Login-Allianz netID startet mit 60 Websites

Mit demselben Account bei Dutzenden Webseiten anmelden: Der deutsche Dienst netID soll ähnlichen Angeboten von Facebook und Google Konkurrenz machen. Seit Donnerstag ist er verfügbar.

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Das Login-System netID ist am Donnerstag mit 60 Partner-Websites gestartet. Auf Seiten wie Merkur.de, Sat1.de oder Kabeleins.de sowie bei dem Online-Mode-Shop Calida können sich Nutzer künftig mit demselben, einmal eröffneten Account anmelden. Der netID-Login-Button ist auf den Websites jeweils in grüner Farbe hervorgehoben.

Rund 35 Millionen Internet-Nutzer könnten sich mit ihren bestehenden Web.de-, GMX- und 7Pass-Accounts ab sofort anmelden, heißt es von netID. Man kann sich aber auch mit einer beliebigen E-Mail-Adresse auf den Partnerseiten oder direkt auf netid.de registrieren. In letzterem Fall bekommt man ein Konto, das - laut den netID-Anbietern entscheidet sich dies per Zufallsprinzip - entweder von ProSiebenSat.1, RTL oder United Internet zur Verfügung stellt wird.

Die drei Firmen - zu United Internet gehören Web.de und GMX - sind die treibenden Kräfte hinter netID, sie arbeiten schon länger an dem System. Ein deutscher Konkurrent ist der Login-Dienst Verimi, mit Partnern wie der Deutschen Bahn, der Deutschen Telekom, Volkswagen, Lufthansa und dem Medienunternehmen Axel Springer.

Was man vor der Angabe neuer Daten wissen sollte

Loggt man sich per netID bei einen Onlineangebot ein, wird zunächst angezeigt, welche der eigenen Daten dem Anbieter beim Login via netID zur Verfügung gestellt werden. Gegebenenfalls jedoch werden dann noch weitere Informationen, wie etwa die Anschrift oder das Geburtsdatum, abgefragt. Diese tauchen danach auch im Stammprofil bei netID auf.

Wir haben testweise ein netID-Konto über netID.de erstellt, brauchten dafür im Grunde nur eine E-Mail-Adresse und ein Passwort. Wollten wir das Konto jedoch beim Modeshop Calida verwenden, mussten wir zusätzlich unter anderem eine Anschrift und einen Namen eingeben. Diese Daten tauchten bei uns fortan auch im sogenannten "netID Privacy Center" des Ursprungs-Accounts auf - und das auch, nachdem wir die netID-Verknüpfung zum Modeshop wieder gekappt hatten.

Im Test war es uns danach auch nicht mehr möglich, die Angabe zu unserem Namen ganz zu entfernen - wir konnten sie allerdings beliebig ändern. Die Informationen zu Straße, Hausnummer und Ort dagegen ließen sich im "Privacy Center" löschen.

Konkurrenz zu US-Diensten

Sven Bornemann, Vorstandsvorsitzender der European netID Foundation, sagt, er wolle das Angebot von netID nun gemeinsam mit weiteren Partnern des Systems "zügig ausbauen". Laut der netID-Website sollen "demnächst" unter anderem Zalando, die Otto Group, C&A und dpd das Angebot erweitern. Auch der SPIEGEL Verlag und andere Medienhäuser wie die Süddeutsche Zeitung wollen in Zukunft mit netID zusammenarbeiten.

NetID versteht sich als Konkurrenz zu amerikanischen Plattformen. Facebook, Google und Twitter etwa bieten ihren Nutzern schon lange die Möglichkeit an, sich mit den jeweiligen Account-Daten auf verschiedenen Seiten anzumelden.

In Sachen zusätzliche Sicherheitsfeatures liegt netID bislang allerdings beispielsweise hinter Googles Dienst: So gibt es Stand Donnerstag bei NetID keine Option, seinen Login per Zwei-Faktor-Authentifizierung zusätzlich zu schützen. Das heißt: Erbeutet oder erfährt jemand das eigene Passwort, könnte er sich damit im Namen des Nutzers auf allen mit dem netID-Account verbundenen Seiten einloggen.

Bei Google dagegen lässt sich einstellen, dass man auch beim Login auf Drittseiten nicht nur nach dem Passwort gefragt wird, sondern auch nach einem Code, der etwa per Mobiltelefon empfangen wird.

So einfach ist Zwei-Faktor-Authentifizierung

mbö/dpa

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insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
Tharsonius 08.11.2018
1. Ernsthaft?
Die Spamschleudern web.de und gmx sind da im Boot? Grund genug mich davon fernzuhalten.
sven2016 08.11.2018
2. Immer weniger
eigene Verantwortung für die Internetsicherheit tragen und nachher die Gratis-Dienstleister wegen Datenleck abmeiern? So läuft das nicht. Alle Diensteanbieter sind Geschäftspartner. Sie müssen Einnahmen auf die eine oder andere Art generieren und Kosten minimieren. Zu einfach ist oft falsch. :)
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