Foto-Tipps Bildfehler und Perspektive korrigieren

Wenn sich auf Fotos die Balken biegen, sind Verzerrungen oder Abbildungsfehler des Objektivs daran schuld. Das Fotomagazin "Docma" erklärt, wie man Schiefes und Krummes geradebiegt.

Niels Müller/ ganzköln.de

Von "Docma"-Autor Thorsten Wiegand


Bilder mit einer subtil irritierenden Perspektive wie die Architekturaufnahme oben, die mir jüngst ein befreundeter Fotograf Rat suchend vorlegte, zeigen ein Problem jeder Perspektivkorrektur auf.

Die durch eine nach oben gekippte Kamera verursachten, stürzenden Linien ließen sich zwar schon bei der Aufnahme mit einem Shift-Objektiv vermeiden oder nachträglich auf digitalem Wege mit dem Panel "Transformieren" in Lightroom korrigieren, aber die ursprüngliche Abbildung ist die eigentlich korrekte. Die Aufrichtung der Linien gaukelt einen anderen als den tatsächlichen Aufnahmestandpunkt vor, und gerade solche Unstimmigkeiten können irritieren.

Gefunden in

Das Bild oben ist erkennbar von einem niedrigen Aufnahmestandpunkt aus entstanden, aber die zu erwartenden, stürzenden Linien fehlen. Die exakte Ausrichtung hat einen faden Beigeschmack: Das Ergebnis ist nicht falsch, sieht aber falsch aus. Übertreiben Sie es daher nicht mit der Perspektivkorrektur, sondern lassen Sie ruhig einen kleinen "Fehler" bestehen, der das Bild stimmiger wirken lässt.

Die Korrektur der Abbildungsfehler ist dagegen unproblematisch. Zudem lässt sie sich weitgehend automatisieren, sofern die typischen Fehler eines Objektivs bekannt sind. Dazu stellt Adobe im Panel "Objektivkorrekturen" Profile für eine Vielzahl von Objektiven fast aller Hersteller zur Verfügung. Lightroom wendet auch Korrekturanweisungen an, die Kameras als Metadaten in die Raw-Dateien schreiben.

Eigene Objektivprofile

Eine softwarebasierte Korrektur der Abbildungsfehler ist kostengünstiger als eine optische Korrektur; beide ergänzen sich aber auch, wenn die digitale Korrektur einiger Fehler eine um so bessere optische Korrektur anderer Fehler erlaubt.

Im folgenden zeigen wir verschiedene Methoden, wie man Perspektivfehler in Fotos mit Lightroom korrigieren kann:

Mehr zum Thema finden Sie in Docma 79 (Heft 6/2017).

insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Klaugschieter 12.11.2017
1. Lightroom manchmal untauglich
was die auf die jeweiligen Objekitvtypen abgestimmten Korrekturfilter bei Lightroom angeht. bin ich eher desillusioniert. Das funktioniert real nur bei wenigem Objektiven. Manchmal werden gar keine Korrekturen vorgenommen oder die Verzerrungen gehen in eine andere Richtung. Deshalb führe ich solche Korrekturen grundsätzlich mit Adobe Photoshop per Hand aus.
All Square 12.11.2017
2. Nur nicht zu früh freuen
Ich habe nicht den neusten, aber einen durchaus guten Computer. Antwort der ADOBE-Homepage: "Dieser Computer erfüllt die Systemanforderungen für Lightroom CC nicht. Eine vollständige Liste der Hardware- und Softwareanforderungen finden Sie ..." Liebe ADOBE-Kinder, spielt mal schön weiter !
sotraluz 12.11.2017
3.
Die Objektivkorrektur dient der Beseitigung von konstruktionsbedingten Verzerrungen eines Objektivs. Perspektivische Verzerrungen bleiben dabei erhalten und bedürfen einer gesonderten Korrektur. Nikon gibt nach wie vor keine Korrekturdaten seiner Produkte Preis, auch nicht an Adobe. Für optimale Ergebnisse bei RAW- Entwicklung und Objektivkorrektur muss man daher auf die - kostenlosen - Software von Nikon zurückgreifen.
danido 12.11.2017
4.
Zitat von All SquareIch habe nicht den neusten, aber einen durchaus guten Computer. Antwort der ADOBE-Homepage: "Dieser Computer erfüllt die Systemanforderungen für Lightroom CC nicht. Eine vollständige Liste der Hardware- und Softwareanforderungen finden Sie ..." Liebe ADOBE-Kinder, spielt mal schön weiter !
Sie besitzen keine 4 GB RAM und keine 1 GB VRAM? Standard für Multimedia-Home PCs sind 8 GB RAM und 4 GB VRAM.
7eggert 13.11.2017
5.
Zitat von danidoSie besitzen keine 4 GB RAM und keine 1 GB VRAM? Standard für Multimedia-Home PCs sind 8 GB RAM und 4 GB VRAM.
Wozu wird so viel Speicher verschwendet? Vom Ding her ist das keine Aufgabe, für die mehr als 2 GB RAM und 32 MB VGA-Speicher nötig sein sollten, wenn man extreme Auflösungen fährt. (Bei 768 MB RAM damals bin ich an hochauflösenden NASA-Bildern noch gescheitert.)
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.