Netzhumor Weißes Haus lässt Popper tanzen

Das Weiße Haus twittert zurück: Nachdem sich ein Follower über langweilige Finanzpolitik beklagte, antwortete einer der obersten Berater Präsident Obamas mit einem Internetscherz. Andernorts gehen Politiker noch weiter - der kanadische Ministerpräsident postet sogar Katzenfotos.

Twitter-Account des Weißen Hauses: Rick Astley singt zurück

Twitter-Account des Weißen Hauses: Rick Astley singt zurück


Hamburg - Das Weiße Haus erklärt den US-Bürgern auf Twitter den verbitterten Schuldenstreit. Angesichts einer drohenden Staatspleite eine ernste Angelegenheit. Doch ein Twitter-Follower beschwerte sich am Mittwoch genervt über die dröge Finanzpolitik. Die Antwort der mächtigen Regierungszentrale an ihn und die rund 2,3 Millionen Follower von @whitehouse: "Finanzpolitik ist wichtig, kann aber manchmal trocken sein. Hier ist etwas Lustigeres." Darauf folgte ein Link auf das Musikvideo von Rick Astleys "Never Gonna Give You Up". Ein klassischer Internetscherz.

Seit 2008 ist das "rickrollen" massenhafter Brauch im Web. Nutzer werden über einen Vorwand dazu gebracht, auf einen abgekürzten Link zu klicken - und bekommen den Song aus den achtziger Jahren zu hören. Entstanden ist der Scherz wieder einmal im anarchischen Webforum 4chan. Rick Astley hatte sich schon lange vorher in den Ruhestand verabschiedet. Das YouTube-Video zu "Never Gonna Give You Up" zählt seitdem mehr als 39 Millionen Abrufe.

Verantwortlich für den Scherz des Weißen Hauses, so berichtet es Mashable, ist Brian Deese. Er berät Präsident Barack Obama in der Finanzpolitik und war unter anderem maßgeblich an der Rettung von General Motors beteiligt. Sein Chef Obama nutzte soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook intensiv im Wahlkampf. Auch als Regierungschef versucht er, Bürger über das Internet und Aktionen wie eine öffentliche Twitter-Debatte einzubinden.

Auch andere Politiker haben ein Herz für Netzbewohner - oder zumindest ein gutes Gespür für zielgerichtete Werbung, die vom politischen Alltag ablenkt: Der kanadische Ministerpräsident Stephen Harper zum Beispiel postet, einsehbar für die ganze Welt, Katzenfotos auf Google+. Dafür bekommt er viel Lob von Internetnutzern. Für seine Politik bekommt der konservative Regierungschef sonst oft weniger Beifall.

Man stelle sich vor, ein Twitter-Nutzer würde Angela Merkels Regierungssprecher Steffen Seibert über den Kurznachrichtendienst anhauen und despektierlich etwas von "Mutti" schreiben, die das Internet nicht verstanden habe - und @RegSprecher würde knallhart zurücktwittern: "Deine Mutter schüttet Wasser über dem Computer aus, damit sie surfen gehen kann." Kaum vorstellbar in Deutschland.

Was das Weiße Haus heute fortschrittlich und humorvoll dastehen lässt, traute sich Nancy Pelosi, damals Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, schon vor zwei Jahren. Zum Start ihres offiziellen YouTube-Kanals veröffentlichte sie ein "Behind the Scenes"-Video, in dem erst niedliche Kätzchen durch ihr Büro tollen. Nach einiger Zeit bricht das Video ab - und der tanzende Rick Astley singt sein Lied.

Doch auch in den USA ist der Umgang mit dem Internet noch nicht allen Politikern geläufig. So kostete ein Flirt-Foto eines New Yorker Abgeordneten mit nacktem Oberkörper auf einer Online-Plattformeinem Anfang des Jahres den Mann sein Amt.

