Nerd-T-Shirts: Was sagt die Kommunistenkatze?
Sie sind frech, intelligent, abseitig, schrill: Hunderte Leser haben uns mit T-Shirts versorgt, die durch einen ganz eigenen Humor verblüffen - Nerd-Humor. Lernen auch Sie, was die Mao-Katze zu bedeuten hat.
Über Hemden mit Botschaft haben wir vor gut einem Monat berichtet - und erwartungsgemäß schieden sich am Sujet die Geister. Die einen konnten sich am höheren Blödsinn bedruckter T-Shirts begeistern, den anderen erschien der Ausflug in die vermeintlichen Niederungen des T-Shirt-Humors schlicht blödsinnig.
Wer es also nicht witzig findet, wenn Erwachsene mit T-Shirts herumlaufen, auf denen Godzilla-Warnschilder prangen, seltsame Facebook-Botschaften, mathematische Formeln oder Cookies fressende Pac-Men, der ignoriere bitte diesen Text und die Fotostrecke oben und lese stattdessen etwas Sachliches.
Klar ist: Schon an Tag eins nach Veröffentlichung unseres kleinen Modeexkurses (siehe Fotostrecke unten) in die Welt der Nerds landeten mehr als hundert weitere Fotos und Hinweise in unserem Postfach. Leser dankten für das Bekenntnis zum schrägen Shirt. Neben gestalterisch gewagten Designs fanden sich unter den Tipps zahlreiche hintersinnige Motive, die das alles als kulturelles Phänomen outen.
Man muss kein Hacker sein, um die Shirts zu verstehen, kein Sci-Fi-Freak, Social-Network-Afficionado oder Profi-Surfer - aber es hilft.
Dinge wie "21 ist nur die halbe Antwort" versteht man halt besser, wenn man durch richtige kulturelle Inputs seinen Humor angeschrägt hat (eine Erklärung des 21-Spruchs finden Sie im zweiten Teil dieses Artikels).
Alle Vorschläge konnten wir nicht aufnehmen, und einige Shops, die offenbar erst nach unserem Artikel entstanden, haben wir wegen der teils unklaren Copyright-Situation zunächst draußen gelassen. Aber nur zunächst - denn Teil 3 wird folgen, und natürlich bleiben wir interessiert:
Zeigen Sie uns Ihre schönsten Nerd- und Geek-Shirts - E-Mail genügt!
- 1. Teil: Was sagt die Kommunistenkatze?
- 2. Teil: "21 ist nur die halbe Antwort" - die Lösung des Rätsels
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- Sonntag, 15.08.2010 – 17:22 Uhr
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Als Slangwort soll es laut "Newsweek" 1951 in Detroit verwendet worden sein, um sich dann Anfang der sechziger Jahre über ganz Amerika bis nach Schottland zu verbreiten. Damals bezeichnete es eine langweilige Person, etwas später einen sozial unfähigen Streber. Damals entstand auch die Variante Nurd, die sich möglicherweise vom rückwärts buchstabierte "drunk", betrunken, ableitete. Auch Fantasy-Autor Terry Pratchett soll "knurd" so verwendet haben. Am MIT sei von 1971 an "gnurd" weit verbreitet gewesen.
Ein anderer Ansatz sieht die Ursprünge des Wortes in der Bauchrednerpuppe Mortimer Snerd. Vielleicht ist es auch das Akronym aus "Northern Electric Research and Development"-Labors, dessen Ingenieure für das heutige Nerd-Image Pate standen. Neben Pratchett reklamierte auch Philipp K. Dick den Begriff "nurd" für sich, wie aus einem (angeblich authentischen) Brief des 1982 verstorbenen Science-Fiction-Autors hervorgehen soll.
In "War Games" (1983), in dem ein programmierender Teenager fast einen nuklearen Krieg auslöst – und schließlich kraft seines Hirnschmalzes verhindert. In "Revenge of the Nerds" (1984) versuchen ein paar Highschool-Versager den Aufstieg auf der Beliebtheitsskala.
Im selben Jahr startet die TV-Serie "Trio mit vier Fäusten" ("Riptide"), in denen der harmlos-amüsante Murray "Boz" Bozinsky (Thom Bray) mitsamt seinem Roboter zwei Macho-Privatdetektive unterstützt.
Fünf Jahre später dann sprengt der kauzige Teenager Steve Urkel die Sitcom "Alle unter einem Dach" ("Family Matters", 1989): Zunächst nur für eine Folge vorgesehen, wird er schnell zum Hauptcharakter der Serie.
Die Neunziger nahmen sich dann in vielerlei Filmen Nerd-Themen wie Hacking ("Hackers", 1995), Persönlichkeitsrechte ("Das Netz", 1995) oder virtuelle Realitäten ("eXistenZ", "Matrix", 1999) vor.
Gerade das amerikanische Indie-Kino feiert den Außenseiter: "Donnie Darko" (2001), "Napoleon Dynamite" (2004) oder "Little Miss Sunshine" (2006) sind liebevolle Porträts gesellschaftlicher Randfiguren, die sich um Anerkennung und Selbstfindung drehen.
Im Amerikanischen gibt es außerdem den Dork, der abschätzigste Begriff für einen Nerd. In Australien bezeichnet Dag einen Menschen, der vom Geschehen um sich herum abgeschnitten ist, sich weder modisch noch sozial verhält, dabei aber freundlich und amüsant ist.
- Fotostrecke: Mode für Nerds
- Shirts für Nerds: Hemden mit Botschaft (13.07.2010)
- Bizarrer Fund: Erbse keimt in Rentnerlunge (12.08.2010)
für die Inhalte externer Internetseiten.
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