Hamburg - Das US-Nachrichtenmagazin "Newsweek" stellt Ende 2012 seine gedruckte Ausgabe ein. Künftig soll das vor 80 Jahren gegründete Magazin nur noch digital erscheinen. Das teilte "Newsweek"-Chefredakteurin Tina Brown am Donnerstag auf "The Daily Beast" mit. Die Website wurde vor vier Jahren von Brown gegründet und im Jahr 2010 mit "Newsweek" zum Unternehmen The Newsweek Daily Beast Co. zusammengelegt.
Die letzte gedruckte Ausgabe von "Newsweek" soll am 31. Dezember am Kiosk liegen. Danach werde die Redaktion unter dem Namen "Newsweek Global" ein kostenpflichtiges Online-Angebot publizieren, so Brown weiter. Sie nannte ein schwieriges Anzeigengeschäft als Grund für den Schritt. Es sollen erneut Stellen bei Verlag und Redaktion gestrichen werden.
Die erste "Newsweek" erschien am 17. Februar 1933. Gegründet wurde die Zeitschrift von einem ehemaligen Redakteur des Nachrichtenmagazins "Time". 1961 erwarb die Washington Post Company die "Newsweek". Seit 2007 steckte das Blatt in den roten Zahlen, trotz harter Sparkurse. Im August 2010 verkaufte der Verlag die damals bereits wirtschaftlich stark angeschlagene Zeitschrift für einen Dollar an den Geschäftsmann Sidney Harman.
Schon da galt das einst so wichtige Magazin als angezählt. Harman wiederum sorgte dafür, dass "Newsweek" mit der zur Firmengruppe InterActiveCorp (IAC) gehörenden Website "The Daily Beast" zusammenging. Die Internetfirma IAC gehört Barry Diller, dem ehemaligen Chef des Filmstudios Paramount. Zu den mehreren Dutzend Websites im Firmenreich gehören Dating-Portale, die Ratgeberseite ask.com und das Wörterbuch dictionary.com. IAC und die Erben von Sidney Harman bleiben auch nach Einstellung der Print-Ausgabe Eigentümer der "Newsweek"-Firma.
Mit zuletzt 1.527.156 verkauften Heften pro Ausgabe blieb "Newsweek" weit hinter dem Nachrichtenmagazin "Time" zurück. Das Wochenmagazin "Times" kommt laut dem Audit Buerau of Circulations auf 3.276.822 verkaufte Exemplare, "Bloomberg Businessweek" auf 993.267. Chefredakteurin Tina Brown nannte die schlechte Anzeigensituation im Print-Geschäft als einen Grund für die Einstellung des gedruckten Magazins. Seit 2008 hat das Unternehmen mehr Geld ausgegeben als eingenommen.
ore
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