Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Netflix, Treasuremap, iPhone 6: Was diese Woche in der Netzwelt wichtig war

Die Deutsche Telekom ist vermutlich ein Opfer der NSA, neue Dokumente zeigen, wie genau der Geheimdienst das Netz kartiert. Netflix geht in Deutschland an den Start - überzeugend? Es gibt neue iPhones und ein neues iOS - attraktiv? Der Wochenrückblick.

Neues iPhone: Die Kamera ragt ein bisschen heraus, ist es auch ein herausragendes Telefon? Zur Großansicht
Matthias Kremp

Neues iPhone: Die Kamera ragt ein bisschen heraus, ist es auch ein herausragendes Telefon?

Für das deutschsprachige Internet begann die Nachrichtenwoche diesmal schon am Samstagabend gegen 18 Uhr: Das Netz der Deutschen Telekom wird vermutlich von der NSA oder deren Verbündeten angezapft, berichtet der SPIEGEL, auch beim Kölner Internetanbieter Netcologne ist der Geheimdienst offenbar eingedrungen. Drei deutsche Anbieter von Satelliten-Internetverbindungen sind Dokumenten aus dem Fundus von Edward Snowden zufolge vom britischen Geheimdienst GCHQ angezapft worden. Als der Chef und der IT-Chef des deutschen Anbieters Stellar zum ersten Mal die Dokumente sahen, die belegen, dass die Briten sogar ihre Server-Passwörter kennen, waren die Filmemacherinnen Laura Poitras und Katy Scoggin mit der Kamera dabei.

Die Information über die mutmaßlichen Zugangspunkte der britischen und amerikanischen Dienste stammen aus einem NSA-System namens Treasuremap, einer Art Datenbank. Sie enthält alle Informationen, die die NSA und ihre Verbündeten über die weltweite digitale Infrastruktur besitzen. Alles über diese Generalstabskarte für den Cyberwar und die Originaldokumente finden Sie hier.

Als am Dienstagmorgen die deutsche Version der US-Streaming-Plattform Netflix an den Start ging, waren die Erwartungen groß. Kann das Unternehmen, das nicht zuletzt mit spektakulären Eigenproduktionen wie "House of Cards" und "Orange is the new Black" neue Fernsehmaßstäbe setzte, auch den deutschen Markt umkrempeln? Und wie verhält sich das Netflix-Angebot zu dem der großen hiesigen Konkurrenten Watchever, Sky Snap, Amazon Instant Video und Maxdome? Wir haben die bereits hier verfügbaren Dienste mit einem umfangreichen Testprogramm geprüft und mit Netflix verglichen. Das Ergebnis: Auch im Netflix-Angebot klaffen erwartungsgemäß gewaltige Lücken - dafür kann der Dienst in anderen Bereichen durchaus überzeugen.

Fotostrecke

21  Bilder
Netflix und seine Alternativen: Das bieten Maxdome, Watchever und Co.
Die besagten Lücken weisen übrigens ausnahmslos alle Video-on-Demand-Angebote auf - der Dienst "WerStreamtEs" will dieses Problem nun zumindest abmildern. Er beantwortet die Frage, welche Plattform bestimmte Filme und Serien im Angebot hat. Nicht nur Flatrate-Angebote, auch der Einzelverkauf oder -verleih werden dort abgefragt.

Nach der Vorstellung seiner Smartwatch in der vergangenen Woche hatte Apple diese Woche noch einmal einiges zu bieten, um die Tech-Nachrichten weiter zu dominieren. Ab den frühen Morgenstunden des vergangenen Mittwoch erschienen weltweit die ersten Rezensionen der neuen Apple-Handys iPhone 6 und 6 Plus - mittlerweile kann man sich sogar schon ansehen, wie das iPhone 6 Plus von innen aussieht.

Fotostrecke

22  Bilder
Neue Apple-Smartphones: iPhone 6 und iPhone 6 Plus im Test
SPIEGEL-ONLINE-Tech-Reporter Matthias Kremp hat die beiden neuen Smartphones gründlich getestet. Seine Erkenntnisse können Sie hier nachlesen. Aber auch für Apple-Fans, die sich derzeit kein neues Handy leisten können oder wollen, gibt es etwas Neues: Seit Mittwochabend ist das neue iOS 8 verfügbar. Was es anders macht als der Vorgänger, was seine Stärken und Schwächen sind, lesen Sie hier.

Erwartungsgemäß gab es zum Start auch gleich das eine oder andere Problem: Neben langen Download-Zeiten gab es auch Ärger mit der Healthkit-Software.

