Anonymous-Anhänger: Unbekannte rufen zum Angriff auf israelische Websites auf

Anonymous-Aktivisten solidarisieren sich im Nahost-Konflikt mit den Palästinensern. Das Hacker-Kollektiv hat außerdem versucht, Websites der israelischen Regierung vom Netz zu nehmen. Offenbar ohne großen Erfolg.

Anonymous-Aktivisten in London (Archivbild): "Niemand schaltet das Internet ab" Zur Großansicht
AP

Anonymous-Aktivisten in London (Archivbild): "Niemand schaltet das Internet ab"

Der eskalierende Streit zwischen Israel und der radikal-islamischen Hamas im Gaza-Streifen forderte in dieser Woche mindestens 19 Opfer, Dutzende Menschen wurden verletzt. Doch der Konflikt wird nicht nur mit Raketen, sondern zunehmend auch im Netz geführt: Die israelischen Streitkräfte nutzen intensiv Twitter zu Propagandazwecken. Nun schlägt das Internet zurück.

Oder zumindest die, die sich öffentlich immer wieder als dessen Stellvertreter positionieren: Das Anonymous-Kollektiv reagierte mit einem Aufruf zur #opisrael auf die Eskalation in Nahost. An Israel gerichtet heißt es in einer auf anonpaste.me veröffentlichten Mitteilung: "Niemand schaltet das Internet ab." Die israelische Regierung soll davor gewarnt haben, Gaza vollständig von allen Telekommunikationsmöglichkeit zu isolieren und damit eine Grenze überschritten. Die Konsequenz: gezielte Attacken auf hochrangige israelische Websites.

Einer der zahlreichen Twitter-Accounts, die der Gruppe zugeordnet werden, @AnonymousPress, verkündete eine erfolgreiche Attacke gegen mehr als 40 Seiten. Radware, ein IT-Sicherheitsunternehmen mit Sitz in Tel-Aviv, bestätigte der "New York Times" jedoch, dass es den Hackern nur in wenigen Fällen gelungen sei. Die Anonymous-Mitglieder hätten etwa die Website eines privaten Überwachungsunternehmens mit der Nachricht "Hört auf, Gaza zu bombardieren!" ersetzt. Regierungswebsites konnten demnach nicht wie via Twitter angegeben aus dem Netz genommen werden.

Erfolgreich war Anonymous dafür bei einigen weniger hochkarätigen Zielen. Am Freitagvormittag war beispielsweise die Seite eines Anbieters für VIP-Limousinenfahrten gehackt, laut "Forbes" traf es zwischenzeitlich auch ein Exportunternehmen und eine Immobilienfirma.

Anonymous Solidarisierung erstreckt sich auch jenseits der gewohnt dramatisierten Drohungen: Zehntausende Mitglieder der Anonymous-Armee stünden hinter den Palästinensern, heißt es in der Pressemitteilung, und würden ihnen helfen, wo immer sie können. So verweisen die Autoren darin auch auf ein zum Download angebotenes Care-Paket für Gaza, aus dem die Palästinenser Überlebensstrategien ohne Internet ziehen können sollen. Auch darin enthalten ist demnach eine Anleitung, wie sie die Überwachung des israelischen Militärs umgehen können.

Eine weitere Hacker-Gruppe, Telecomix, gibt ebenfalls detaillierte englischsprachige Tipps, wie Betroffene im Fall der Abschaltung des Netzes den Kontakt zur Außenwelt aufrechterhalten können; Telecomix hatte schon während des Internet-Blackouts in Ägypten für Abhilfe gesorgt.

can

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 2 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Dass
zombie69 18.11.2012
Anonymus bis heute die brutale Behandlung zum Beispel des nordkoreanischen, syrischen oder des weissrussischen Volkes nicht anprangerte bzw. weiterhin dazu zuschaut, lässt sie als unglaubwürdig und heuchlerisch entlarven. Schwach!
2. schwächer... am schwächsten...
G.Mein 19.11.2012
Zitat von zombie69Anonymus bis heute die brutale Behandlung zum Beispel des nordkoreanischen, syrischen oder des weissrussischen Volkes nicht anprangerte bzw. weiterhin dazu zuschaut, lässt sie als unglaubwürdig und heuchlerisch entlarven. Schwach!
Beispielhafter deutscher Satzbau. Muss schon sagen... Fehlen nur ein paar Sachen. z.B. wer da wie "behandelt" wurde. Leute, die sich "zombieXX" nennen, kann ich aber auch so nicht ernst nehmen.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Web
RSS
alles zum Thema Hacker
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 2 Kommentare
  • Zur Startseite
Zur Autorin
  • Carolin Neumann berichtet und bloggt aus Hamburg über die Zukunft der Medien. Nebenbei schaut sie viel zu viele Serien.
Netzwelt auf Twitter

Über diesen Account erreichen Sie das Ressort und verpassen keinen Artikel.


Fotostrecke
Die Geschichte Israels: Ein Land zwischen Krieg und Terror


E-Book-Tipp
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher
    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.A.

    Kindle Edition: 1,99 Euro.

  • Einfach und bequem: Direkt bei Amazon bestellen.