Naher Osten Heiliger Krieg im Netz

Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern tobt auch im Internet. Zu den Zielen der befeindeten Hackergruppen zählen die Websites der Hamas und der Bank of Israel.


Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten, als im Oktober des letzten Jahres Israelis den Server der Hisbollah attackierten. Propalästinensische Hacker schlugen sofort zurück und legten unter anderem israelische Regierungsseiten lahm. Seitdem tobt der Cyber-Dschihad: Bis Anfang Januar haben Palästinenser über 160 Ziele im Netz angegriffen, um Israel zu schaden. Das hat das US-amerikanische Computer-Sicherheitsunternehmen IDefense kürzlich in einem Report veröffentlicht.

Mitglied der radikalen Hamas-Bewegung: Der Cyber-Dschihad tobt
DPA

Mitglied der radikalen Hamas-Bewegung: Der Cyber-Dschihad tobt

Unter den Hacker-Zielen waren die Bank of Israel, die Börse in Tel Aviv oder das israelische Außenministerium, dessen Internet-Seiten für drei Tage nicht erreichbar waren. Auch die Gegenseite war nicht untätig: Proisraelische Hacker attackierten rund 40 Cyber-Ziele, etwa die Website der Hamas oder das Online-Angebot des iranischen Landwirtschaftsministeriums.

Sowohl Israelis als auch Palästinenser nutzten für ihre Angriffe die üblichen elektronischen Sabotagemittel, berichtet IDefense: Internet-Server wurden mit Tausenden sinnloser E-Mails bombardiert oder gegnerische Websites mit der eigenen Propaganda versehen; so richteten Israelis unter Domain-Namen wie "hizballa.org" Seiten mit Horrorbildern von palästinensischer Gewalt ein.



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