Nach Twitter und Facebook Google sperrt Fake-Nutzerkonten aus Iran

Nach Facebook und Twitter hat nun auch Google Propaganda-Accounts gelöscht. Offenbar stammen die Videos und Konten aus Iran. Der Verdacht: gezielte Manipulation, kurz vor den Wahlen im US-Repräsentantenhaus.

REUTERS


Nur wenige Monate vor den US-Repräsentantenhauswahlen gehen die großen US-Technologiekonzerne verstärkt gegen Falschinformationen vor. Nach Facebook und Twitter hat nun auch Google mehrere Nutzerkonten mit Verbindungen zum Iran gesperrt.

Die Konten hätten ihre Zugehörigkeit zur staatlichen iranischen Rundfunkgesellschaft Irib verschleiert, schrieb Googles Vize-Präsident Kent Walker in einem Blog. Wer auf diese Art und Weise "beeinflusse", verstoße gegen die Regeln von Google. Der Konzern erklärte, auch die US-Strafverfolgungsbehörden über seine Untersuchungen informiert zu haben.

Demnach wurden etwa 39 YouTube-Kanäle gesperrt, deren Videos in den USA fast 13.500 Mal angesehen wurden. Zudem wurden sechs Konten der Plattform Blogger sowie 13 Konten des Netzwerks Google+ lahmgelegt. Die Konten sollen "englischsprachige politische Inhalte in den USA" verbreitet haben - mehr Details zu den gelöschten YouTube-Videos nannte Walker nicht.

Google habe bei der Suche nach den Propaganda-Accounts mit der Cybersicherheitsfirma FireEye zusammen gearbeitet. Zudem gab Google an, im vergangenen Jahr seine Bemühungen gegen die Internet Research Agency (IRA) verstärkt zu haben, die als digitaler Arm der russischen Regierung gilt.

Auch Facebook, Instagram und Twitter löschten Fake-Profile

Facebook, Instagram und Twitter hatten ebenfalls erklärt, gezielte Desinformationskampagnen aus Russland und dem Iran gestoppt zu haben:

  • Bei Facebookund Instagram seien 652 Accounts, Seiten und Gruppen gelöscht worden. Diese sollen aus Iran und vom Umfeld des russischen Militärgeheimdiensts betrieben worden seien. "Wir ermitteln immer noch und es gibt eine Menge, was wir noch nicht wissen", sagte Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Ersten Erkenntnissen zufolge habe es sich um zwei voneinander getrennte Kampagnen aus Russlandund Iran gehandelt.
  • Twitter schaltete nach eigenen Angaben 284 Nutzerkonten ab, die sich "an koordinierter Manipulation" beteiligt hätten. Die Vorwürfe richteten sich nur gegen Iran.

Vor der US-Kongresswahl im November werden verstärkte Manipulationsversuche über die sozialen Medien befürchtet. Grund zu dieser Annahme lieferte der Präsidentschaftswahlkampf 2016: Facebook war hart dafür kritisiert worden, dass auf der Plattform gefälschte Accounts in großem Stil Falschinformationen verbreiten konnten. Deswegen verschärfte das Online-Netzwerk im vergangenen Jahr massiv die Sicherheitsvorkehrungen.

