Nach Kritik: Facebook-Chef zeigt neue Datenschutz-Optionen

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Facebook hat ein Einsehen: Firmenchef Mark Zuckerberg hat neue Optionen vorgestellt, mit denen die Nutzer die Weitergabe ihrer Daten zumindest einfacher steuern können. Damit sollen Datenschützer und Politiker beruhigt werden, die harsche Kritik an Facebook geübt hatten.

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Facebook-Chef Mark Zuckerberg: "Ziemlich große Änderungen"

Viele Dutzend Funktionen, verteilt auf mehreren Seiten - die Sicherheitseinstellungen von Facebook sind kompliziert. Damit soll jetzt Schluss sein: Nach heftiger Kritik hat Firmenchef Mark Zuckerberg am Mittwochabend Änderungen vorgestellt. In den kommenden Tagen sollen für die mehr als 400 Millionen Nutzer neue Optionen eingeführt werden. Wichtigste Neuerung: Um Statusnachrichten, Fotos, Videos und Links nur mit den eigenen Freunden zu teilen, ist künftig nur noch ein Klick notwendig. Außerdem werden alle Nutzer noch einmal explizit darauf hingewiesen, mit wem sie Informationen teilen und wie sie das beeinflussen können.

"Wir nehmen die Privatsphäre ernst", sagte Zuckerberg und wies ausdrücklich Berichte zurück, nach denen er es mit dem Bedürfnis seiner Nutzer nach Datenschutz nicht so genau nehme. Facebook habe viele Änderungen in kurzer Zeit eingeführt, nicht immer habe man diese ausreichend erklärt. Zu viele Optionen würden aber dazu führen, dass Nutzer sich unwohl fühlen.

Auch künftig wird es möglich sein, für jedes einzelne Foto, jeden Link oder jede Statusmeldung spezielle Einstellungen festzulegen. Hinzugekommen ist nur eine Seite, auf der sich die bereits bestehenden Optionen mit zwei Klicks für alle jemals veröffentlichten Daten ändern lässt. Vor allem wenig transparente Arten des Teilens, bei denen zum Beispiel Anwendungen Zugriff auf die Informationen von Freunden bekommen, sollen sich leichter unterbinden lassen. Dies werde dazu führen, dass Anwendungen weitaus weniger Informationen als bisher bekommen, sagte Zuckerberg.

Wenige Klicks für viele Optionen

Neben dem mehr oder weniger regelmäßigen Teilen von Informationen wird Facebook außerdem als Verzeichnis genutzt. Auch hier werden die Optionen, wer was von den eigenen Profildaten sehen darf, auf einer neuen Seite zusammengefasst. Standardmäßig gilt hier aber, dass diese Informationen öffentlich zugänglich sind. Zuckerberg begründete das mit der Funktion des Netzwerks: Facebook sei schließlich dazu da, dass man Freunde und Arbeitskollegen findet.

Gleichzeitig räumt Facebook mit einer Inkonsistenz auf: Zwischen den Interessen, die Facebook-Nutzer in ihrem Profil angeben, und den Seiten, von denen sie Fan werden können, wird nun nicht länger unterschieden. Zuletzt hätten 20 Prozent der Mitglieder Interessen angegeben, mit Seiten hätten hingegen 50 Prozent der Nutzer ihre Vorlieben ausgedrückt. Auch hier gibt es eine Neuerung: Bisher war man Fan einer Seite - für alle öffentlich sichtbar - oder eben nicht. Künftig lässt sich einstellen, wer diese Information sehen darf. Für jede Seite einzeln - oder für alle Seiten auf einmal.

Besonders scharf von Datenschützern kritisiert wurde eine neue Schnittstelle, mit der andere Websites Zugriff auf Facebook-Profile erhalten sollen. Diese "instant personalization" genannte Funktion lässt sich nun einfacher als bisher abschalten.

