Von Konrad Lischka
Ein Zufall, aber ein symbolträchtiger: In Stockholm läuft gerade der Strafprozess gegen die Betreiber der Torrent-Suchmaschine Pirate Bay mit starkem Medienecho und reger Beteiligung der Musikindustrie. Knapp zwei Kilometer westlich vom Amtsgericht entwickeln in einem Bürogebäude eine Handvoll Programmierer ein verblüffendes Online-Musikangebot. Und kaum jemand merkt's.
Spotify heißt der schwedische Dienst, den man auch in Deutschland nutzen kann.
Bei dem Streaming-Angebot kann man für zehn Euro im Monat, einen Euro am Tag oder kostenfrei mit Werbeeinblendungen den gesamten Musikkatalog hören - auf beliebig vielen Computern, ohne Einschränkung. Das ist in dieser Kombination einzigartig (siehe Kasten unten).
So muss ein Streaming-Angebot aussehen: Umfassendes Angebot, kinderleichte Bedienung, schlanke, schnelle Software, einfache Preismodelle mit einem werbefinanzierten Gratisangebot zum Anfixen.
Allein: Spotify ist nicht perfekt. Idee, Design und Programmierung sind genial, doch wer das Angebot ein paar Tage lang testet, merkt, dass die Lizenzpolitik der Musiklabels einen großen Erfolg wohl verhindern dürfte. Was bei Spotify nicht funktioniert, ist symptomatisch für den gesamten Online-Musikvertrieb.
Zehn Jahre nach Napster hat die Musikindustrie das Web noch immer nicht begriffen. SPIEGEL ONLINE beschreibt die vier größten Fehler am Beispiel Spotify.
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