Sascha Lobo über die SPD Das S steht nicht für Sympathie

Erfolgreiche Sachpolitik ist ja schön und gut. Aber Sympathie für ihr Personal würde der SPD jetzt mehr helfen, schrieb Sascha Lobo in seiner Kolumne. Im Podcast reagiert er auf Leserkommentare.

Andrea Nahles und die Statue von Willy Brandt
DPA

Andrea Nahles und die Statue von Willy Brandt


Lobocast #64: Krise der SPD: Versucht es doch mal mit Sympathie

Die SPD ist nicht gerade die Sympathischste Partei Deutschlands, stellte Sascha Lobo in seiner jüngsten Kolumne fest. Nur wenige aus dem Spitzenpersonal der Partei, so will er beobachtet haben, kämen in den sozialen Medien menschlich gut an. Gleichzeitig wäre das aber wichtig, um die zuletzt miserablen Wahl- und Umfrageergebnisse zu überwinden. Dröge Sachpolitik könne in so emotionalen Zeiten wie diesen jedenfalls nicht die alleinige Antwort sein.

In seinem Podcast reagiert Lobo nun auf die Kommentare seiner vielleicht sympathischsten Leserinnen und Leser.

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insgesamt 24 Beiträge
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tomxxx 04.11.2018
1. Ich hätte mal gerne etwas zu der selbskritischen Analyse der...
SPD gelesen, in der sie analysiert, ob sie denn aus Sicht des Wählers (oder ihrer potentieller Wähler) tatsächlich eine erfolgreiche Sach-Politik macht. Auf der einen Seite hat sie die Sozialindustrie an der Backe, die immer nölt und schlechte Stimmung verbreitet, auf der anderen Seite kommen die Arbeitnehmer nicht wirklich vom Fleck, im Gegenteil, die Möglichkeiten sich etwas zu erarbeiten, gingen die letzten 15 Jahre den Bach runter. Da hilft dann auch nicht ein schönes Projekt als Leuchtturm zu haben, bei dem wieder ein wenig Symbolpolitik für die Arbeitnehmer gemacht wird. Frei nach dem Motto: hier hast Du ein Goodie, damit Du Dich nicht so über Deine verschlechterte Position aufgrund unserer Politik ärgerst... wählst Du uns jetzt wieder????
Rosenhag 04.11.2018
2.
Die SPD-Politiker haben z. B. zwei Wochen vor der Wahl das Land mit Plakaten gegen die 1%ige MwSt-erhöhung zugepflastert um sie dann in der Regierung um 3% zu erhöhen. Sie dachten die Leute vergessen das, kurz gesagt sie halten die Wähler für dumm. Und jetzt sind sie nicht mal so schlau in Vorlage zu gehen, ergo wird die SPD untergehen.
SIR-ENE 04.11.2018
3. Sympathische Antipathien
Deutlich gezeigte Ablehnung könnte Mächtigen zeigen, was sie falsch machen. Doch mit dem Erkennen von Fehlern tun wir uns alle sehr schwer. Machtvolle Ignoranz ist dabei sehr hilfreich. Eigentlich aber nur, weil sich gerne unterschiedliche Verständiger an Gemeinsamkeiten beTEILigen, die ingesamt viel zu eigeninteressengesteuert wahrnehmen, werten, erinnern und dann auch erwarten. Das Bisschen, was dann in die Hose geht, meist ja nur in die des Unterlegenen, verschwindet dann nicht durch Nichtwahrhabenwollen. Weil sich genau damit Macht und Ohnmacht entwickelen, die dann bei weiteren Unklarheiten, Missverständigungen produzieren und mit jedem neuen Aufstieg im jeweiligen Machtgefüge immer größeres Unrecht anrichten kann. Dessen Ursachen und Verursacher nicht mehr korrekt zugeordnet werden können. Die Folgen daraus schreien dann nach massenhafter Kompensation, die überall stattfindet. Leidenschaftlich. Hat Sascha Lobo denn einen Vorschlag, wie wir diesen Schwarmirrtum bremsen, bevor unsere Gesellschaft mal wieder an eine Wand knallt? Es ist doch wirklich nur ein Klacks, dass bisschen Schuld nicht auf dem schnellsten Pferd der Welt davongallopieren zu lassen. Unser kleines Alltagsversagen in Sachen Gerechtigkeit ist nämlich in Wahrheit nur so klein wie ein Heupferd, das nur in großen Schwärmen Verheerendes anrichtet ... Wer weiß, vielleicht gibt es aber wie eine „höhere Gerechtigkeit“ doch eine „höhere Mathematik“, die nachvollziehbar erklären kann, warum 81.394.283 Bundesbürger multipliziert mit 97% persönlicher Einflussgewalt (geschätzter durchschnittlicher Machtfaktor Einzelner) einer Hand voll Politikhanswürsten und -greteln so viel Macht auf die Schultern häuft, dass das Individuum glaubt, es sei frei von jeglicher Verantwortung und müsse rein gar nichts tun, um längst überfällige gesellschaftliche Änderungen herbeizuführen ...
SIR-ENE 04.11.2018
4. Wo ist das Problem?
Zitat von RosenhagDie SPD-Politiker haben z. B. zwei Wochen vor der Wahl das Land mit Plakaten gegen die 1%ige MwSt-erhöhung zugepflastert um sie dann in der Regierung um 3% zu erhöhen. Sie dachten die Leute vergessen das, kurz gesagt sie halten die Wähler für dumm. Und jetzt sind sie nicht mal so schlau in Vorlage zu gehen, ergo wird die SPD untergehen.
Was wir wollen, unterscheidet sich nicht selten von dem, was wir erreichen, weil uns nicht bewusst ist, dass andere grundsätzlich ein Wörtchen mitreden und unser Tun mitgestalten. Überdies ist den meisten die Zielsetzung für alle Gemeinsamkeiten nicht bewusst genug. Auch wenn rund 10% der Bevölkerung weiß, dass es nur um positive Wahrnehmungen geht, mischen viele was Höheres hinein und folgen damit dem ziemlich verwirrenden Ambivalenzziel „Streben nach Wohlbefinden und Macht“, obwohl Macht sich erst mit gerne daraus resultierenden Ungerechtigkeiten entwickelt ... Auf diese Weise schaffen wir uns sozusagen permanent Teufelskreise, die immer mehr Menschen auf Ellenbogen herumkriechen lassen. Stolperfallen für jene, die versuchen, sich aufzurichten ...
hansulrich47 04.11.2018
5. @#1 und 2
Absolut richtig, ihre Analysen! Wenn ich sehe wie rasch Nahles die Parteienfinanzierung zu Gunst der klammen SPD geändert hat, und wie "umöglich" es ist den Soli abzuschaffen oder die Progression abzuschwächen, dann bleibt mir nur der Schluss: Die wollen ihr Süppchen weiter kochen und brauchen Stimmvieh. Für mich als Wähler wird nichts getan! ich darf nur zahlen und soll dazu freundlich nicken.
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