Warnung des Innenministers "Ein Nacktbild gehört nicht in die Cloud"

Günther Oettinger hat sich bei dem Thema blamiert, jetzt äußert sich Thomas de Maizière zu Nacktfotos in der Cloud. Die Nutzer müssten sich selbst schützen, sagt der Innenminister.

Thomas de Maizière (im Hamburger Übersee-Club): "Nicht alles im Internet erledigen"
DPA

Thomas de Maizière (im Hamburger Übersee-Club): "Nicht alles im Internet erledigen"


Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat auf dem Nationalen IT-Gipfel davon abgeraten, online zu viele Daten preiszugeben. "Ein Nacktbild gehört einfach nicht in die Cloud", sagte de Maizière am Dienstag in der Hamburger Handelskammer. Man müsse "nicht alles im Internet erledigen".

Das Thema Nacktfotos hatte Anfang September Schlagzeilen gemacht, als Hacker private Bilder von Prominenten wie der Schauspielerin Jennifer Lawrence ins Netz gestellt hatten. Ende September hatte sich schon der designierte EU-Digitalkommissar Günther Oettinger zu dem Hack geäußert, mit den viel kritisierten Sätzen: "Wenn jemand so blöd ist und als Promi ein Nacktfoto von sich selbst macht und ins Netz stellt, hat er doch nicht von uns zu erwarten, dass wir ihn schützen. Vor Dummheit kann man die Menschen nur eingeschränkt bewahren."

Thomas de Maizière sagte nun, damit Vertrauen ins Netz geschaffen würde, müsse ein Verständnis für verschiedene Stufen der Sicherheit entstehen. So könnten schon mit wenigen Maßnahmen wie Passwortänderungen und Verschlüsselung 80 bis 90 Prozent der Gefahren abgewendet werden.

Neben den Nacktfotos wurde in Hamburg auch über das umstrittene E-Mail-System De-Mail gesprochen: De Maizière kündigte an, dass bis Ende 2015 "weit über 200 Behörden und Einrichtungen des Bundes über De-Mail kommunizieren können" werden. Ein Drittel der deutschen Großunternehmen und Zehntausende mittelständische Firmen hätte inzwischen De-Mail-Verträge gezeichnet, heißt es. Bei der Telekom hätten 2000 Städte und Gemeinden das System eingerichtet, monatlich kämen 200 dazu.

Nach Angaben von de Maizière wird Sachsen als erstes Bundesland dafür sorgen, dass Landesbehörden und Kommunen ab August 2016 flächendeckend über De-Mail erreichbar sind. Das System war unter anderem auf dem letzten Jahrestreffen des Chaos Computer Clubs (CCC) heftig kritisiert worden.

mbö/dpa



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insgesamt 64 Beiträge
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Seite 1
Shoxus 21.10.2014
1. Auch
wenn ich diese Hampelmänner der Industrie net leiden kann, das solche Bilder nicht in die Cloud gehören ist allerdings richtig.
mcmercy 21.10.2014
2.
Ähh und was hat de Maizière jetzt anderes gesagt als Öttinger? Nichts! Und warum hat sich dann Öttinger blamiert? Man kann den Gedankengänken der SPON Redakteure mal wieder nicht so recht folgen.
Sandygirl 21.10.2014
3. Wer nichts zu verstecken hat....
Schön, dass sich der Bundesinnenminister zum Thema äußert. Den haben wir vermisst, auch wenn seine Aussage überrascht. Mit der gewünschten Zunahme von staatlicher Kontrolle über die Privatsphäre der Bürger mutet es seltsam an, wenn "Daten nicht in die Cloud" sollen... Also merke, Nacktbilder lokal speichern, Bombenbauanleitung in die Cloud! Aber De-Mail erfüllt ja alle Anforderungen an die Kontrollierbarkeit durch den Staat und liefert dabei noch eine Menge Risken und Nebenwirkungen, über die der Apotheker leider nichts weiß. Fragen wir mal beim CCC nach, warum De-Mail auch eine ziemlich dumme Idee ist...
knürken 21.10.2014
4.
Stimmt – und ein völlig Ahnungsloser gehört nicht auf den Stuhl des EU-Digitalkommissars.
swnf 21.10.2014
5. Bravo Thomas
Alles was ich dieser Aussage unseres sehr kompetenten (Ironie) Innenministers entnehmen kann, ist, dass er den Kampf gegen Kriminalität im Internet aufgegeben hat! Super Leistung! Demnächst dann folgendes von diesem Herrn: "Wer Nachts noch auf diese Strasse geht, hat von uns nicht zu erwarten, dass wir ihn schützen! Alle, die mich gewählt haben, sind mit ihrer eigenen Dummheit gestraft genug!" (Ok, die Vorlage dazu hat der Öttinger gegeben, aber die beiden geben sich da nicht viel)
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