Die wichtigsten Neuerungen von iOS 8

E-Mails schneller bearbeiten: Einige Dinge gehen in Apples Mail-App nun fixer. Wischt man von links nach rechts über eine E-Mail, kann man sie als ungelesen markieren. Wischt man von rechts nach links, kann man sie löschen, markieren oder ein Untermenü mit weiteren Funktionen öffnen. Sehr nützlich, wenn man viel unnütze Nachrichten bekommt: Mit einem schwungwollen Wischen von rechts nach links befördert man die jeweilige E-Mail direkt in den Papierkorb.

Wissen, was ist: Ein Fingertipp auf das Fähnchen links unten in der Mail-App öffnet ein Untermenü, das unter anderem den Eintrag Mitteilung enthält. Tipp man darauf, lässt sich festlegen, dass man benachrichtigt wird, sobald der Gesprächspartner geantwortet hat.

Mehr wissen: Die Suchfunktion Spotlight durchkämmt nun nicht mehr nur das Gerät selbst, sondern auch das Web. Wird sie fündig, zeigt sie Suchergebnisse in der Nähe, Webfundstellen wie die Wikipedia, Webseiten und passende Apps an.

Fotos-App: Die bisher sehr rudimentären Bildbearbeitungsfunktionen seiner Foto-App hat Apple deutlich erweitert. Bemerkenswert ist, dass die App schief aufgenommene Bilder nun automatisch gerade ausrichtet. Klappt das nicht, kann man manuell nachjustieren.

Feinschliff: Ein Fingertipp auf das Poti-Symbol der Foto-App fördert ein Untermenü zutage, in dem man weitere Funktionen findet. Mit ihnen lassen sich beispielsweise Kontrast und Helligkeit zu manipulieren.

Schneller sein: Auf Nachrichten kann man jetzt sofort reagieren. Wird eine neue Mitteilung oben auf dem Bildschirm eingeblendet, wischt man kurz von oben aus darüber hinab. Sofort öffnet sich ein Fenster, in das man seine Antworten tippen kann. Die Tastatur bietet dabei gängige Antworten als Vorlage an.

Wo stecken Energieschleudern? Im Untermenü Allgemein -) Benutzung -) Batterienutzung kann man sich anzeigen lassen, welche Apps wie viel Prozent des Gesamtenergieverbrauchs ausmachen. Sehr nützlich, um starke Verbraucher zu identifizieren, ist dabei die Messung des Verbrauchs der letzten sechs Tage.

Chat mit Sprache: In der Nachrichten-App gibt es jetzt ein Mikrofon-Icon. Indem man seinen Finger darauf drückt, startet man eine Audio-Aufzeichnung. Sobald man den Finger hebt, wird die Aufzeichnung beendet und an den Chart-Partner gesendet.

Besser weniger tippen: Die neue Quick-Type-Tastatur kann es leichter machen, schneller lange Texte zu schreiben. Sie gibt oft recht gute Vermutungen dazu ab, was man wohl als nächstes tippen will. Statt das Wort zu schreiben, reicht es dann aus, auf den Vorschlag zu tippen.

Bleibt alles in der Familie: Mit der sogenannten Familienfreigabe können Familienmitglieder jetzt über eine gemeinsame Zahlungsmethode im iTunes- und App Store shoppen. Anders ausgedrückt: Papa zahlt, alle anderen kaufen ein. Der große Vorteil ist, dass alle Zugriff auf alle Inhalte haben.

Schnellzugriff: Die Personen, mit denen man zuletzt per iPhone Kontakt hatte, kann man sich per Doppeltipp auf den Home-Button anzeigen lassen. Ein Tipp auf einen der dargestellten Köpfe fördert Symbole zur schnellen Kontaktaufnahme über alle verfügbaren Kanäle (Teleon, Handy, Facetime, SMS) auf den Bildschirm.

Siri wird musikalisch: Mit iOS 8 lernt die Sprachassistenzfunktion Siri auch Musikstücke zu erkennen, so wie die bekannte App Shazam. Um herauszufinden, was man gerade hört, fragt man Siri einfach "Welche Musik höre ich gerade?". Man kann das auch als Quiz auffassen.

Übersicht schaffen: In der Nachrichtenzentrale, die man öffnet, indem man von oben nach unten über den Bildschirm wischt, lassen sich Mitteilungen auf dieselbe Weise bearbeiten wie in der Mail-App, also, indem man von rechts über die Nachrichten wischt.

Mehr Bewegung: Die Health-App, die Apple mit iOS 8 liefert, ist bisher noch weitgehend nutzlos. Sie wird erst dann interessant, wenn andere Apps und Fitness-Gadgets ihre Daten einspeisen. Bisher kann sie gerade mal Schritte zählen und abschätzen, wie viele Stockwerke man gestiegen ist.

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH





Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Bei Amazon kaufen.
SPIEGEL.TV
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: