Millionen-Versager: Hipzip & Co. - die bittersten Format-Flops der Technikgeschichte

Von und

6. Teil: Der Hipzip war nie hip

Bruce Albertson, damals Chef des Speicherherstellers Iomega fand große Worte, als er im September 2000 den HipZip-Player vorstellte. Er sei ein großer Durchbruch für digitale Musik und gebe den Anwendern die Möglichkeit "die Musik die sie haben wollen zu den Preis den sie zahlen wollen zu kaufen." Um diesen Anspruch zu erfüllen konnte der Player neben MP3 auch Microsoft WMA-Format samt Kopierschutz abspielen. Als Speichermedium sollten die Anwender sogenannte Pocketzip-Medien nutzen, Mini-Disketten mit 40 Megabyte Speicherkapazität.

Die seien schließlich viel billiger als die damals noch sehr teuren Flash-Speicherbausteine, würde die Kunden dazu verführen sich mit reichlich Wechselmedien einzudecken. Durchschnittlich 20 solcher Pocketzips werde sich der normale Hipzip-Käufer im ersten Jahr zulegen, prognostizierte das Unternehmen damals und hoffte auf große Gewinne. Gleichzeitig sollten HipZip-Käufer damit viel Geld sparen. Vorgerechnet wurde, dass 20 Pocketzips ja nur 200 Dollar, dieselbe Speichermenge in Form, von Flashplayern aber satte 4000 Dollar teuer wäre. Zudem passte die Speichermenge prima zu Standard-CDs: Als MP3 bekam man darauf gut zehn Songs unter.

Geholfen hat all das nicht. Noch während Iomega versuchte Medium und Gerät den Verbrauchern schmackhaft zu machen, eroberten MMC, SD- und CF-Flash-Speicherkarten den Markt, fielen kontinuierlich im Preis und machten den anfälligen, weil mechanischen, Pocketzip-Medien den Garaus.

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