In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag war der Internet-Telefoniedienst Skype über mehrere Stunden für viele Nutzer nicht erreichbar. US-Medien zufolge sollen bis zu zehn Millionen User von dem Ausfall betroffen gewesen sein. Die Probleme äußerten sich auf unterschiedliche Weise. Während einige Nutzer sich schlicht nicht bei Skype einloggen konnten, war es anderen, denen dieser Schritt gelang, nicht möglich, Verbindungen zu anderen Anwendern herstellen. Mit einem ähnlich massiven Ausfall hatte der Telefonieanbieter, der auch Videokonferenzen und den Versand von Textnachrichten ermöglicht, zuletzt 2007 zu kämpfen.
Im Firmenblog entschuldigte sich Firmensprecher Peter Parkes für den Systemausfall und versuchte, eine Erklärung für die Probleme zu liefern. Skype sei nicht wie konventionelle Telefonnetze aufgebaut, heißt es da. Stattdessen werde der Dienst von einer Vielzahl untereinander vernetzter Rechner und Mobiltelefone bereitgestellt. Einige dieser Computer seien sogenannte "Superknoten". Diese besonderen Rechner würden die Telefonverzeichnisse bereitstellen, die dafür sorgen, dass Verbindungen zwischen Anwendern hergestellt werden können.
Die "Superknoten" führen quasi Buch darüber, wo und mit welchem Gerät ein Skype-Anwender zu einem gegebenen Zeitpunkt erreichbar ist. Versucht ein anderer Skype-User diesen Anwender anzurufen, fragt dessen Skype-Software zunächst beim nächsten "Superknoten" nach, wie und wo der Gesuchte erreichbar ist.
"Mega-Superknoten" sollen das System retten
"Normalerweise ist eine große Zahl solcher Superknoten verfügbar. Unglücklicherweise wurden heute wegen eines Problems in einigen Skype-Versionen viele von ihnen vom Netz genommen", schreibt Parkes. Das hätte schon ausgereicht, um zumindest für eine gewisse Zahl von Anwendern den Eindruck zu erwecken, der Dienst sei offline. Tatsächlich aber, so lässt sich Parkes' Erklärung deuten, betraf das Problem nur eine Teilmenge der Skype-User. Jene nämlich, deren Software auf einen der betroffenen "Superknoten" zugreifen wollte.
Zur Lösung des Problems seien Skype-Techniker nun dabei, als Ersatz für die ausgefallenen Rechner "Mega-Superknoten" zu installieren, erklärt Parkes, ohne genauer darauf einzugehen, inwiefern sich diese Rechner von "Superknoten" unterscheiden. Man gehe dabei so schnell wie möglich vor, sagt Parkes, weist aber darauf hin, dass es noch einige Stunden dauern kann, bis der Dienst wieder wie gewohnt nutzbar ist. Die Bereitstellung spezieller Funktionen, wie etwa Videokonferenzen, könne noch länger auf sich warten lassen. Einem Test von SPIEGEL ONLINE zufolge war der Dienst auch am Donnerstagmorgen nur verzögert zu erreichen, funktionierte nach erfolgter Anmeldung aber wieder.
Der Ausfall kommt für Skype zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Zur Weihnachtszeit werden die Internet-Telefoniedienste von Skype besonders stark nachgefragt. Noch am Mittwoch hatte das in Luxemburg ansässige Unternehmen eine Pressemitteilung mit dem Titel "Was Skype verbindet, kann das Schneechaos nicht trennen" verschickt. Kern der PR-Botschaft war, dass man per Skype erheblich günstiger über große Entfernungen mit Freunden und Familie in Kontakt treten kann, als über herkömmliche Telefonanbieter - wenn der Dienst sich nicht wegen Software-Problemen selbst aus dem Netz katapultiert.
mak
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