Montag ist Schluss: Fünf Alternativen zum Google Reader

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RSS-Reader: Digg, AOL, Feedly, Old Reader, Bloglovin' Fotos
SPIEGEL ONLINE

Google schickt seinen RSS-Reader aufs Altenteil - nun wittern Dutzende Unternehmen ihre Chance. Es gibt eine Vielzahl von Programmen, mit denen sich Websites abonnieren lassen. Aber welche taugen etwas? Wir stellen den passenden Ersatz vor.

Mit Hilfe eines RSS-Readers lassen sich Websites abonnieren. Artikel und Blogeinträge landen automatisch in einer Übersicht, so ähnlich wie E-Mails. Das ist sehr praktisch, wenn man auf einen Blick wissen möchte, welche Websites und Lieblingsblogs gerade neue Einträge haben. Doch acht Jahre nach dem Start zieht Google beim bislang wohl beliebtesten RSS-Programm den Stecker: Am 1. Juli wird der Google Reader eingestellt.

Zu wenig Nutzer, sagt Google. Tatsächlich widmeten sich in den vergangenen Jahren nicht all zu viele Entwickler und Unternehmen der RSS-Technik. Doch seit der Ankündigung im März arbeiten plötzlich Dutzende Teams an Alternativen zum Google Reader: Sie hoffen auf Hunderttausende Nutzer, die sich nun nach Ersatz umsehen.

Am Old Reader arbeitet ein kleines Team schon seit mehr als einem Jahr. In ihrem Blog schreiben sie: "Offenbar hat in den vergangenen paar Wochen jeder Zweite mit Programmierkenntnissen beschlossen, einen eigenen RSS-Reader zu bauen." Sie nehmen die neue Konkurrenz sportlich: "Wir finden das gut - je mehr, desto besser."

Rund hundert RSS-Reader hat Russell Beattie in seinem Blog gesammelt. Einige davon muss man selbst auf einem Webserver installieren, andere kosten Geld, wieder andere funktionieren am besten auf Tablets und Smartphones. Fünf kostenlose Alternativen zum Google Reader, die ohne Installation im Browser laufen, stellen wir hier vor. Bei allen klappt der Import der im Google Reader abonnierten und in Ordner sortierten Seiten problemlos.

Die Fortsetzung: The Old Reader

Wer mit dem Google Reader von 2011 glücklich war, dem wird The Old Reader gefallen. Artikel lassen sich mit anderen Nutzern teilen und kommentieren oder für später merken. Steuern lässt sich der Reader mit Tastaturbefehlen, mit "j" und "k" springt man schnell zwischen den Beiträgen. Mit der Suchfunktion lässt sich in den Überschriften der abonnierten Seiten fahnden. The Old Reader zeigt außerdem an, welche Beiträge gerade von besonders vielen Nutzern gelesen werden.

Schnell und simpel: Digg Reader

In rund hundert Tagen hat das Team der Nachrichtenseite Digg seinen Reader auf die Beine gestellt. Die Oberfläche ist schnell und übersichtlich, die vom Google Reader bekannten Tastaturbefehle funktionieren. Der schon jetzt solide Digg Reader zeigt mit roten Pünktchen an, welche Beiträge gerade populär sind. Weitere Funktionen sollen folgen - die Firma dahinter, Betaworks, hat bereits in kurzer Zeit das darbende Digg runderneuert und sich damit Respekt erworben. Die App für iOS hakt allerdings noch etwas.

Ohne Schnörkel: AOL Reader

Auch AOL hat schnell auf Googles Reader-Aus reagiert und ein eigenes Angebot aus dem Boden gestampft. Die Betaversion beherrscht die wichtigsten Funktionen, Beiträge lassen sich einfach an soziale Netzwerke durchreichen, Tastaturbefehle funktionieren, und neue Beiträge landen schnell in der aufgeräumten Reader-Oberfläche. Vorschaubilder lassen sich einblenden. Auch auf einem Tablet sieht die Seite gut aus.

Funktionale Plattform: Feedly

Feedly kann spartanisch aussehen wie Google - oder die Artikel der abonnierten Seiten mit bunten Kacheln darstellen, ganz wie der Nutzer es möchte. Beiträge lassen sich an diverse soziale Netzwerke weiterreichen, ein Zähler zeigt die Popularität eines Eintrags im Social Web an. Über eine Schnittstelle lässt sich mit Apps und anderen Webdiensten auf Feedly zugreifen. Es fehlt allerdings noch eine Suchfunktion, die Möglichkeit, Artikel mit anderen Feedly-Nutzern auszutauschen sowie eine Übersicht gerade populärer Artikel. Für Tablet- und Smartphone-Nutzer hat Feedly eine eigene App im Angebot, die Feeds mit Bildern in opulenter Magazin-Optik präsentiert und ein bisschen an Lese-Apps wie Flipboard erinnert. Noch setzt Feedly aber auf ein Google-Login.

Auch für Einsteiger: Bloglovin'

Weniger technisch-karg als die bisher genannten sieht der Reader von Bloglovin' aus. Neue Blogs zum Abonnieren lassen sich einfach finden - bei mehr als hundert abonnierten Feeds kann es aber leicht unübersichtlich werden. Die wichtigsten Funktionen, etwa Beiträge merken und teilen, sind verfügbar. Allerdings fehlen Tastaturbefehle. Apps für Android und iOS stehen bereit.

Wie die neuen Reader aussehen, zeigen wir Ihnen in unserer Fotostrecke.

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insgesamt 6 Beiträge
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1.
ralf_si 29.06.2013
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINEGoogle schickt seinen RSS-Reader aufs Altenteil - nun wittern Dutzende Unternehmen ihre Chance. Es gibt eine Vielzahl von Programmen, mit denen sich Websites abonnieren lassen. Aber welche taugen etwas? Wir stellen den passenden Ersatz vor. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/montag-ist-schluss-fuenf-alternativen-zum-google-reader-a-908316.html
Ich nutze Microsoft Outlook, der beinhaltet einen "RSS-Reader", der mir vollkommen ausreicht.
2.
nordmatiker 29.06.2013
Ich abonniere Seiten (RSS-Feeds), wie z.B. Spiegel-Online im Browser und bekomme so eine Liste der Schlagzeilen. Das reicht mir. So bin ich auf diesen Artikel aufmerksam geworden,
3. wer braucht Google
Powerfee60 30.06.2013
oder Facebook -- Datenkraken die ihre Nutzer gegen Kohle an die Wirtschaft verticken. Was ich brauche habe ich von den beiden halte ich mich fern.
4. optional
sunburner123 30.06.2013
Sie meinten wohl den NSA-Reader.... Wer mit solchen Gaunern kooperiert, hat jegliches Kundenvertrauen verloren!
5.
MarcoJe 01.07.2013
Ich nutze den deutschsprachigen hawkReader. Wenig Spielereien und einfach einzusteigen.
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