Preiserhöhung in den USA Netflix dreht an der Preisschraube

In den USA müssen Netflix-Kunden ab sofort mehr zahlen. Den deutschen Markt trifft das vorerst nicht - der Konzern testet aber auch hierzulande neue Preismodelle.

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In den USA müssen Streaming-Fans zukünftig zwischen 13 und 18 Prozent mehr für ihr Netflix-Abo ausgeben, wie der Konzern mitteilte. Das Premium-Abo, bei dem man auf vier Geräten gleichzeitig Serien und Filme ansehen kann, kostet nun 15,99 Dollar. In Deutschland kostet dieses Abo derzeit 13,99 Euro. Für amerikanische Neukunden gelten die erhöhten Preise ab sofort, bestehende Abos sollen in den kommenden Monaten angepasst werden.

Deutsche Netflix-Kunden haben vorerst keine Preiserhöhung zu befürchten, heißt es seitens des Unternehmens. "Preiserhöhungen sind länderspezifisch und der Anstieg in den USA hat keinen Einfluss auf eine globale Preisänderung und deutet auch nicht auf einen etwaigen Preisanstieg in Deutschland hin", sagte ein Sprecher von Netflix Deutschland auf SPIEGEL-Anfrage.

Austesten möglicher Preisgrenzen

Allerdings testet der Streamingdienst immer wieder auch in Deutschland, ob Neukunden höhere Preise akzeptieren würden. In manchen Gebieten werden bestimmten Internetnutzern Abopreise angezeigt, die um bis zu vier Euro höher liegen als die Standardpreise. Das Premium-Abo wird bei einem solchen Test etwa für 17,99 Euro monatlich angeboten - statt der eigentlich üblichen 13,99 Euro.

"Wir testen regelmäßig neue Dinge bei Netflix und diese Tests variieren typischerweise in ihrer Dauer. In diesem Fall testen wir leicht unterschiedliche Preiskategorien, um besser zu verstehen, wie die Verbraucher Netflix aufnehmen", bestätigt ein Pressesprecher von Netflix Deutschland dem SPIEGEL die Versuche. "Nicht jeder wird diesen Test sehen und wir werden möglicherweise niemals die spezifischen Preispunkte dieses Tests anbieten."

Neukunden, denen ein solcher Testpreis angeboten wird und die bereit sind, ein Abo zu dem im Test genannten Preis abzuschließen, werden laut Netflix vor dem Vertragsabschluss über den tatsächlich geforderten Preis informiert. Sie zahlen dann genauso viel wie andere Kunden.

Steigende Aktienkurse

Anleger reagierten positiv auf die Preiserhöhung des Streamingdienstes in den USA. Die an der Nasdaq notierten Netflix-Aktien stiegen um 6,1 Prozent auf 353,25 Dollar. Das US-Analysehaus Bernstein Research hat die Einstufung für Netflix auf "Outperform" mit einem Kursziel von 421 Dollar belassen.

Die Preiserhöhung des Streamingdienstes sei moderat gewesen, kommentierte Analyst Todd Juenger in einer am Mittwoch vorliegenden Studie. Sie zeuge nicht von einer nachlassenden Dynamik bei der Abonnenten-Gewinnung, sondern lediglich davon, dass das Unternehmen keine Möglichkeiten zur Umsatzsteigerung auslasse. Am Donnerstag veröffentlicht der Streamingdienst die Zahlen zum vierten Quartal.

mit Material von dpa und Reuters

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insgesamt 20 Beiträge
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Seite 1
Zuversicht 16.01.2019
1. Die besser Alternative für Serien und Filme ohne Werbezerstücklung
Wenn man auf Live-Sport verzichten kann, ist der Abopreis für ein werbefreies Portal, dass monatlich gekündigt werden kann, immer noch deutlich günstiger, wie so manches Pay-TV Paket mit ähnlichem Inhalt. Zumal die Werbung in den USA kaum zu ertragen ist. Im Prinzip gilt ähnliches auch hier. Eine vernünftige Internetanbindung vorausgesetzt erwacht der moderne 4k UHD TV dank Netflix und Co. zum Leben. Dazu keine festen Sendezeiten, kein Problem mit irgendwelchen eingeschränkten Aufnahmefunktionen, die mir bestimmte Sender auch noch verbieten. Und auch noch ein Punkt: Wenn dort eine Serie anläuft, kann man sicher sein, die Staffel auch komplett sehen zu können. Das trifft auf manchen quotenorientierten Privatsender hierzulande nicht immer zu.
remedias.cortes 16.01.2019
2. Billiger als die GEZ
ist es allemal. Ab 15 Euro liegen sie dann aber gleich auf, das wäre in Deutschland erwähnenswert.
Rahvin 16.01.2019
3.
Und wieder geht es bei Aktionären nur um Neukundenanwerbung. Wenn dann der Markt irgendwann gesättigt ist, stinkt die Aktie ab. Oder der Betreiber ist angehalten, die Preise ständig zu erhöhen, um die Anleger bei Laune zu halten. Das hat mit nachhaltigem Wirtschaften recht wenig zu tun. Marktanteile erobern, während man rote Zahlen schreibt, das finden Anleger vernünftig, wenn man dann aber ein Modell entwickeln muss, bei dem man Kunden hält und den Kundenstamm pflegt, dann wird das abgestraft. Das ist, gelinde gesagt, lächerlich.
Trollflüsterer 16.01.2019
4.
Zitat von ZuversichtWenn man auf Live-Sport verzichten kann, ist der Abopreis für ein werbefreies Portal, dass monatlich gekündigt werden kann, immer noch deutlich günstiger, wie so manches Pay-TV Paket mit ähnlichem Inhalt. Zumal die Werbung in den USA kaum zu ertragen ist. Im Prinzip gilt ähnliches auch hier. Eine vernünftige Internetanbindung vorausgesetzt erwacht der moderne 4k UHD TV dank Netflix und Co. zum Leben. Dazu keine festen Sendezeiten, kein Problem mit irgendwelchen eingeschränkten Aufnahmefunktionen, die mir bestimmte Sender auch noch verbieten. Und auch noch ein Punkt: Wenn dort eine Serie anläuft, kann man sicher sein, die Staffel auch komplett sehen zu können. Das trifft auf manchen quotenorientierten Privatsender hierzulande nicht immer zu.
Wer nur auf Serien und Unterhaltung steht, kommt da natürlich super sediert weg. Wer auf seriöse Nachrichten, politische Magazine und Hintergründe, aktuelle Dokus, Satire, interaktives Kinderfernsehen usw. steht, schaut in die Röhre. Und mein super 4K TV lebt auch wunderbar komplett ohne Netflix und das langweilige Prime, nämlich schlicht über die YouTube App.
Trollflüsterer 16.01.2019
5.
Zitat von remedias.cortesist es allemal. Ab 15 Euro liegen sie dann aber gleich auf, das wäre in Deutschland erwähnenswert.
Was die Vielfältigkeit des Programmangebotes betrift haben sie natürlich recht, das ist Netflix wirklich "billiger", sprich weit abgeschlagen.
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