"(N)Onliner-Atlas": Zahl der deutschen Internetnutzer steigt kaum noch

Drei Viertel der Deutschen sind online - viele sind im vergangenen Jahr nicht dazugekommen. Laut "(N)Onliner-Atlas" gibt es zwar in diesem Jahr mehr Nutzer zwischen 60 und 69 Jahren, aber junge Verweigerer sind kaum ins Netz zu kriegen. Also bleibt der digitale Graben so groß wie er war.

Tasten in die digitale Welt (Symbolbild): Die Zahl der neuen Nutzer stagniert Zur Großansicht
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Tasten in die digitale Welt (Symbolbild): Die Zahl der neuen Nutzer stagniert

Berlin - Der typische Offliner in Deutschland ist weiblich, älter als 70 und wohnt zum Beispiel in Sachsen-Anhalt oder im Saarland. Das besagt der "(N)Onliner Atlas 2012", eine Studie der Initiative D21 und des Forschungsinstituts TNS Infratest. Demnach nutzt jeder vierte Deutsche weder beruflich noch privat das Internet; 17,1 Millionen Deutsche ab 14 Jahren sind offline.

Für knapp 76 Prozent - 53,2 Millionen - gehöre das Netz zum alltäglichen Leben, sagte der Geschäftsführer des Forschungsinstituts TNS Infratest, Robert Wieland, bei der Vorstellung der Studie am Dienstag in Berlin. Und von den Nichtnutzern planten drei Prozent, sich einen Internetzugang zuzulegen. Insgesamt aber blieb die Zahl der Web-Nutzer im Vergleich zum Vorjahr weitgehend unverändert; sie stieg um weniger als einen Prozentpunkt.

Besonders in den östlichen Bundesländern und im Saarland sind viele Menschen nicht im Netz unterwegs. In Sachsen-Anhalt, dem Saarland und Mecklenburg-Vorpommern leben im Bundesvergleich die wenigsten Internetnutzer - nur rund 68 Prozent gehen hier ins Netz. Spitzenreiter sind dagegen die Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen mit rund 80 Prozent.

Die Frauen über 50 holen langsam auf

Für die Studie wurden in diesem Jahr mehr als 30.000 Telefoninterviews geführt und ausgewertet. Dabei kam auch heraus, dass die Deutschen jenseits der 70 bei der Internetnutzung weiter aufholen: Inzwischen sind immerhin 28,2 Prozent dieser Altersgruppe online - das sind 3,6 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Damit gibt es in dieser Altersgruppe den größten Zuwachs. Unter den 60- bis 69-Jährigen erhöhte sich die Zahl der Internetnutzer auch noch spürbar, hier wurde mit 60,4 Prozent erstmals die 60-Prozentmarke durchbrochen.

Unter den älteren Internetnutzern konnten der Studie zufolge die Frauen den Abstand zu den Männern etwas verringern. Bei den Frauen ab 50 Jahren erhöhte sich die Nutzerinnenzahl von 43,6 Prozent auf 46,9 Prozent überdurchschnittlich. Allerdings ist damit noch immer mehr als die Hälfte dieser Frauen offline - bei den Männern gleichen Alters ist es nur gut ein Drittel.

Bei der nächst üngeren Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen verzeichnete die Studie allerdings eine Stagnation. Nach 75,8 Prozent im Jahr 2011 erhöhte sich die Zahl der Surfer nun nur noch leicht auf 76,6 Prozent.

Und auch unter den jungen Deutschen gibt es Offliner: immerhin rund drei Prozent unter den 20- bis 29-Jährigen. Bei ihnen sei es jedoch schwierig, sie ins Netz zu holen, sagte Wieland: "Diese jungen Leute lehnen das Internet meist pauschal ab - wie einige andere einen Fernseher." Eine Quote von hundertprozentiger Internetnutzung könne kaum erreicht werden.

juh/dpa/afp

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