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#MugabeFalls Der Diktator tanzt, surft und fliegt

Robert Mugabe ist nach einem Jubelauftritt vor seinen Anhängern gestolpert. Das Bild des taumelnden Despoten, das Mugabe verschwinden lassen wollte, wird nun in Mem-Bildern im Internet gefeiert.

Robert Mugabe hält sich seit mehr als 20 Jahren fest im Sattel. Am Mittwoch geriet der 90-jährige Dauer-Regent Simbabwes allerdings kurz aus dem Tritt: Beim Verlassen eines Podiums am Flughafen in der Hauptstadt Harare verfehlte Mugabe offenbar eine Treppenstufe, stolperte und ging zu Boden. Seine Sicherheitsleute waren schnell zur Stelle, um dem Staatsoberhaupt auf die Beine zu helfen - und dafür zu sorgen, dass die umstehenden Fotografen alle Aufnahmen des allzu menschlichen Moments von ihren Speicherkarten löschen.

Ein paar Schnappschüsse haben es glücklicherweise doch an die Öffentlichkeit geschafft. Einer davon macht seitdem unter dem Hashtag #MugabeFalls als Mem die Runde: Mugabe im Kopf-an-Kopf-Duell mit Sprintstar Usain Bolt, beim Dance-Off mit Beyoncé, auf einem Hexenbesen reitend, auf der Flucht vor einem Nilpferd, beim Surfen, beim Limbotanzen …

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Menschenrechtsorganisationen prangern Mugabes Regime seit Jahren wegen Unterdrückung der Meinungsfreiheit, Verfolgung von Journalisten, Wahlbetrug und zahlreichen anderen Verstößen gegen die Menschenrechte an. Der einzige zugelassene Fernsehsender ist in staatlicher Hand, Signale von Auslandssendern werden gestört, der Besitz von Kurzwellenempfängern ist verboten. Simbabwe liegt im Pressefreiheitsranking von "Reporter ohne Grenzen" auf Platz 135 von 180. Gegen Mugabe und seine Frau Grace besteht seit 2002 ein Einreiseverbot für die EU, einzige Ausnahmen sind Uno-Konferenzen und Vatikan-Besuche.

ppl

7 Leserkommentare Diskutieren Sie mit!
Palle91 05.02.2015
janzen1 05.02.2015
hschmitter 05.02.2015
alohas 05.02.2015
schlipsmuffel 05.02.2015
karlheinzheinz 05.02.2015
OliG 06.02.2015

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Angeklickt: Wo kommt der Hype her?
  • Das Internet hat eine neue Form des Unterhaltungskonsums hervorgebracht. Es fing an mit Videos, Fotos, Powerpoint-Präsentationen, die per E-Mail herumgeschickt wurden, ging weiter mit über Instant-Messaging-Dienste verbreiteten Links zu Clips mit skateboardfahrenden Hunden oder ungelenken Kindern beim Lichtschwert-Exerzieren und fand seinen vorläufigen Höhepunkt im Weitererzähl-Web der digitalen Gegenwart. Der Lacher für die Mittagspause wird heute über Facebook oder Twitter weitergereicht, genau wie der schnelle Niedlichkeits-Kick (Katzenvideos!) als Mittel gegen den grauen Büroalltag oder der mitgefilmte schmerzhaft-dämliche Skateboard-Unfall für zwischendurch.

  • Die kaskadische Form der Informationsverbreitung, die gerade Dienste wie Twitter ermöglichen, hat dem Phänomen des spontanen Internet-Hypes ein perfektes Biotop geschaffen. Auch ein Jahre altes Video von einem lachenden Pinguin kann urplötzlich innerhalb weniger Stunden ein Millionenpublikum erreichen - wenn geheimnisvolle Faktoren zusammenkommen, die noch niemand so recht entschlüsselt hat (wer das schafft, wird vermutlich sehr reich werden).

  • Und was sich lang genug in den Köpfen der Menschen hält, was weiterverarbeitet, verballhornt, umgedeutet, neu abgemischt wird, bringt es im Informationsverbreitungs-Wunderland Internet vielleicht sogar zum Mem.

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