Nerd-T-Shirts: Was sagt die Kommunistenkatze?

Sie sind frech, intelligent, abseitig, schrill: Hunderte Leser haben uns mit T-Shirts versorgt, die durch einen ganz eigenen Humor verblüffen - Nerd-Humor. Lernen auch Sie, was die Mao-Katze zu bedeuten hat.

Mode für Nerds: Wirkt doof, ist es aber nicht Fotos
Francis Verquin

Über Hemden mit Botschaft haben wir vor gut einem Monat berichtet - und erwartungsgemäß schieden sich am Sujet die Geister. Die einen konnten sich am höheren Blödsinn bedruckter T-Shirts begeistern, den anderen erschien der Ausflug in die vermeintlichen Niederungen des T-Shirt-Humors schlicht blödsinnig.

Wer es also nicht witzig findet, wenn Erwachsene mit T-Shirts herumlaufen, auf denen Godzilla-Warnschilder prangen, seltsame Facebook-Botschaften, mathematische Formeln oder Cookies fressende Pac-Men, der ignoriere bitte diesen Text und die Fotostrecke oben und lese stattdessen etwas Sachliches.

Klar ist: Schon an Tag eins nach Veröffentlichung unseres kleinen Modeexkurses (siehe Fotostrecke unten) in die Welt der Nerds landeten mehr als hundert weitere Fotos und Hinweise in unserem Postfach. Leser dankten für das Bekenntnis zum schrägen Shirt. Neben gestalterisch gewagten Designs fanden sich unter den Tipps zahlreiche hintersinnige Motive, die das alles als kulturelles Phänomen outen.

Fotostrecke

13  Bilder
Nerdshirts: Schräg ist chic
Man muss kein Hacker sein, um die Shirts zu verstehen, kein Sci-Fi-Freak, Social-Network-Afficionado oder Profi-Surfer - aber es hilft.

Dinge wie "21 ist nur die halbe Antwort" versteht man halt besser, wenn man durch richtige kulturelle Inputs seinen Humor angeschrägt hat (eine Erklärung des 21-Spruchs finden Sie im zweiten Teil dieses Artikels).

Alle Vorschläge konnten wir nicht aufnehmen, und einige Shops, die offenbar erst nach unserem Artikel entstanden, haben wir wegen der teils unklaren Copyright-Situation zunächst draußen gelassen. Aber nur zunächst - denn Teil 3 wird folgen, und natürlich bleiben wir interessiert:

Zeigen Sie uns Ihre schönsten Nerd- und Geek-Shirts - E-Mail genügt!

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 27 Beiträge
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1. rm -rf /bin/laden
brain_in_a_tank 15.08.2010
naja, die erklaerung dieses Befehls in der Bildergalerie ist ja arg duerftig ausgefallen. und das bei einem artikel, der nerds ansprechen sollte. 'rm' fuer remove war ja richtig, aber die option -r sagt, dass der loesch befehl rekursiv in einem verzeichnis ausgefuehrt werden soll, also das directory sammt Inhalt beseitigt werden soll. die -f option gibt keine prioritaet, sonder sagt, dass alles ohne rueckfragen geloescht werden soll. und geloescht wird nur das 'laden' unterverzeichnis im unix systemverzeichnis 'bin', in dem die ausfuehrbaren Dateien zu finden sind. Somit wird auch nicht bin laden geloescht, sondern nur laden. das bin bleibt unangetastet. da wollte jemand mehr nerdy sein als der iq erlaubte...
2. Nich so schlecht
Liberalitärer 15.08.2010
Zitat von brain_in_a_tankSomit wird auch nicht bin laden geloescht, sondern nur laden. das bin bleibt unangetastet. da wollte jemand mehr nerdy sein als der iq erlaubte...
Das bin Verzeichnis zu löschen, wäre so gut auch aber nicht. Wenn Sie das wollen, haben wir morgen dieses verdammte Netz auch nicht mehr. mv /bin/Laden /dev/null wäre eine gangbare Alternative. Gruss.
3. We come in peace
brotherhilmar 15.08.2010
Tja und das "We come in peace"-Shirt is auch eher ist auch eher eine ironische Anspielung auf den ständig monotonen Kampf gegen die ewig gleichen Aliens in SpaceInvaders. Weiß net, wann das Shirt raus kam, aber wenn es noch recht neu ist, könnte es sich auch um einen Sidekick auf das Super-Easy-Mode-Video von Collegehumor.com handeln: http://www.youtube.com/watch?v=ZA303Ct0MIs&feature=related Siehe 1:20 BrotherH
4. T-Shirt Idee im Grunde von "Fat Freddy's Cat" abgekupfert
fpa 15.08.2010
Zitat von sysopSie sind frech, intelligent, abseitig, schrill. Hunderte Leser haben uns mit T-Shirts versorgt, die durch einen ganz eigenen Humor verblüffen - Nerd-Humor. Lernen auch Sie, was "rm -rf /bin/laden" zu bedeuten hat. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,711724,00.html
Nun ja, da gab es mal so einen Comix, Anfang der 70er, gehörte wohl zu den Ur-Vätern der U-Comix: Fat Freddy's Cat Und ich erninnere mich an ein Bild, wo Fat Freddy, während eer seine Katze im Arm hat, einem anderen Mann in etwa so etwas sagte: "Schau mal, wie schlau meine Katze ist!" Und im nächsten Bild zieht er seiner Katze am Schwanz, während er sie fragt: "Wie heißt der große Vorsitzende der Chinesen?" Und jetzt darf man dreinmal raten, was die Katze wohl antwortet: "Mao!" Also wirklich nichts neues. Der Gag hat mir damals gefallen. Dieses Remake auf dem T-Shirt ist leider eher lau.
5. mao-tshirt
Snowball 15.08.2010
mao heißt auf deutsch auch katze. ist dann aber ein anderes schriftzeichen als bei dem Familienname mao von mao zedong. (familiennamen stehen bei chinesen immer vorne) könnte also auch als chinesischer wortwitz verstanden werden.
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Nerds
Klicken Sie zur Definition auf den entsprechenden Begriff.
Der Begriff Nerd
Die Meinungen gehen auseinander, wo die Wurzeln des Begriffs Nerd zu suchen sind. In Wikipedia wird zum einen Dr. Seuss' Buch "If I Ran the Zoo" (1950) genannt. Dort gibt der Erzähler an, er würde "a Nerkle, a Nerd and a Seersucker, too" für seinen imaginären Zoo wählen.