Plötzlich will Facebook für Datenschutz stehen

Zuckerberg bestritt, dass Facebook ein Interesse daran habe, dass die Nutzer des Netzwerks möglichst viele Informationen von sich öffentlich zugänglich machen. Aus Sicht von Facebook sei sogar das Gegenteil der Fall: Schließlich würden die Nutzer mehr Zeit im Netzwerk verbringen, wenn ihre Informationen nicht über Schnittstellen die Facebook-Seite verlassen. Dass Werbekunden verraten wurde, welche Nutzer ihre Anzeigen sehen, bezeichnete er als Fehler. Facebook verteile die Anzeigen auf die passenden Nutzer, das gehe die Anzeigenkunden aber nichts an.

Noch eine weitere Information war Zuckerberg wichtig: 50 Prozent der Nutzer hätten mindestens eine Einstellung geändert. Der oft vorgebrachte Vorwurf, die meisten Facebook-Mitglieder würden nur die Standard-Einstellungen verwenden und sich in Sachen Datenschutz allein auf Facebook verlassen, könne deshalb nicht stimmen.

Zwar soll vieles einfacher werden, eine Wende hin zum Datenschutz aber, wie er vor allem in Deutschland praktiziert und verstanden wird, wurde am Mittwochabend nicht verkündet. Datenschützer fordern, dass Facebook standardmäßig Informationen als privat behandeln müsse - daran ändern auch vereinfachte Optionen nichts.

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Forum - Facebook & Co. - wie öffentlich sind Sie?
insgesamt 136 Beiträge
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1. google und facebook
rblum 22.04.2010
wären eigentlich kongeniale Partner. In Österreich gibt es aber schon Bürgerwiderstand zB gegen street view (http://tinyurl.com/y797h9d). Und zu facebook noch: da sind teilweise natürlich auch die Benutzer Schuld die ihr ganzes Leben darin ausbreiten. Ein Weitergabe an Dritte (http://tinyurl.com/y2mulxj) ist natürlich ein datenschutzpolitischer Wahnsinn.
2.
DJ Doena 22.04.2010
Ich mache im Internet nur das öffentlich, womit ich keine Probleme habe und das mache ich auch auf Facebook nicht anders.
3. Will man das?
cpg 22.04.2010
Es ist die Frage, ob der User das überhaupt will. Ich finde es vollkommen lästig, dass mir andauernd irgendwelche Vorschläge gemacht werden "das könnte Sie auch interessieren" - oder "Ihre Freunde fanden auch das und das interessant". Das mag zwar für einige Leute einen Mehrwert bedeuten, aber für sehr viele ist das ganz einfach nur lästig. Andererseits wird das eine Marktmacht werden. Ist es für Unternehmen wichtig, bei Google gut gelistet zu sein, so wird es in Zukunft vielleicht darauf ankommen, wie viele "Empfehlungen" über die eigene Firma im Netz kursieren. Missbrauch ist dabei natürlich auch möglich.
4. 0 Problem
Websingularität 22.04.2010
Zitat von sysopNoch ein Zentralorgan im Internet: Google weiß, auf welchen Web-Seiten was steht, Facebook protokolliert, wie gut die Nutzer die Inhalte finden. Mit attraktiven Gratis-Werkzeugen lockt das Netzwerk neue Partner - und will so für Nutzer und Werbekunden attraktiver werden als Google. Wie beurteilen Sie die Entwicklung?
Hab eigentlich kein Problem damit. Bin sowieso eher der Typ, der jede SpamMail öffnet, jedes Pop-Up anklickt und sich überall registriert wo man sich nur registieren kann. Mein Informationen sind dermaßen redundant, Facebook würde nichts Neues mehr erfahren.
5. Sklaven der Werbung und Klicktrottel des Internets
keshoo 22.04.2010
Es ist noch ein wenig früh, die Auswirkungen zu beurteilen. Die neuen Werkzeuge sind noch nicht überall im Einsatz, Nutzer haben die Auswirkungen noch nicht erfahren. Mit dem Plan von CEO Zuckerberg - wenn er aufgeht - macht sich jedes Facebook-Mitglied, das die neuen Werkzeuge bedient, zum Sklaven der Werbung und Klicktrottel des Internets.
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Facebook: Neue Datenschutz-Einstellungen sorgen für Unmut

