Erst ist das Twitter-Konto von Burger King gekapert worden, jetzt ist auch der Account der Automarke Jeep Opfer eines solchen Angriffs geworden. Unbekannte haben im Namen der Firma gepostet, die Marke sei an Cadillac verkauft worden und man werde die Produktion einstellen. Es sei unklar, ob die beiden Fälle zusammenhängen, sagte ein Firmensprecher.
Jedenfalls sind sie ähnlich: Über das Konto von Burger King hatte Unbekannten verbreitet, die Kette sei an den Konkurrenten McDonald's verkauft worden. Die Falschmeldung per Twitter blieb stundenlang stehen, bis sie von den Verantwortlichen entdeckt wurde. Daraufhin ließ Twitter das gekaperte Konto erst einmal für einen halben Tag blockieren.
Im Fall von Jeep ging es etwas schneller: Knapp eine Stunde nach der Übernahme des Accounts schaffte es Chryslers Social-Media-Agentur, mit Hilfe von Twitter die Kontrolle zurückzuerlangen. Stolz wurde auf Twitter verkündet: "We're back in the driver's seat", man sitze wieder hinter dem Steuer.
MTV täuscht Hack seines Accounts vor
Von einem Imageschaden für Jeep geht man bei Chrysler nicht aus - wohl zu Recht. "Jeep war in dieser Zeit ein Twitter-Trend", sagte Garsten. Tatsächlich dürften die Zwischenfälle eher zur unfreiwilligen Werbung für die jeweiligen Unternehmen werden. Auf der Plattform wird gewitzelt, der Name ist im Gespräch - und Burger King hat seit der Attacke mehr als 15.000 neue Follower gewonnen. Die Betreiber des Twitter-Accounts des Musiksenders MTV beschlossen daraufhin kurzerhand, einen ähnlichen Vorfall als Werbegag zu inszenieren.
Die Streiche und Blödeleien mit Firmenaccounts könnten allenfalls peinlich für die zuständigen Social-Media-Betreuer der Firmen werden oder für Twitter selbst: Das Unternehmen ist auf zahlende Werbekunden angewiesen. Die Leichtigkeit, mit der irgendwelche Spaßvögel ein Firmenkonto nach dem anderen aufzuknacken scheinen, könnte dem Image schaden. Tatsächlich ist der Login-Mechanismus mit nur einem Passwort nicht besonders sicher.
Besonders unangenehm: Die Profile trugen die ganze Zeit über das blaue Häkchen eines von Twitter selbst bestätigten Accounts. Doch auch den potentiellen Angreifern dürften die Angriffe in der Szene keinen Ruhm einbringen. In ihrer Spekulation, wer hinter den Streichen stecken könnte, schreibt Gizmodo zum Beispiel von einem "Angriff, wie man ihn von einem 15-Jährigen erwarten würde".
juh/AP/dpa
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