr zu beanstanden. die/der Videoüberwachte vergisst nach kurzer Zeit den besonderen Umstand und verhält sich wieder normal. sehr pfiffig. win(Softwarehersteller)-win(Überwacher). die Gesellschaft kann einfach mal froh sein, dass die IT in den 1930er Jahren noch nicht so weit war wie heute.
warum_denkt_keiner_nach? 31.12.2015
3. Warnung vor allen Spähern?
Ich glaube nicht, dass amerikanische Firmen vor allen Spähern warnen werden. Eine Warnung vor Attacken der Oberspäher von der NSA würde massiv gegen amerikanisches Recht verstoßen. Fazit: Augenwischerei.
usa911 31.12.2015
4. Könnte Microsoft,
dann mal bitte Erklären, warum sie mit Win 10 auf noch mehr Daten zurückgreift. als bei den Vorgängern? Und warum MS die Nutzerrechte und die Einstell-, Updateeinstellungen verringert hat, wenn sie uns ja vor Spionage schützen wollen? Ist doch nur eine Vorgeschobene Marketingkampangne um seinen Status zuverbessern, ohne wirkliche änderungen für den Nutzer
Teddy0 31.12.2015
5.
Wie heuchlerisch diese Konzerne sind. Microsoft wird sicher nicht gegen einen NSL der USA verstoßen und den Nutzer warnen. Wie üblich geht es nur um ausländische Regierungen.
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