Soziale Netzwerke
Facebook
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Facebook ging Anfang 2004 als soziales Netzwerk für Harvard-Studenten online. Zunächst konnten nur Menschen mit E-Mail-Adressen ausgewählter US-Hochschulen Mitglieder werden, seit 2006 ist die Seite für alle Über-13-Jährigen offen. Nach eigenen Angaben hat Facebook 845 Millionen aktive Mitglieder weltweit (Dezember 2011). Mehr zu Facebook auf der Themenseite.
Google+
Google+ ist der Versuch, den sozialen Funktionen von Facebook und Twitter etwas entgegenzusetzen. Das soziale Netzwerk wurde im Juni 2011 gestartet und hat nach Firmenangaben rund 170 Millionen Nutzer (April 2012). Der Funktionsumfang ist rein aus Nutzersicht vergleichbar mit Facebook, Schnittstellen für externe Entwickler sind allerdings eingeschränkt. Google animiert seine Nutzer, das Netzwerk als zentralen Hub für seine Dienste zu nutzen. Mehr zu Google+ auf der Themenseite.
Twitter
DPA
Der auf kurze Textnachrichten spezilalisierte Dienst Twitter wurde im Juli 2006 gegründet. Populär wurde der Dienst als Verteilnetzwerk für Links, Fotos und Videos. Twitter zählt nach eigenen Angaben mehr als 140 Millionen Nutzer (März 2012). Mehr zu Twitter auf der Themenseite.
Xing
Xing (früher OpenBC) wurde 2003 von Lars Hinrichs gegründet. Nach eigenen Angaben hat Xing über 11,7 Millionen Mitglieder (Stand: Dezember 2011), etwa acht Prozent haben einen kostenpflichtigen Premium Account. Bei Xing geht es vor allem um berufliche Kontaktaufnahme. Mehr zu Xing auf der Themenseite...
StudiVZ
Ehssan Dariani hat die Studenten-Community StudiVZ 2005 gegründet. Zuerst investierten Lukasz Gadowski und Matthias Spiess in StudiVZ, später finanzierten es vor allem die Gebrüder Samwer - bekannt für die Klingeltonfirma Jamba - und der Venture-Capital-Arm des Holtzbrinck-Verlags ("Die Zeit", "Handelsblatt"). Im Januar 2007 übernahm Holtzbrinck StudiVZ. Derzeit haben die Plattformen studiVZ.net, schuelerVZ.net und meinVZ.net nach eigenen Angaben rund 17,4 Millionen Nutzer (Stand: Januar 2011). Mehr zu StudiVZ auf der Themenseite...
Lokalisten
Im Mai 2005 gegründet, hat das Netzwerk Lokalisten nach eigenen Angaben (Stand Juli 2010) inzwischen 3,6 Millionen Nutzer. Mehr zu Lokalisten bei Wikipedia...
Spin.de
Das 1996 in Regensburg gegründete Unternehmen Spin betreibt ein eigenes soziales Netzwerk, aber auch integrierte Unter-Communitys mit regionalem Fokus, die mit Partnern vor Ort (Lokalradios vor allem) betrieben werden. Nach eigenen Angaben (Stand Februar 2011) hat Spin.de eine Million aktive Mitglieder. Mehr zu Spin.de bei Wikipedia...
Wer kennt wen
Wer-kennt-wen wurde von den beiden Studenten Fabian Jager und Patrick Ohler gegründet. Seit Februar 2009 gehört das Netzwerk vollständig RTL Interactiv, die Gründer schieden Ende August 2010 aus. Das Netzwerk hat laut Betreiber über 9,5 Millionen Nutzer (Stand: Januar 2012). Mehr zu Wer-kennt-wen bei Wikipedia...
MySpace
MySpace war 2006 das populärste soziale Netzwerk in den USA. Ein Jahr zuvor war es von Rupert Murdochs News Corporation gekauft worden. Bekannt wurde es durch die Möglichkeit, Musik einzubinden. Künstler und Bands nutzten die Plattform als Marketingplattform. Zeitweise hatte MySpace mehr als 220 Millionen Nutzer, nach Berechnungen von Google rund 30 Millionen Nutzer (Dezember 2011). Mehr zu MySpace auf der Themenseite...

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