Netzattacke Hacker kapern rechte Websites

Mit einem koordinierten Angriff haben Hacker viele Web-Seiten der rechtsextremen NPD abgeschaltet. Etliche davon waren am Montagabend nicht mehr erreichbar. Die Angreifer haben angekündigt, von den Seiten kopierte Geheimdaten der Partei zu veröffentlichen.

Hacker-Website: 26 NPD-Seiten wurden abgeschaltet

Hacker-Website: 26 NPD-Seiten wurden abgeschaltet


Die rechtsextreme NPD ist zum wiederholten Mal ins Visier von Hackern geraten. Anonyme Angreifer aus dem Umfeld antifaschistischer Gruppen sind nach eigenen Angaben in insgesamt 26 Websites der Partei eingedrungen und haben dabei auch interne Informationen heruntergeladen. Die NPD bestätigte der Deutschen Presse-Agentur den Angriff. Sie bestritt aber, dass sensible Daten kopiert worden seien. Die Websites waren Montagabend zunächst offline. Der Angriff ist kein Einzelfall, Hacker greifen die Partei regelmäßig an.

Betroffen waren die Websites mehrerer NPD-Ortsverbände vor allem in Sachsen, zudem die Web-Auftritte von Parteifunktionären wie Holger Apfel. Die Angreifer, die sich selbst als "No-Name Crew" (n0-N4m3 Cr3w) bezeichnen, veröffentlichten auf ihrer Website Inhalte aus Datenbanken, die offenbar von der NPD stammen. Die Partei bezeichnete die Informationen als veraltet.

In einer E-Mail von einer anonymen Adresse, die in Hackerkreisen als authentisch gilt, kündigten die Angreifer weitere Schritte an: Am Dienstag wollen sie alle SQL-Datenbanken der NPD veröffentlichen. SQL ist eine Programmiersprache, die in zahlreichen Datenbanksystemen im Internet zum Einsatz kommt.

"Wir sind leider Gottes relativ häufig solchen Angriffen ausgesetzt", sagte Jens Baur, Kreisvorsitzender der NPD Dresden. Man habe sich dagegen "ziemlich gut abgesichert", eine "100-prozentige Sicherheit" gebe es aber nicht.

In Hackerkreisen haben die NPD und andere rechtsgerichtete Organisationen allerdings den Ruf, ihre Web-Auftritte schlecht abzusichern. Aktivisten haben es sich zum Sport gemacht, im Umfeld des Jahreskongresse des Chaos Computer Clubs die Websites rechter Parteien zu hacken - häufig mit Erfolg.

mak

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 143 Beiträge
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benn01 30.05.2011
1. Ich hoffe doch,
dass der Staatsschutz schon gegen den linken Terror ermittelt. Sind das die virtuellen Bomben, von denen der Innenminister sprach?
2010sdafrika 30.05.2011
2. Hacker die Speerspitze der Netzcommunity
Es ist interessant, dass die Medien einen Aspekt der Netzwelt noch nicht beleuchtet habe - die anstehende Symbiose von Bloggern, einzelnen Journalisten, der Hackergemeinschaft um Anonymous und Usern der Social Networks wie Facebook oder Twitter - in Nordafrika am besten zu sehen gewesen. Denn klar ist, dass jeder dieser Akteure seine mediale Aufmerksamkeit stets ausbauen möchte, sodass der Zusammenarbeitsfaktor immer mehr eine größere Rolle spielen wird. Dementsprechend versucht Anonymous, immer mehr Blogger und Internetuser auf sich aufmerksam zu machen. Ein Beispiel hierfür ergibt sich bei der deutsch-südafrikanischen Bloggergemeinschaft "SÜDAFRIKA - Land der Kontraste", wo die Anhänger der Anonymous-Bewegung eifrig am Kommentieren der Artikel sind und darüberhinaus die Blogger und User mit Infos versorgen: http://2010sdafrika.wordpress.com/2011/01/16/burgerkrieg-droht-in-tunesien-lybiens-blogger-mobilisieren-volk/.
Smartpatrol 30.05.2011
3. Eher...
Zitat von benn01dass der Staatsschutz schon gegen den linken Terror ermittelt. Sind das die virtuellen Bomben, von denen der Innenminister sprach?
Eher sollte man hoffen, daß der Staatsschutz weniger Energie in die Unterwanderung und damit den Erhalt der NPD steckt. Wenn der heutige linke "Terror" darin besteht, Neonazistische Seiten einer Organisation zu deaktivieren, deren Vorsitzende Hakenkreuzflaggen auf Gräber legen und deren Mitglieder zu großen Teilen den Holocaust leugnet (und gleichzeitig froh über seine Existenz ist) scheinen wir da ja eher auf höherem Niveau jammern zu dürfen.
t.o`malley 30.05.2011
4. Kriminelle
Zitat von sysopMit einem koordinierten Angriff haben Hacker viele Web-Seiten der rechtsextremen NPD abgeschaltet. Etliche davon waren am Montagabend nicht mehr erreichbar. Die Angreifer*haben angekündigt, von den Seiten kopierte Geheimdaten der Partei zu veröffentlichen. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,765784,00.html
Ich bin weder Wähler noch Sympathisant der NPD, jedoch muss auch diese (zugelassene) Partei vor den Angriffen von Asozialen geschützt werden. Das Recht muss für alle und immer gleich sein. Es ist augenfällig, daß in Deutschland der linke Flügel wesentlich mehr zu Kriminalität und Gewalt neigt als der Rechte. Wir brauchen neben den Maßnahmen gegen Rechtsextremismus wesentlich mehr Projekte gegen Linksradikale.
Freifrau von Hase 30.05.2011
5. Npd
Geheimnisse der NPD.....Ob die mehr über den Flug von Rudolf Heß wissen? :P http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,765508,00.html
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