kmy/AFP



insgesamt 6 Beiträge
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fixik 24.08.2018
1.
Wieso sollte Iran da auch nicht versuchen Einfluss zu nehmen. Das ist moralisch vollkommen richtig. Es geht hier um Menschenleben. Da sind die Sorgen der USA nachrangig. Und was will die USA als Vergeltung machen? Neue Sanktionen gegen Iran erlassen? Da gibt es ja nichts mehr was die ISA erlassen kann. Iran kann jetzt also machen was es will. Zum Krieg wird es eh kommen. Zwei Jahre früher oder später ist eh egal. Ich hoffe, dass wenn es zum Krieg kommt, Iran es schafft die Ölproduktion im Nahen Osten zu zerbomben. Dann bitte noch verminen und von mir aus kontaminieren. Der Ölpreis wird dann auf 250 Dollar steigen. Die Weltwirtschaft wird anschließend zusammenbrechen. Regime werden stürzen. Auch im Westen werden so einige Politiker vom Volk gejagt. Diese Politikergeneration wird entmachtet, teilweise verklagt. Die nächste Politikergeneration wird die Kosten des Krieges dann wissen. Leider wird USA davon nicht stark genug leiden. Die haben eigenes Öl. Dafür werden die keine Verbündete mehr haben.
olivervöl 24.08.2018
2. Feindsender hören verboten
Unerwünschte Nachrichten heißen jetzt „Desinformation“ und „Wahlmanipulation“. Was daran schlimm sein soll, wenn Angehörige des iranischen Rundfunks Google-Konten haben, erschließt sich mir nicht. Irgendwie müssen die ja auch arbeiten. Und die Sichtweise des russischen Militärs dürfte genauso interessant und legitim sein wie die des US-amerikanischen. Wenn die US-Wähler vor widersprüchlichen Nachrichten geschützt werden müssen, scheint die Demokratie dort nicht besonders stark zu sein.
sven2016 24.08.2018
3.
Kaum erklärt Trump, bei einer Amtsenthebung bräche die amerikanische Wirtschaft auf Steinzeitniveau zusammen, da posten seine Trolle, auch hier im Forum, es werde sowieso Krieg geben und die Weltwirtschaft sei dann erledigt. Leute, merkt ihr nicht, wie verzweifelt ihr seid, dass ihr das richtige Leben nicht versteht? Nur absolute Verlierer wünschen sich eine Katastrophe, damit es möglichst Allen so mies geht wie ihnen jetzt schon. Sollte man aus Foren löschen.
freidenker! 24.08.2018
4. Der Glaube an Fake News
Nicht die Fake News sind das Problem, sondern das Problem sind die Menschen die an Fake News glauben, ohne diese auch nur im allergeringsten kritisch zu hinterfragen. Das heißt wir, die Empfänger der Fake News, sind schuldig an unserem eigenen geistigen Unverstand. Das die machtbewußten Absender der Fake News diesen Umstand ausnutzen ist nur eine logische Folge, und zeigt deutlich auf was die Absender in Wirklichkeit von den Empfängern, also uns, denken. Wenn die Menschen die Fake News als das behandeln würden was sie tatsächlich sind, dann würden diese nach und nach im Laufe der Zeit verschwinden. Und wie sollte man Fake News behandeln, wenn man diese als solche erkannt hat? Ab in die Mülltonne oder ins Klo damit ...
saiber 25.08.2018
5. @freidenker, Stimme zu
---Zitat--- Das heißt wir, die Empfänger der Fake News, sind schuldig an unserem eigenen geistigen Unverstand. Das die machtbewußten Absender der Fake News diesen Umstand ausnutzen ist nur eine logische Folge, und zeigt deutlich auf was die Absender in Wirklichkeit von den Empfängern, also uns, denken. ---Zitatende--- Da stimme ich zu, aber sollen wir uns dem ergeben? Warum glauben soviele Menschen an die Fake News und dümmliche Verschwörungstheorien? Sie sagen, dass es denen an der nötigen Bildung fehlt, die ihnen es ermöglicht Fake News zu erkennen, die Fakten richtig einzuordnen und Lügen zu entlarven. Das ist richtig. Aber das ist nunmal der heutige Zustand und es wird auch kaum möglich sein diesen Zustand zu ändern. Der Individuelle Mensch je nach seiner Bildung mag ja intelligent, rational sein und die Fähigkeit haben zu denken. In der Gruppe oder einer Meute ist er strohdumm. Des Weiteren, sind gebildete Menschen noch lange nicht davor sicher auf Fake News reinzufallen. Eine sehr gut ausgearbeitete Falschnachricht, mit pseudowissenschaftlichen Belegen, die kaum für einen Durchnittsmenschen überprüfbar ist, ist schwer zu entlarven. Dazu benötigt es Experten auf den jeweiligen Gebiet. Dazu kommen Menschen, die denken ausreichend gebildet zu sein und sich nicht für dumm verkaufen lassen können. Und wenn es passiert, wird aus Angst sein Gesicht zu verlieren es geleugnet und man hält stur an seiner falschen Position fest. (Trump Anhänger). Man kann ja nicht so dumm gewesen sein. Aber, warum sollen wir das so einfach akzeptieren. Auch wir werden dadurch beeinflusst, denn wenn die Mehrheit so dumm ist und wir in einer Demokratie leben, müssen wir uns dem einfach hingeben? Jetzt drehen Sie mal meine Wörter um und Sie sehen, es geht auch andersherum. Warum denken wir das wir richtig liegen und die anderen dumm sind? Deshalb, Fakten sind Fakten und Lügen sind Lügen. Wenn die Allgemeinheit nicht fähig ist beides zu trennen, dann muss es eine Instanz geben, die dazu fähig ist. In einem Gericht wird so eine Situation von einem kompetenten Richter entschieden. Das Internet muss von einer höheren Instanz reguliert und kontrolliert werden, denn der freie Nutzer ist dazu nicht fähig.
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