Nach dem Web-Hype Verglühte Netzsternchen

3. Teil: Matt Harding tanzt einmal um die Welt


Nur einmal flog er aus dem Fernsehprogramm: Am 8. September 2005 war das, da erschien Wirbelsturm "Katrina" dem US-Frühstücksfernsehen "Good Morning America" wichtiger als der tanzende Matt Harding. Ansonsten war der 30-jährige Amerikaner bei fast allen US-Sendern zu sehen: Er tanzt eine Art Ententanz vor den Sehenswürdigkeiten dieser Welt - und filmt sich dabei.

Damit hat Harding es für einige Zeit unter die 30 meist gesehenen Anbieter auf YouTube geschafft. 2003 war der Computerspiel-Designer zu seiner ersten Weltreise aufgebrochen, fuhr so lange um den Globus, wie seine Ersparnisse reichten. Auf die Idee zu den komischen Tänzen vor Sehenswürdigkeiten brachte ihn ein Mitreisender, der ihn auch filmte. Matt Harding tanzte in Hanoi, Peking, Moskau, auf dem Kilimandscharo. Nette Urlaubserinnerungen, dachte er sich, stellte die Videos online - und wurde vom Erfolg komplett überrascht.

Es folgten Fernsehauftritte, Interviews, der ganze Netz-Hype. Noch heute, zwei Jahre nach seinem ersten Erfolg profitiert Harding von diesem Ruhm. Auch dieses Jahr reiste er wieder um die Welt - gesponsert von einem US-Kaugummi-Hersteller, der Hardings Tanzvideos als Werbung nutzt.

Damit scheint Harding gut zu verdienen. Er sagt zu SPIEGEL ONLINE: "Fast alles, was ich seit dem ersten Video gemacht habe, hat irgendwie damit zu tun. Ich kann von den Tanzvideos leben, aber über Zahlen rede ich nicht." Mit dem Netzruhm hat er vor allem gute Erfahrungen gemacht: Die Menschen erkennen ihn auf der Straße - aber nur wenn er tanzt, sagt er. Einige Dutzend Anfragen bekomme er täglich per E-Mail, erzählt er. Seine unangenehmste Erfahrung? "Kommentare von Menschen, die wütend sind, weil ich nicht in ihrem Land getanzt habe."



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