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Morddrohungen: FBI verhaftet Twitter-Nutzer

Weil er in seinem Profil zu einem Massaker aufrief, ist ein Twitter-Nutzer vom FBI verhaftet worden. Die Firma Twitter hat sich bisher nicht zu dem Fall geäußert und sieht offenbar keine Notwendigkeit, das bedrohliche Profil zu löschen.

Eines wird am Kurznachrichtendienst Twitter immer wieder moniert: Menschen verbreiten absolute Belanglosigkeiten, und alle Welt kann sie lesen. Dabei haben die meisten Nachrichten selbstverständlich weniger Relevanz als der sprichwörtliche Sack Reis in China. Wenn ein Twitter-Nutzer allerdings anfängt, statt bedeutungsloser Alltäglichkeiten ernst klingende Drohungen an die Welt zu schicken - und bestehe diese auch nur aus gerade mal 66 Followern - dann versteht das FBI offenbar keinen Spaß mehr.

Mikroblogging-Dienst Twitter: Harmloser Spaß oder terroristische Bedrohung?

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In Oklahoma City wurde ein 52-jähriger Amerikaner von Agenten verhaftet, nachdem er als Twitter-Nutzer CitizenQuasar identifiziert worden war. Der Mann hatte angeblich auf seinem Twitter-Profil angekündigt, eine Demonstration gegen Steuererhöhungen in seiner Stadt am 15. April in ein Massaker zu verwandeln. Auch soll er seine Follower dazu aufgefordert haben, es ihm gleich zu tun.

"Beginnt jetzt mit dem Töten. Ich bin bereit, der erste Tote zu sein", soll er am Morgen des 11. April geschrieben haben, später gefolgt von: "Mir ist jetzt alles egal. Schickt die Cops vorbei. Ich werde ihre Köpfe abschneiden und sie auf die Stufen des Kapitols werfen." Andere Nachrichten richteten sich direkt an einen 68-jährigen Rentner, den der Verdächtige für den Organisator des Protestes hielt. Dieser betonte allerdings gegenüber wired.com, weder den besagten Twitter-Nutzer zu kennen noch an der Organisation der als "TeaParty" bezeichneten Demonstration beteiligt gewesen zu sein.

FBI-Beamte haben den Verdächtigen am Tag nach dem Protest festgenommen. Er wartet jetzt in einer Übergangseinrichtung auf seine Verhandlung. Weder der Anwalt des Angeklagten noch die Firma Twitter wollten sich auf Anfrage von wired.com zu der Sache äußern. Gelöscht wurden die Nachrichten bislang noch nicht: Sämtliche Drohungen des Mannes sind noch immer auf seiner Twitter-Seite zu lesen.

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