Als Slangwort soll es laut "Newsweek" 1951 in Detroit verwendet worden sein, um sich dann Anfang der sechziger Jahre über ganz Amerika bis nach Schottland zu verbreiten. Damals bezeichnete es eine langweilige Person, etwas später einen sozial unfähigen Streber. Damals entstand auch die Variante Nurd, die sich möglicherweise vom rückwärts buchstabierte "drunk", betrunken, ableitete. Auch Fantasy-Autor Terry Pratchett soll "knurd" so verwendet haben. Am MIT sei von 1971 an "gnurd" weit verbreitet gewesen.

Ein anderer Ansatz sieht die Ursprünge des Wortes in der Bauchrednerpuppe Mortimer Snerd. Vielleicht ist es auch das Akronym aus "Northern Electric Research and Development"-Labors, dessen Ingenieure für das heutige Nerd-Image Pate standen. Neben Pratchett reklamierte auch Philipp K. Dick den Begriff "nurd" für sich, wie aus einem (angeblich authentischen) Brief des 1982 verstorbenen Science-Fiction-Autors hervorgehen soll.
Nerds in Filmen
In dem Moment, als der Computer die Wohnzimmer eroberte, feierte auch der Nerd im Film seinen Durchbruch. Früher in der Figur des verrückten Wissenschaftlers inkorporiert, mauserten sich die intelligenten Außenseiter zu Helden. So in "Tron" (1982), wo Hacker Flynn im Kampf gegen sein eigenes Programm über sich selbst hinauswächst.

In "War Games" (1983), in dem ein programmierender Teenager fast einen nuklearen Krieg auslöst – und schließlich kraft seines Hirnschmalzes verhindert. In "Revenge of the Nerds" (1984) versuchen ein paar Highschool-Versager den Aufstieg auf der Beliebtheitsskala.

Im selben Jahr startet die TV-Serie "Trio mit vier Fäusten" ("Riptide"), in denen der harmlos-amüsante Murray "Boz" Bozinsky (Thom Bray) mitsamt seinem Roboter zwei Macho-Privatdetektive unterstützt.

Fünf Jahre später dann sprengt der kauzige Teenager Steve Urkel die Sitcom "Alle unter einem Dach" ("Family Matters", 1989): Zunächst nur für eine Folge vorgesehen, wird er schnell zum Hauptcharakter der Serie.

Die Neunziger nahmen sich dann in vielerlei Filmen Nerd-Themen wie Hacking ("Hackers", 1995), Persönlichkeitsrechte ("Das Netz", 1995) oder virtuelle Realitäten ("eXistenZ", "Matrix", 1999) vor.

Gerade das amerikanische Indie-Kino feiert den Außenseiter: "Donnie Darko" (2001), "Napoleon Dynamite" (2004) oder "Little Miss Sunshine" (2006) sind liebevolle Porträts gesellschaftlicher Randfiguren, die sich um Anerkennung und Selbstfindung drehen.
Nerd, Geek, Dork, Dag
Eigentlich bezeichnet der Begriff "Nerd" einen hochintelligenten, aber sozial unfähigen Menschen, der all seine Energie auf geistiger Ebene verwendet und sich und sein Umfeld dabei vernachlässigt. Ein Geek ist eine etwas harmlosere, gesellschaftlich anerkanntere Form des Nerds, der viel Zeit auf ein bestimmtes Thema oder Themengebiet lenkt, heute vor allem auf das Internet, Computer oder Videospiele. Wenn wir im Deutschen von einem Nerd reden, meinen wir meist einen Geek.

Im Amerikanischen gibt es außerdem den Dork, der abschätzigste Begriff für einen Nerd. In Australien bezeichnet Dag einen Menschen, der vom Geschehen um sich herum abgeschnitten ist, sich weder modisch noch sozial verhält, dabei aber freundlich und amüsant ist.


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