Erschossener Mike Brown Unbekannte veröffentlichen falschen Namen des Schützen von Ferguson

Netzaktivisten wollen von der Polizei in St. Louis den Namen des Todesschützen von Mike Brown erpressen. Die Unbekannten liefern sich schon seit mehreren Tagen einen Nervenkrieg mit der Polizei.

Anonymous-Aktivist (Symbolbild): Unbekannte haben Polizeifunk veröffentlicht
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Anonymous-Aktivist (Symbolbild): Unbekannte haben Polizeifunk veröffentlicht

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Ferguson - Nicht nur auf den Straßen von Ferguson sind die Menschen in Aufruhr wegen Mike Brown, sondern auch im Netz: Unbekannte, die sich als Teil des losen globalen Kollektivs Anonymous bezeichnen, fordern von der Polizei den Namen des Polizisten, der den unbewaffneten 18-Jährigen erschossen hat.

Die Aktivisten treten unter dem Namen "Operation Ferguson" auf und behaupten, den Namen längst zu kennen, wollen aber, dass die Behörden damit an die Öffentlichkeit gehen. Kurzzeitig kursierte am Donnerstag bereits ein Name samt Foto bei Twitter, allerdings wohl von der falschen Person.

Der angebliche Name wurde nicht über das eigentliche Sprachrohr der Aktivisten, den Twitteraccount "Operation Ferguson" kommuniziert, sondern über einen anderen, den inzwischen gesperrten Account "@TheAnonMessage". Zwar hatte "Operation Ferguson" die Nachricht zunächst weitergeleitet, sich später aber wieder davon distanziert und behauptet, der Name stimme nicht mit dem ihnen bekannten überein.

Obama fordert Transparenz

Die unterschiedlichen Anonymous-Aktivisten, zu denen sich letztlich jeder zählen kann, liefern sich schon seit Anfang der Woche einen Nervenkrieg mit den Polizeibehörden von St. Louis. Bereits kurz nach den tödlichen Schüssen forderten sie den Namen des Polizisten. Als der örtliche Polizeichef Jon Belmar sich weigerte, seinen Kollegen zu nennen, wurde er im Netz zur Zielscheibe.

Unbekannte veröffentlichten persönliche Informationen über ihn, unter anderem seine Adresse und Telefonnummer sowie ein Foto seiner Frau. Außerdem wurde über "@TheAnonMessage" angekündigt, auch Details über seine Tochter öffentlich preiszugeben. Später, nach heftigem Protest aus der Szene, wurde die Drohung jedoch zurückgezogen.

In den Netzprotesten wie auf der Straße zeigt sich die Wut der Bürger über die schleppende und mangelhafte Aufklärung in dem Fall. Präsident Barack Obama hat sich laut Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag ebenfalls geäußert, es müsse jetzt ein friedlicher und transparenter Prozess der Wahrheitsfindung starten, "um der Gerechtigkeit Genüge zu tun".

Erpressung über YouTube

Daran scheinen zumindest manche nicht zu glauben - auch nicht im Netz. Die Anonymous-Aktivisten hatten zuvor im Internet die Polizei davor gewarnt, gewaltsam gegen die Demonstranten in Ferguson vorzugehen. In einem YouTube-Video in klassischer Anonymous-Manier sagt die bekannte verzerrte Computerstimme: "Wenn ihr die Demonstranten in Ferguson misshandelt, bedroht oder verletzt, werden wir alle Webseiten der Stadtverwaltung und Kreisbehörden vom Netz nehmen."

Als es dann in der Nacht von Montag auf Dienstag erneut zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Demonstranten kam, wurde prompt die Webseite der Stadtverwaltung von Ferguson in die Knie gezwungen, vermutlich mit einer DDoS-Attacke, also einem Überlastungsangriff. Die Flut der Anfragen für die Behördenseite soll zeitweise so groß gewesen sein, dass der eingesetzte Server zusammenbrach. Gleichzeitig wurden die E-Mail-Postfächer der Dienststelle in Ferguson mit Spam-Nachrichten geflutet, berichtet "Mother Jones".

