Von Richard Meusers
Speziell für Apples OS X entwickelt, treibt der Flashback-Trojaner seit dem letzten Jahr sein Unwesen. Nun scheint eine neue Version der Schadsoftware dabei, ihren Code in Browser und andere OS-X-Anwendungen einzuschleusen. Damit gelingt es Kriminellen, persönliche Daten der betroffenen User auszulesen und auf entfernte Server hochzuladen. Das Einfallstor ist eine schon länger bekannte Java-Lücke, die aber von Apple nie geschlossen wurde.
Derartige Exploits kamen immer wieder vor, zuletzt 2009 und 2011, aber der neueste Trojaner unterscheidet sich von seinen Vorgängern, wie das IT-Sicherheitsunternehmen F-Secure meldet. Normalerweise wäre ein derartiges Loch in Java kein großes Drama. Programmentwickler Oracle hat längst, im Februar, Abhilfe geschaffen, der Fix wurde mit einem Update für die Windows-Version von Java schon ausgeliefert.
Das aber nützt Mac-OS-Nutzern nichts, seitdem Apple eine eigene Java-Variante kompiliert. Bis die Oracle-Patches jeweils für das eigene System übernommen werden, kann es daher schon mal ein paar Monate dauern, wie "PC World" anmerkt. Solange also der richtige Sicherheitsflicken nicht herausgekommen ist, raten die F-Secure-Experten, Java auf jeden Fall zu deaktivieren, bevor sich das Problem massenhaft vermehrt. Wie Java auf dem Mac abgeschaltet werden kann, erklärt das Unternehmen in einer detaillierten Anleitung.
US-Lehrerin gefeuert, weil sie Zugriff auf Facebook-Profil verweigerte
Das Thema "Neugierige Arbeitgeber wollen in dein Facebook-Profil gucken" ist in den USA derzeit heiß umstritten. Den jüngsten Streitpunkt markieren die Erlebnisse von Kimberly Hester, einer Grundschullehrerin im Bundesstaat Michigan. Die Frau hatte vor einem Jahr auf ihrem Facebook-Account ein Bild veröffentlicht, auf dem Knie und Füße eines Menschen zu sehen sind, der mit heruntergelassenen Hosen auf der Toilette sitzt. Anstößige Inhalte waren nicht zu sehen, überdies war der Zugang zum Bild auf ihre Freunde beschränkt.
Einer von denen petzte trotzdem bei der Schule, wenig später bekam die Lehrerin Post von der Schulbehörde, die zur Überprüfung Einblick ins Facebook-Profil der Pädagogin verlangte. Hester weigerte sich, erhielt zunächst bezahlten Urlaub und wurde schließlich suspendiert. "Sie haben mich dreimal gefragt, ob sie in mein Facebook schauen könnten, und ich habe immer wieder gesagt, dass ich damit nicht einverstanden wäre", erklärte Hester laut den Lokalnachrichten.
Die Lehrerin bereitet sich nun auf einen Prozess gegen den Schulbezirk vor, den sie im Mai führen will. Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die Streitfrage, wo Arbeitgeberrechte enden und das Recht auf Privatsphäre beginnt. Erst letzte Woche scheiterten die Demokraten mit dem Vorhaben, im Repräsentantenhaus eine Regelung durchzusetzen, die Telekommunikationsunternehmen daran gehindert hätte, Facebook-Passwörter von Arbeitssuchenden zu verlangen.
Internet Explorer legt zu, Chrome und Firefox schwächeln
Microsofts Internet Explorer ist im Markt der Browser immer noch Marktführer, auch wenn er seit Jahren beständig Einbußen hinnehmen muss. Doch nun das: laut den Zahlen von Marktforscher Net Applications konnte der IE in den letzten Monaten seine Stellung sogar wieder ausbauen. Von Februar bis März stieg der weltweite Marktanteil bei den Desktop-Rechnern von 52,84 auf 53,83 Prozent.
Alles beim Alten hingegen beim einstigen Shooting-Star Firefox, der weiter Federn lassen musste und um ein halbes Prozent auf nun 20,55 Prozent zurückging. Wirklich überraschend sind die Zahlen für Chrome. Konnte der Google-Browser bislang mit steil nach oben weisenden Marktanteilen aufwarten, scheint es damit seit dem Jahreswechsel vorbei zu sein. Seit Dezember verlor Chrome leicht, aber kontinuierlich Anteile und landete im März bei 18,57 Prozent.
Google zeigt Kunst aus deutschen Museen
Mit Kunstsammlungen in Dresden, Düsseldorf und Berlin erweitert Google sein vor einem Jahr gestartetes Kunstportal im Internet. Die Museen und Galerien können ähnlich wie im Straßenpanorama-Dienst Street View in einer 3-D-Darstellung erkundet werden. Mehr als 30.000 Kunstwerke können in mehreren Zoomstufen auch in hoher Auflösung betrachtet werden. Das Google Art Project wurde damit auf 151 Museen und Galerien in 41 Ländern erweitert.
Seit dem Start des Art Projects im Februar 2011 seien 134 neue Häuser dazugekommen, sagte der Leiter des Google-Entwicklungszentrums in München, Wieland Holfelder. Er fügte hinzu: "Mit dem Art Project verdienen wir kein Geld. Es geht darum, das kulturelle Erbe zu erschließen und der Menschheit zugänglich zu machen, von überallher und zu jeder Zeit." (dpa)
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