Neckermann.de Hacker klauen 1,2 Millionen Datensätze

Das Versandhaus neckermann.de ist Opfer eines Hackerangriffs geworden. Unbekannte stahlen die Daten von 1,2 Millionen Gewinnspiel-Teilnehmern von den Servern des Unternehmens. Das Unternehmen hat eine Info-Hotline eingerichtet.

Versandhaus neckermann.de: Angriffsziel für Datendiebe

Versandhaus neckermann.de: Angriffsziel für Datendiebe


Man könnte meinen, es wären gerade Hacker-Wochen: Erst wird Sony Ziel wiederholter Hacker-Attacken, dann das Unternehmen, das im Auftrag der französischen Anti-Filesharing-Behörde Hadopi auf Piratenjagd ging, schließlich amerikanische Rüstungskonzerne und Websites der rechtsextremen NPD. Fast nebenbei gestand China noch ein, eine Spezialeinheit von Elite-Hackern zu trainieren. Und jetzt auch noch das: Am Dienstag teilt das Versandhausunternehmen neckermann.de (PDF) mit, auch in seine Server seien Unbekannte eingedrungen.

Von dem Angriff betroffen gewesen seien allerdings nur "Neben Systeme", heiß es in einer Mitteilung des Unternehmens. Zum Online-Shop hätten die Hacker dagegen keinen Zugang erlangt. Stattdessen, so das Unternehmen, hätten die Eindringlinge Vor- und Familiennamen sowie E-Mail-Adressen von 1,2 Millionen Gewinnspiel-Teilnehmern erbeutet. Andere personenbezogene Daten, beteuert neckermann.de, seien nicht entwendet worden.

Bereits am 26. Mai war der Datenklau aufgeflogen. Wann genau der eigentliche Angriff stattfand, konnten Experten des Unternehmens bislang nicht herausfinden. Bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt wurde Anzeige gegen Unbekannt gestellt. Überdies habe man auch die zuständige Datenschutzaufsichtsbehörde über den Hacker-Angriff informiert, obwohl man dazu nach eigener Ansicht und der Auskunft externer IT-Rechts-Experten nicht verpflichtet gewesen wäre.

Die Betroffenen habe man bereits per E-Mail über den Vorfall informiert, heißt es seitens neckermann.de weiter. Außerdem habe man "nach Bekanntwerden der Straftat sowie nach umgehenden Ermittlungen zum Tathergang die Sicherheit des angegriffenen Servers wieder hergestellt und zusätzlich verstärkt." Für Rückfragen wurde eine Hotline unter der kostenlosen Rufnummer 0800 / 664 69 87 eingerichtet.

Unklar ist nur, weshalb das Unternehmen so lange gewartet, bevor es die Öffentlichkeit über den Datendiebstahl informierte. Und während man die Firma dafür loben muss, dass sie nun offenbar offensiv mit dem Problem umgeht, verwundert es, dass sie den Angriff in einem Absatz ihrer Pressemitteilung kleinzureden versucht. Dort heißt es: "Hacker-Angriffe kommen im Internetzeitalter weltweit zunehmend häufiger vor" und würden sich "gegen zahlreiche Unternehmen unterschiedlichster Branchen" richten.

Das mag alles richtig sein, entscheidend für die Betroffenen bleibt aber doch der jeweilige Einzelfall.

mak

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insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
dango 31.05.2011
1. Und es wäre so einfach...
Wenn ich das richtig sehe, bietet Neckermann in der Regel Gewinnspiele an, bei denen man seine Kontaktdaten in ein einfaches Formular einträgt, absendet und fertig. Nichts mit Benutzerkonto, Passwort, Anmeldung o.ä. Warum man für eine solche Funktion die Datensätze aller Teilnehmer dauerhaft in einer von außen erreichbaren Zone speichert, ist mir schleierhaft.
co2lüge 31.05.2011
2. ...
Danke spiegel.de. Nein, aber wir wollen keine Vorratsdatenspeicherung und auch keinen Polizeistaat. Netter Versuch.
carranza 31.05.2011
3. Aber wer klaut denn schon Gewinnspieldaten?
Ich dachte eigentlich die gehen sowieso reihum. ;)
☺☺☺ 31.05.2011
4. Vorratsdatenspeicherung
Zitat von co2lügeDanke spiegel.de. Nein, aber wir wollen keine Vorratsdatenspeicherung und auch keinen Polizeistaat. Netter Versuch.
Ich finde der Artikel ist eher ein Argument gegen die Vorratsdatenspeicherung: Wenn am laufenden Bande Unternehmen und Regierungen Daten abhanden kommen dann sollte der Schutz der Privatsphäre erhöht werden und Daten nur wenn unvermeidbar erhoben werden. Das ist also ein Argument gegen die Vorratsdatenspeicherung.
Johnny58745 31.05.2011
5. 1.2 Millionen???
Nun ja 1.2 Millionen kann ja wohl kaum nur von nem Gewinnspiel sein, wenn man bedenkt dass DE nur etwa 82 Millionen Einwohner hat und man Kinder noch abzieht, halte ich es fuer extrem unglaubwuerdig, dass 1.2 Millionen an einem Gewinnspiel teilgenommen haben.
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