US-Urteil Ein Jahr Haft wegen Racheporno auf Facebook

Weil er intime Fotos von seiner Ex-Freundin ins Netz gestellt hat, ist ein Mann in Kalifornien zu einer Haftstrafe von einem Jahr verurteilt worden. Es ist das erste Mal, dass in den USA ein neues Gesetz gegen sogenannte Rachepornos zur Anwendung kommt.

Richterhammer (Symbolbild): Mehrere Staaten haben Gesetze gegen Rachepornos erlassen
AP

Richterhammer (Symbolbild): Mehrere Staaten haben Gesetze gegen Rachepornos erlassen


Ein Gericht in Los Angeles hat einen Mann für schuldig befunden, ein Nacktbild seiner Ex-Freundin im Internet verbreitet zu haben. Der 36-Jährige wurde zu einem Jahr Haft und 36 Monaten Bewährung verurteilt. Der Täter postete das Foto auf der Facebook-Seite des Arbeitgebers des Opfers.

Der 36-Jährige ist damit der Erste, der in Kalifornien wegen der Verbreitung eines sogenannten Rachepornos verurteilt worden ist. Ein entsprechendes Gesetz ist im Oktober in Kalifornien in Kraft getreten. "Dieses Urteil sendet ein starkes Signal, dass ein so boshaftes Verhalten nicht toleriert wird", sagte der Staatsanwalt Mike Feuer nach dem Verfahren.

Das neue Gesetz sieht für derartige Fälle eigentlich eine Strafe von sechs Monaten Gefängnis und bis zu 1000 Dollar Geldstrafe vor. Im vorliegenden Fall fiel das Urteil härter aus, weil der Angeklagte außerdem gegen eine Unterlassungsverfügung verstoßen hatte. Diese war gegen ihn erlassen worden, weil er seiner Ex-Freundin nach der Trennung beleidigende SMS-Nachrichten geschickt hatte.

Insgesamt haben in den vergangenen Jahren 13 US-Bundesstaaten entsprechende Gesetze gegen die Verbreitung von Rachepornos verabschiedet. Auch in Großbritannien ist kürzlich zum ersten Mal ein Täter nach einem solchen Gesetz verurteilt worden.

ply



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