Die Antwort hat nicht lange auf sich warten lassen. Nachdem am Montag die Web-Auftritte der Fluggesellschaft El Al und der Börse in Tel Aviv vermutlich von saudi-arabischen Hackern lahmgelegt worden waren, folgte nun die Retourkutsche. Wie "Haaretz" berichtet, haben israelische Hacker vorübergehend die Web-Seite der saudi-arabischen Börse Tadawul lahmgelegt. Außerdem attackierten sie die Börse in Abu Dhabi, dabei sei es ihnen gelungen, auf der Web-Seite der Kursanzeigen Verzögerungen zu verursachen.
Die Truppe habe sich selbst "IDF-Team" benannt, nach der allgemein üblichen Bezeichnung für die israelischen Streitkräfte (IDF = Israel Defense Forces). Sie erklärten, ihre Attacke sei die Antwort auf den "lächerlichen" Angriff auf israelische Seiten vom Montag. Sie warnten die Gegenseite vor der Fortsetzung der Hack-Angriffe. In diesem Fall würden sie "in einem nächsten Schritt Websites für einen Zeitraum von zwei Wochen bis zu einem Monat lahmlegen". Schon zuvor habe ein proisraelischer Hacker auf einer populären Hacker-Web-Seite 30.000 E-Mail-Adressen und Passwörter "hilfloser Araber" veröffentlicht. Auch diese Aktion sei eine Reaktion auf die Veröffentlichung israelischer Kreditkartennnummern gewesen.
Währenddessen versuchen israelische Sicherheitsexperten, die Angelegenheit zu entdramatisieren. Bei der Attacke auf israelische Netzpräsenzen habe es sich um eine durchschnittliche Distributed Denial of Service (DDoS)-Attacke gehandelt, so Amichai Shulman von der Sicherheitsfirma Imperva in Tel Aviv. An der Aktion sei "nichts Exotisches" gewesen, derartige Angriffe würden jeden Tag gegen Seiten in Israel und anderswo durchgeführt. Der Hauptunterschied liege diesmal nur darin, dass der Angriff "gezielt und laut" gewesen sei. "Normalerweise sind die Leute hinter einer DDoS-Attacke hinter Geld her und jeder versucht, die Sache geheimzuhalten, die Angreifer wie auch die Leute, die dann zahlen", so Shulman zu "Ars Technica".
Allem Anschein nach müssen sich Internetnutzer in der Region auf weitere Aussetzer gefasst machen. Die Hamas forderte propalästinensische Hacker in aller Welt auf, Cyber-Attacken auf israelische Ziele zu intensivieren. Laut Bloomberg erklärte der Hamas-Sprecher Sami Abu Zuhri, "in israelische Web-Seiten einzudringen bedeutet, ein neues Feld des Widerstands zu eröffnen und den Beginn eines elektronischen Kriegs gegen die Besatzung Israels".
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