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insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
Gerdd 28.07.2011
1. Langweilige Finanzpolitik? Wohl schon etwas länger her ...
Das ist ja ganz niedlich, aber es paßt nicht so ganz in die aktuelle Nachrichtenlage. Derzeit ist die US-Finanzpolitik ja wohl alles andere als "langweilig." Und auf Rick Astley zu verlinken ist auch nicht gerade hilfreich. Wie wäre es mit einem Link auf Remy Munasifi mit dem Titel "Raise the debt ceiling", auf Deutsch: "Erhöht die Schuldengrenze"?
Schah.Wenzel 28.07.2011
2. [{-_-}] ZZZzz zz z...
Zitat von GerddDas ist ja ganz niedlich, aber es paßt nicht so ganz in die aktuelle Nachrichtenlage. Derzeit ist die US-Finanzpolitik ja wohl alles andere als "langweilig." Und auf Rick Astley zu verlinken ist auch nicht gerade hilfreich. Wie wäre es mit einem Link auf Remy Munasifi mit dem Titel "Raise the debt ceiling", auf Deutsch: "Erhöht die Schuldengrenze"?
Nun, eigentlich schon, ist 's doch eines der ersten Meme überhaupt, für einen Regierungsbeamten ist das erstaunlich clever & zeigt, daß die US-Leute tatsächlich ihr Internet nicht mehr ausdrucken lassen. Allerdings, und das war vielleicht Ihre versteckte Botschaft, nicht in der Bananendemokratur D, erscheint ja hierzulande nur eine Sperrverfügung der widerwärtgigen GEMA-Zensur.
Dubbel 28.07.2011
3. Gema - wtf? :D
Zitat von GerddDas ist ja ganz niedlich, aber es paßt nicht so ganz in die aktuelle Nachrichtenlage. Derzeit ist die US-Finanzpolitik ja wohl alles andere als "langweilig." Und auf Rick Astley zu verlinken ist auch nicht gerade hilfreich. Wie wäre es mit einem Link auf Remy Munasifi mit dem Titel "Raise the debt ceiling", auf Deutsch: "Erhöht die Schuldengrenze"?
Vielleicht sollte man dem Artikel noch anfügen, was passiert, wenn als Deutscher das Video angucken will:
Sleeper_in_Metropolis 28.07.2011
4. Titel
Zitat von DubbelVielleicht sollte man dem Artikel noch anfügen, was passiert, wenn als Deutscher das Video angucken will:
Man kann das Video aber trotzdem problemlos bei Youtube finden. Was ich bis jetzt nicht finden konnte, ist jemand, der mir erklärt, was an diesem Rickroll nun witzig sein soll ?
Freiwirtschaftler 28.07.2011
5. Die Irrelevanz der Politik
"Im Grunde ist Politik nichts anderes als der Kampf zwischen den Zinsbeziehern, den Nutznießern des Geld- und Bodenmonopols, einerseits und den Werktätigen, die den Zins bezahlen müssen, andererseits." Otto Valentin ("Warum alle bisherige Politik versagen musste", 1949) Solange unsere fehlerhafte Geld- und Bodenordnung, die aufgrund einer Programmierung des kollektiv Unbewussten (Religion) gänzlich unreflektiert aus der Antike übernommen wurde, so ist wie sie ist, gibt es keine "politische Lösung" für die daraus resultierende systemische Ungerechtigkeit der Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz; ist diese "Mutter aller Zivilisationsprobleme" durch eine konstruktive Geldumlaufsicherung in Verbindung mit einem allgemeinen Bodennutzungsrecht (Natürliche Wirtschaftsordnung) restlos beseitigt, wird nicht nur die Politik obsolet, sondern auch die Religion: http://opium-des-volkes.blogspot.com/2011/07/die-ruckkehr-ins-paradies.html Wie naiv ist es also, von "Spitzenpolitikern", die gar nichts von Makroökonomie verstehen und auch nichts verstehen dürfen, um ihre "gesellschaftliche Position" in "dieser Welt" (zivilisatorisches Mittelalter) überhaupt ertragen zu können, zu erwarten, sie könnten die "Finanzkrise" beenden. Tatsächlich wird die "Finanzkrise" (korrekt: globale Liquiditätsfalle nach J. M. Keynes, klassisch: Armageddon) die "hohe Politik" beenden: http://opium-des-volkes.blogspot.com/2011/07/der-bevorstehende-crash.html
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