Mozilla Vogel wird Fuchs

Mozillas "Firebird"-Browser ist schick, klein und schnell - und dem "Firebird relational database open-source development project" ein Dorn im Auge. Zum zweiten Mal ist Mozilla gezwungen, den Namen des Browsers zu ändern, bevor der auch nur serienreif ist. Ab sofort heißt er Firefox. Vorerst?


Metamorphose: Aus dem Vogel...

Metamorphose: Aus dem Vogel...

Wenn Firefox Fireworks aus Liuyang, China, ihre besten Böller auspacken, dann rumst es im Karton. Die Kollegen von Firefox Enterprises aus Idaho, USA, sind im gleichen Geschäft, tun aber noch mehr: Bis hin zum Flüssigbrennstoff für Raketen produzieren die Feuerfüchse alles, was brennt, leuchtet, knallt und strahlt. Um so besser, dass es Firefox Industries gibt, wenn dann mal was passiert: Dieses US-Unternehmen hat sich auf Brandbekämpfungs-Produkte spezialisiert.

Wie viele Unternehmen und Produkte auf der Welt auch immer "Firefox" heißen mögen, seit dieser Woche ist es eines mehr. Das Open-Source-Projekt Mozilla.org hat soeben die nächste Betaversion ihres kleinen Schnellbrowsers vorgestellt. Der trägt mittlerweile die laufende Nummer 0.8, hat es aber schon vor seiner endgültigen Veröffentlichung als serienreifes Produkt zum immerhin dritten Namen gebracht: Ursprünglich hieß der flinke Surf-Knecht "Phoenix", woraus sich aber markenrechtliche Probleme ergaben.

...wird ein Fuchs: Mozilla hofft, die markenrechtlichen Probleme nun hinter sich zu haben

...wird ein Fuchs: Mozilla hofft, die markenrechtlichen Probleme nun hinter sich zu haben

Also benannte Mozilla den Browser in "Firebird" um, wovon sich aber das "Firebird relational database open-source development project" wenig angetan zeigte. Auch die Open-Source-Entwicklergemeinde machte Bedenken geltend, wie üblich wegen "Verwechslungsgefahr". Mozilla ging wieder auf die Suche nach einem neuen Namen.

"Wir haben im letzten Jahr mehr über Namensfindung gelernt, als uns lieb ist", heißt es in einer Stellungnahme des Open-Source-Projektes. Denn auch der Schlenker zu "Firefox" verlief nicht reibungslos: In Großbritannien gab es eine Firma, die entsprechende Namensrechte besaß und geltend machte. Erst, nachdem diese markenrechtliche Reiberei außergerichtlich geregelt wurde, war der Weg frei für den Schritt von Firebird 0.7 zu Firefox 0.8.

Jetzt hofft man bei Mozilla, dass das neueste Browser-Baby seinen Namen gefunden hat: Von den Chinaböller-Firmen, den Brandbekämpfern, dem Firefox-Film mit Clint Eastwood und (unter Firefox.com) auch einem gleichnamigen Roman in Entstehung weiß man, erwartet aber keine weiteren Schwierigkeiten (oder hofft zumindest darauf). Mozilla verweist als Inspiration für den Namen unter anderen auf den Baumpanda, der auch als Firefox bekannt sei.

Hinter Firefox verbirgt sich eine kleine, deutlich "abgespeckte" Version des Mozilla-Browsers. Firefox verfügt über kein integriertes Mail-Programm und beschränkt sich aufs reine Surfen. Neben dem Apple-Browser Safari gilt Firefox zurzeit als schlankestes und schnellstes vollgütiges Programm zur Bewegung im World Wide Web.



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