In der Nacht zum Donnerstag wurde dann ein Mitschnitt des Polizeifunks aus der Tatnacht bei YouTube hochgeladen. Auf der gut zweistündigen Aufnahme ist unter anderem zu hören, wie wegen eines Aufruhrs Verstärkung aus St. Louis angefordert wird. Angeblich wird im gesamten Gespräch kein Sanitäter angefordert. Es ist allerdings unklar, ob das Material geschnitten wurde.

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insgesamt 21 Beiträge
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midastouch 14.08.2014
1. Das Problem
Das Problem mit Anonymous ist, dass es eben nicht eine Gruppe intellektueller Aktivisten ist, sondern ein eher mäßig intelligenter, wenig reflektierender Mob. Wer verstehen will was ich meine, sollte mal Anonymous auf Facebook folgen und sehen, welche Ansichten deren Anhänger vertreten. Das sind alles Leute, die einfache Wahrheiten suchen, wo es keine einfachen Antworten gibt.
JKStiller 14.08.2014
2. Mike Brown ist das Opfer
Die so genannten "Aktivisten" sind in ihrem Auftreten, mit ihren Forderungen, den Drohungen gegen öffentliche Einrichtungen nichts weiter als Terroristen. In diesem Fall haben die Ermittlungen noch nicht mal richtig begonnen, aber der Name des Polizisten soll veröffentlicht werden, um dann...ja was dann? Ihn wie im Wilden Westen am nächsten Baum aufzuhängen? Diese Möchtegern-Weltverbesserer hinter ihren Masken wissen gar nicht, was sie eigentlich anrichten. Die Massen zu mobilisieren ist mit solchen Mitteln einfach. Sie wieder zu zähmen, wenn einmal losgelassen, wird zum Gewaltakt. So funktioniert Zivilisation nicht. Ganz sicher nicht!
studibaas 14.08.2014
3. Sorry, kein Mitleide für die Behörden
Wer weiß, wie locker flockig in den USA mutmaßliche Täter (MUTMAßLICHE) an die Presse verraten werden (ob legal oder illegal ist mir ...egal) muss sich nicht wundern, wenn der Mob dann ebenso den Namen des Polizisten haben will. Die Selbsherrlichkeit mit der die Ordnungshüter weltweit vorgehen weil sie sich gegenseitig decken ist bekannt und selbst in Deutschland für Amnesy international einen Aufschrei Wert. Bis heute sperrt sich die Polizeigewerkschaft gegen das tragen von Nummern an der Arbeitskleidung. Warum wohl? Hier geht es nicht um Namen... . Und ja, ich spreche auch aus Erfahrung. Wohlgemerkt: Ich bin nicht vorbestraft, aber mein Nachname Schmidt reicht für manche Ermittlungen scheinbar schon aus. (Da ist ein Schmidt einen Unfallwagen gefahren. Warum sind sie noch wach? Weil es Samstag ist verdammt und die Frage wäre eher warum bin ich nicht auf Party).
allwissendemüllkippe 14.08.2014
4.
Solange jeder Polizist damit rechnen muss ,einem potenziell Bewaffneten gegenüber zu stehen,solange wird da der Colt auch locker sitzen .Lieber einmal zu viel geschossen,als selbst im Staub zu liegen .da hilft nur die Entwaffnung der Bevölkerung !
keinereiner 14.08.2014
5.
Zitat von midastouchDas Problem mit Anonymous ist, dass es eben nicht eine Gruppe intellektueller Aktivisten ist, sondern ein eher mäßig intelligenter, wenig reflektierender Mob. Wer verstehen will was ich meine, sollte mal Anonymous auf Facebook folgen und sehen, welche Ansichten deren Anhänger vertreten. Das sind alles Leute, die einfache Wahrheiten suchen, wo es keine einfachen Antworten gibt.
Das ist Unsinn. Es gibt nicht nicht die Gruppe Anonymous. Anonymous sind alle und keiner ... Jeder kann sich als Anonymous bezeichnen. Es gibt keine Beschränkungen. Anonymous ist frei, Anonymous ist in gewisser weise Anarchie. Es gibt keine feste Gruppe, es sind viele Einzelgruppen, Einzelpersonen die zum Teil gleiche Ziele verfolgen, teilweise aber auch nicht, die einfach Lust haben sich als Anonymous zu bezeichnen oder die Bewegung in den Dreck ziehen wollen ...
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